Hallo allerseits,
ich habe den Schritt vom passiven zum aktiven DSO-Leser gemacht, obwohl ich seit Jahren nicht mehr als Eisenbahnaktivist
tätig bin. Wenn es meine Zeit gestattet, möchte ich dennoch hin und wieder einige nicht ganz so schlechte Aufnahmen
aus den Tiefen meiner Diakästen einscannen und der interessierten DSO-Öffentlichkeit zeigen.
Den Anfang mache ich jetzt mit einigen noch vor meiner aktiven Zeit (1978-1984) entstandenen Fotos und Altpapierexemplaren.
Im Nachlass meines Vaters fand ich kürzlich einige Bilder aus seiner Zeit im Tagesbetrieb von Zeche Recklinghausen II.
Das nehme ich zum Anlass, hier dazu noch einige seit meiner Jugend aufbewahrte Gleispläne der interessierten Öffentlichkeit zu präsentieren.
Anlässlich eines Pressetermins Ende Juli 1970 wurden diese beiden Fotos aufgenomen, die die Lokomotive 11 beim Rangieren im Kanalhafen der Zeche zeigen.
Leider verdecken die "Honoratioren" das Triebwerk der Lok, aber im grob gerasterten Foto des resultierenden WAZ-Artikels
(dessen Benutzung mir die WAZ-Zentralredaktion freundlicherweise mit e-mail vom 1. März gestattet hat) kann man sie als Dreikuppler vermuten:
Das Namensschild am Wasserkasten trägt die Aufschrift "Matthias Stinnes":
für allfällige Datensammler mögen die Revisionsanschriften von Interesse sein:
Diese Bilder wecken Erinnerungen an meine Kindertage, als mein Vater mich regelmässig mit zum Kanalhafen nahm. Den Gleisplan der "Zentralaufbereitungsanlage"
(die früher die Kohlen der Zechen Recklinghausen und Julia verarbeitete) habe ich einzuscannen versucht, was wegen der Grösse des Plans nur in DIN-A3-Stücken gelang,
die ich dann im Rechner mit kleinen Verlusten wieder zusammengefügt habe:
Ein Link zum Plan in voller Auflösung (knapp 5 MByte) ist
hier
Das Gleisoval erinnert an die "Anfangspackung" vieler Modellbahnhersteller und ist auch heute noch erhalten:
Interessant ist die Anbindung der Aufbereitungsanlage (von den Einheimischen schlicht "Kohlenwäsche" genannt) nach Norden an Zeche Recklinghausen
und nach Süden (über den Kanal hinweg) an Zeche Julia: die eingezeichnete "Oberkettenbahn" war eine lange Brückenkonstruktion,
auf der schmalspurige Kohlenwagen von einer über ihnen laufenden endlosen Kette bewegt wurden.
Ein Bild der Kreuzung der Oberkettenbahn zur Zeche Julia über den Rhein-Herne-Kanal mit dem Zechenhafen im Hintergrund findet sich in einer Veröffentlichung der Volkshochschule Recklinghausen
über den Süden der Stadt:
Bemerkenswert finde ich auch das Detail am Bergekipper:
Das scheint mir eine Wagendrehscheibe zu sein - eventuell mit Seilzugverschub?
Ein weiterer "Schatz" aus meiner Sammlung ist der Gleisplan des Wagenumlaufs von Recklinghausen II. Auf dieser Zeche wurde die Förderung und der oberirdische Transport der
Kohle mit schmalspurigen Förderwagen durchgeführt, die von Mitnehmeranlagen und der erwähnten Oberkette bewegt wurden:
Ein Link zum Plan in voller Auflösung (4 MByte) ist
hier
Der Plan gibt auch Details zur Gleisanlage und den verwendeten Förderwagentypen:
Der Anschluss der Oberkettenbahn zur Zentralaufbereitung ist unten rechts, Schacht I und II sind im unteren Bereich des Plans und Schacht IV
("Konrad Ende") im oberen Bereich. Schacht IV und seine Fördermaschine sind heute als Industriemuseum erhalten.
Als Kind fand ich allerdings die Fördermaschine von Schacht I (von 1882) mit ihren Messingarmaturen und freiliegenden Pleuelstangen
wesentlich faszinierender als die erst 1964 erbaute Maschine von Schacht IV.
Beste Grüsse
Lutz Massonne
4-mal bearbeitet. Zuletzt am 2012:05:25:13:04:02.