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[N] Bergung mit speziellen Stangen . . . (m. L. + Bilder)

geschrieben von: elixir

Datum: 15.06.12 11:09

Hallo,

in dem Bericht wird von speziellen Stangen geschrieben - was kann da gemeint sein?

Oder hat der Schreiberling nur die Erdungsstange oder gar die Kettenabsperrung zwischen den Gleisen gemeint, die auf einem Bild (5) zu sehen ist?

Die Straßenbahn wurde mit speziellen Stangen gegen seitliches Ausbrechen fixiert. Erst danach wurde die Straßenbahn von mehreren Hochdruckkissen soweit angehoben, dass die Frau seitlich herausgezogen werden konnte.


[www.nordbayern.de]

Gruß elixir
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Re: [N] Bergung mit speziellen Stangen . . . (m. L. + Bilder)

geschrieben von: DWR

Datum: 15.06.12 13:02

Hallo elixir,

da es sich bei dem betroffenen Straßenbahnfahrzeug um ein sogenanntes Multigelenkfahrzeug handelt, muß das Fahrzeug vor dem Anheben "starr" gemacht werden, das heißt zwischen die einzelnen Wagenkästen werden spezielle Stangen, eingespannt, sind spezielle Vorrichtungen, welche an konstruktiv angebrachten Befestigungspunkten zwischen dei beiden benachbarten Wagenkästen eingespannt werden und so ein Bewegen des Gelenkes verhindern, anderenfalls kann e szu schweren Beschädigungen an den Gelenken kommen, da z.B. ein Teil der Gelenke nur horrizontal ode rnur vertikal beweglich sind, andere dagegen horizontal und vertikal. Auch aknn es durch die besondere Bauart der Gelenke zu gewissen Eigendynamiken im Zug kommen, da die Gelenke im Zusammenspiel mit den Rückstell- und Führungsdämpfern bestrebt sind in die vordefinierte Grundstellung zu gelangen, solange der Zug im Gleis geführt ist, wirken die Führungskräfte von Rad- und Schiene diesem Bestreben entgegen, wenn das Fahrzeug angehoben wird, fehlen diese Führungskräfte und die Gelenkmechanik zieht den Zug in die Grundstellung der Gelenke.
Man sieht auch, das der Zug in einer leichten Kurve steht, wenn die Gelenke nicht starr gemacht würden, würde er sich beim Anheben "strecken" d.h. gerade ausrichten, was eventuell zu weiteren Verletzten führen könnte, da dabei Passanten oder Rettungskräfte vom Zug getroffen werden könnten, außerdem ist dann das eingleisen nur mehr schwer möglich, da der Zug nicht merh in die Krümmung gedrückt werden kann und durch den Bahnsteig an der Kruvenaussenseite ist auch ein Absetzen und wieder ins Gleis ziehen / drücken nich tmöglich, da der Zug zum Teil auf dem bahnsteig stehen würde.

Gruß
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Re: [N] Bergung mit speziellen Stangen . . . (m. L. + Bilder)

geschrieben von: T3R.PV

Datum: 15.06.12 13:52

Oh je, wenn "NVB" das liest! "Sein" GT8N ein Multigelenker?! :-))))

Eher könnte man den als Kurzgelenkwagen bezeichnen. aber Deine Erklärung zu den Stangen ist natürlich sachlich absolut richtig.

Alle wollen zurück zur Natur. Aber keiner zu Fuß.

Die echte Seite über die Chemnitzer Straßenbahn: [www.strassenbahn-chemnitz.de]
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Re: [N] Bergung mit speziellen Stangen . . . (m. L. + Bilder)

geschrieben von: wolfgang-d. richter

Datum: 15.06.12 16:03

Hallo Holger,

mit der Platzierung der längeneinstellbaren Stangen im Gelenkbereich hast Du recht, nur ist der Grund für deren Anbringung ein anderer.
Wenn das Fahrzeug (es handelt sich hier um einen Einzelgelenkwagen) an einem Ende angehoben wird, steht es nur noch auf dem zweiten Drehgestell. Das Gelenk würde bei Einleitung asymmetrischer Hebekräfte einknicken und das Fahrzeug kippen, bis es im Gelenkbereich seitlich aufliegt. Mit den Spannvorrichtungen macht man aus dem Fahrzeug einen Vierachser, der, wie im vorliegenden Fall, auch im Bogen geknickt stehen kann.
Die zweite Hälfte des Zuges ist über das Doppelgelenk entkoppelt, dies überträgt keine Quer- oder Torsionskräfte.

Im Gelenbereich weist das Fahrzeug zwar Dämpfer auf, diese üben aber, wie sich das für derartige Bauteile gehört, im Stillstand keinerlei Kräfte aus. Rückstellkräfte entstehen bei Ausdrehen von Federn, hier z.B. beim Ausdrehen des Drehgestells gegenüber dem Wagenkasten. Da die Drehgestelle aber im konstanten Bogen kräftefrei parallel zur Wagenlängsachse stehen, muss man sich beim Anheben und Wiedereingleisen nicht sonderlich darum kümmern.

Viele Grüße
Wolfgang-D.
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Re: [N] Bergung mit speziellen Stangen . . . (m. L. + Bilder)

geschrieben von: Murmel

Datum: 15.06.12 16:29

Hallo Wolfgang, du wirst Dich wundern, wie schnell sich der Wagenkasten verwindet. Es müssen zum Anheben laut Herstelleranweisung alle Gelenke versteift werden, damit sich der Wagenkasten nicht verselbstständigt. Auch wir haben in Zwickau schon beim allerdings nur dreiteiligen GT6M Entgleisungen in Kurven gehabt und gestaunt, weil die hinteren Streben nicht eingesetzt wurden. Der Wagen hat Dämpfungselemente von einem Wagenteil zum anderen und steht daher in Kurven unter starker Spannung, da die Dämpfer das Bestreben haben, den Wagenkasten wieder gerade zu richten. Auch der dreitelige Wagenkasten hat als zweites Gelenk ein Doppelgelenk.
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Re: [N] Bergung mit speziellen Stangen . . . (m. L. + Bilder)

geschrieben von: wolfgang-d. richter

Datum: 15.06.12 16:44

Hallo Murmel,

der Dreiteiler hat kein Doppelgelenk, du meinst wahrscheinlich das Nickgelenk zwischen Wagenteil zwei und Wagenteil drei. Beim Dreiteiler müssen allerdings beide Gelenke versteift werden, da hier keine Entkoppelung in Verwindungsrichtung besteht. Die beobachtete Verspannung resultiert aus der Verwindesituation, und rührt nicht von den Dämpfern her, die auch hier nur dann Kräfte ausüben, wenn sie bewegt werden.

Viele Grüße
Wolfgang-D.
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