Moin!
Dieser Beitrag ist quasi die Fortsetzung von diesem (schon um einige Bilder beraubten) Eintrag:
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Wie gesagt: Als gebürtiger und ins Ländle emigrierter Fischkopp brauche ich ab & zu den unverstellten Blick auf den Horizont, und so standen zwei Tage im Zeichen der Eisenbahn im Norden. An- und Abreise erfolgten mit dem Zug, vor Ort bewegten Kollege Reinhard und ich uns dann mit Auto, Zug und auf den eigenen zwei Füßen voran. Einen Unterschied gab´s doch zu 2011: Dank einiger Tage Montenegro zuvor
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gab´s dieses Jahr keinen Sonnenbrand... Bei dem Wechselwetter allerdings auch kein Wunder. Doch seht selbst (wenn ihr wollt)!
Der Programmeröffner war auch dieses Jahr wieder der illustre CNL "Aurora" (Basel - Kopenhagen mit seinen Kurswagen aus Prag und Amsterdam). Am 15. Juli 2012 fuhr der Zug auch in der Nacht Sa/So noch - in der 1 h späteren Lage als in der Woche - via Rendsburg. Erst ab dem 22. Juli 2012 geht es dann via Süderbratwurst, um nachts an der Rendsburger Brücke länger arbeiten zu können. Doch die Sonne kam für die gewünschte Brückenillumination einfach nicht durch die Wolken! Also gab´s eher aus Verzweiflung einen Versuch mit Gegenlicht (aber auch nicht so wirklich dolle - und dafür steht man um 3:30 Uhr auf...). Schade, denn fotogerecht laufen der tschechische WLAB und die Doppelstock-Schlafwagen sogar an der Zugspitze. Via Südelblalup ist es dann ja wegen des Stürzens in Altona und Flensburg-Weiche genau umgekehrt.
Was macht man anschließend an einem Sonntagmorgen um 6:30 Uhr in einem Städtchen wie Rendsburg (bzw. einem Dorf wie Westerrönfeld)? Man spielt ein bisschen mit dem Licht (sofern vorhanden).
Mal in s-w...
Dann sind wir auf einen Flohmarkt gegangen, der um 7 Uhr auf einem Acker bei Westerrönfeld aufmachte. Da gab´s dann an ein paar Buden immerhin etwas zu essen. Zwei Hot-Dogs zum Frühstück... naja, warum nicht? So wurde es Vormittag, und wir gingen an den ehemaligen Stadthafen an der Obereider, um am Vormittag das Fernzugprogramm abzuwarten: Innerhalb von etwa 10 min begegnen sich hier DSB-IC3 und DB-ICE-D. Hinter uns sorgte ein McDonald´s dafür, dass wir nicht verhungerten. Was sich dort so "Menü" nennen darf...
So in etwa haben wir uns EC und ICE vorgestellt. Auch, wenn ich Tölpel den Mast des Bootes direkt vor den Kirchturm gesetzt habe: Das Testbild mit dem "Schieber" vor der Marienkirche in Rendsburg ging noch bei richtigem Licht ab...
...aber irgendwas ist IMMER mit den Weißwürsten auf der Jütland-Route! Hier ist es zwar keiner der beliebten Ausfälle (wie wir ihn z.B. 2011 bei der Führung oben auf der Kanalhochbrücke erlebt haben), aber dafür reichliche 20 min Verspätung. Genug, damit das Licht inzwischen fast vollständig rumgewandert ist - gut zu sehen am Schattenwurf des Oberleitungsmasten am Brückenkopf (vgl. oberes Bild). Grrr! Da ist das stahlend-blanke Auto, das sich kurz zuvor unterhalb des Bahndamms aufstellte, schon fast egal. Der Fairness halber muss man sagen, dass die DSB-Gumminase der Gegenrichtung 30 min zuvor überhaupt keine Sonne hatte. Daher gibt´s von der auch ebenso überhaupt kein Foto.
Das Wolkentheater ging ohne Pause weiter. Zum Schlex war an der Sorgebrücke bei Owschlag noch Licht da (nur noch nicht ganz rum), aber...
...dieses Bild kloppen wir mal so schnell wie möglich in die Tonne! IC "Hanseat" (Flensburg - Köln) am 15. Juli 2012 mit 111, aber stilreinen Wagen. Nur ohne Licht und unscharf. Gruß an den pfeifenden Tf und den Fuzzy mit dem Auto mit Wilhelmshaven-Kennzeichen nebst Frau auf dem Beifahrersitz.
Wir wechselten nun an die Westküste. Die Wolken waren weiterhin unberechenbar, aber wenn es mit dem Licht klappte, gab es mitunter grandiose Beleuchtungsmomente.
Spiel mit Windmühlen! Ich stehe in den Weiten des Friedrich-Wilhelm-Lübke-Koog. Man kann das Meer schon förmlich spüren!
Strom, Strom, Strom - nur die Eisenbahn fährt mit Diesel.
Pulloverschweine bei der Verrichtung ihres Tagwerkes und der IC "Nordfriesland" auf dem Weg nach Sylt.
Wolkenkino über dem Wattenmeer: kurz mal rüber nach Sylt und im Stechschritt von Morsum/Muasem vorlaufen zur Nössespitze.
Ich liebe diese gigantische Weite hier an der Westküste, diese Endlosigkeit, diese Einsamkeit... Ein ganz eigenes Gefühl der Freiheit. Weit schweift der Blick, schweifen die Gedanken... Und manche großen Dinge (nicht nur komplette Autozüge) erscheinen auf einmal ganz, ganz klein.
Gut durchgepustet nächtigten wir im "Niebüller Hof".
Die NEG: Kurz und gut! Kaum eine andere Bahn bietet solch eine Abwechslung - und das bei nur 14 km Strecke! Nettes und mit ihrer Bahn absolut verbundenes Personal tun ihr Übriges dazu, dass diese Bahn trotz aller Modernisierungen und den in der Saison explodierenden Beförderungsleistungen immer sympathisch geblieben ist.
Nach der obligatorischen Mitfahrt - einmal mit dem Triebwagen durch die Köge auf die Mole, das muss einfach sein! - ging´s mit der Kamera an die Strecke. Nächstes Wochenende kommt hier die V 200! Übrigens ist der in DS 241 beschriebene zweite Heizwagen nun eingetroffen. Wer noch einmal die DL 2 fotografieren will, sollte sich sputen. Aufnahme des jüngst modernisierten "629" VT 71 (s. aktuelle DS) im Kartoffelacker bei Maasbüll.
"...weht mit Windstärke 9 aus westlichen Richtungen, mit Sturmböen ist zu rechnen!"
Dagebüll Mole/Doogebel bru mit dem "Flachland-Tiroler" T4. Wasser! Wind! Wolkenkino! Und sogar einmal richtige Wellen im sonst eher ruhigen Wattenmeer.
Abfahrt!
Und jetzt ´n Krabben-Schwarzbrot mit Spiegelei! Gibt´s mitunter übrigens frisch gemacht im kleinen Restaurant oben im W.D.R.-Gebäude am Fähranleger. Mit Blick auf Schiffe, Züge und das Meer.
Danke für eure Aufmerksamkeit!
Heiko
16-mal bearbeitet. Zuletzt am 2012:07:19:17:47:26.