Hallo,
das Einreichen eines Planfeststellungsauftrag sowie die Erstellung der Ausführungsplanung wurde vom Gemeinderat gestern beschlossen. Es gab 39 Ja-Stimmen und zwei Enthaltungen aus den Reihen der CDU. Was mir auch noch nicht bewusst war: Der Anteil der Baukosten, welchen die Stadt aufbringen muss, liegt bereits als Rückstellung auf der hohen Kante.
Etwas widersprüchlich sind gerade nur die Angabe zu den Nicht-Ja-Stimmen - die Presse spricht von zwei Enthaltungen, auf der Website der Stadt ist von 2 Nein-Stimmen zu lesen ( [
buergerinfo.ulm.de] )
Südwest-Presse: [
www.swp.de]
Kommentar dazu: [
www.swp.de]
Auf der Website der Stadt finden sich noch einige interessante Dokumente - Besonders Anlage 1 enthält viel Information:
[
buergerinfo.ulm.de]
Belustigend ist die Anlage 6 - die CDU-Fraktion hatte wohl den Drang, sich lächerlich zu machen.
Es wird beklagt, wieso - in einer "Verschlusssache" und entgegen den Plänen die bei den Trassenbegehungen vorgestellt wurden - die Haltestelle Martin-Luther-Kirche verschoben wurde und dass die Bushaltestelle Bayerstraße nach vorne an die B10 verlegt wird, womit die Schüler ja die B10 queren müssten, und das Umsteigen zwischen Bus und Tram erschwert würde. Das ist völlig lächerlich, denn:
- Die Verlegung der Tramhaltestelle war gerade eine Anregung von der Trassenbegehung, womit Pläne mit dieser Änderung dort selbstverständlich noch nicht vorliegen konnten. Die Pläne wurden aber auf anschließenden Bürgerwerkstätten und der Bürgerdialog-Abschlussveranstaltung gezeigt und stehen seit dem 12. April - also länger als ein viertel Jahr - auf der Website zum Download. Dass man das dann einen Tag vor dem Gemeinderatsbeschluss merkt, zeigt wie sehr man sich bei der CDU dafür interessiert. Dann noch von Heimlichtuerei zu reden ist nur noch lächerlich (und eine Verschlusssache sowieso etwas ganz anderes).
- Die Bushaltestelle dient ausschließlich dem Schülerverkehr zu St. Hildegard und dem Schollgymnasium für Regionalbusse und wird außerhalb der Schülerverkehrszeiten gar nicht angefahren. Ein Umstieg zwischen Bus und Tram wird hier nicht stattfinden.
- Da die geplante Bushaltestelle auf der selben Seite der B10 liegt wie St. Hildegard und Schollgymnasium, muss - entgegen der CDU-Behauptung - auch kein Schüler die B10 queren.
- Eine Haltestelle vor dem Finanzamt hab ich noch auf keinem Plan gesehen. Sie wäre auch reichlich nachteilig, denn dann müssten die Schüler tatsächlich eine vielbefahrene Straße, nämlich die B311, queren.
- Am Rande erwähnt: alle in Ulm wohnenden Schüler der beiden Schulen müssen bislang über die B10 zum Ehinger Tor, und ein beträchtlicher Teil davon wird das wohl künftig dank der neuen Tramhaltestelle nicht mehr müssen.
Aber bitte, wenn die CDU sich lächerlich machen will hab ich da auch nix dagegen :-)
An dieser Stelle noch ein paar Worte zu den Bürgerwerkstätten.
Ich war an den drei Bürgerwerkstätten zu den Streckenabschnitten Wissenschaftsstadt, Bayerstraße/Römerstraße und Kuhberg, sowie in der Abschlussveranstaltung im Kornhaus, habe jedoch keine Zeit gefunden hier mal darüber zu Berichten.
Der fachliche Teil ist ja inzwischen schon längst offiziell dokumentiert und auf linie2-ulm.de zum Download verfügbar. Nur noch ein paar Randbemerkungen und Anekdoten:
- Zwischen Eselsberg Hasenkopf und Uni Süd wird neben der Bus/Tramtrasse ein breiter Radweg, abgetrennt durch ein Schutzzaun entstehen. Dabei war (ist?) vorgesehen, dass die Unibauamtsmitarbeiter (mit versenkbaren Poller o.Ä.) diesen Radweg mit dem PKW benutzendürfen, fragtwas vielen missfält.Ich habe dann ge, wieso die Bauamtsmitarbeiter wenn dann nicht einfach die Bus/Tramtrasse mitnutzen können.
Einfache Antwort, aber für mich neu: Da hat die TAB was dagegen. Auch die Regionalbus-Fahrer, welche die Eigentrasse im Bereich Hauptbahnhof mitnutzen, werden regelmäßig geschult.
- Der stärkste Gegenwind kam aus aus der unteren Römerstraße, die die Tram nicht in ihrer Straße haben wollen. Auch die detaillierte Begründung wieso die Alternativtrassen schlechter sind, schien zunächst nicht viel daran zu ändern. Auf der Abschlussveranstaltung hat die entsprechende Gruppe zu meiner starken Überraschung dann überhaupt nicht mehr über die Trassenführung debattiert - sondern quasi ausschließlich darüber, wie man denn bitte die Parkplätze dort ersetzen will.
Offenbar hat der Bürgerdialog den Gegenwind hier also tatsächlich Wind aus den Segeln genommen.
- In der unteren Römerstraße findet auch Schüler-Hol-und-Bringverkehr für St. Hildegard - eine reine Mädchenschule - statt. Im Workshop gab es dann eine herrliche Wortschöpfung: Der Prinzessinenverkehr :-)
- Im Zuge des Baumkonzeptes (das auch Wildbirnbäume vorsieht, die aber keine Früchte tragen) kam der Vorschlag - von der SWU durchaus nicht ablehnend kommentiert - zur Eröffnungsfeier einen eigenen Straßenbahnschnaps zu brennen ;-)
In diesem Sinne, meterspurige Grüße,
Didi
PS @ Matthias: Danke dass du inzwischen die Trambetreffenden SWP-Meldungen regelmäßig einstellst, ich komm einfach kaum noch dazu...