Lange war sie geplant, Mitte Mai war es dann endlich soweit: Mit zwei Freunden ging es für vier Tage in die tschechische Hauptstadt Prag. Der städtische Nahverkehr in Form von Metro und Straßenbahn sowie der Eisenbahnverkehr sollten nicht das ausschließliche Reiseziel sein, wir wollten uns in erster Linie die Sehenswürdigkeiten der so genannten “Goldenen Stadt” ansehen. Bilder hiervon wird es schon bald in meinem Photoblog
RoyZieroldPhotography geben.
Doch hier und im Auslandsforum sollen die entstandenen Bilder des Metro, Straßenbahn- und Eisenbahnverkehrs im Mittelpunkt stehen.
1: Der historische Tw 412 überquert die Most Legií, im Hintergrund ist das Nationaltheater zu sehen.
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Donnerstag, 17.05.2012
Die Reise begann für mich sehr früh am Donnerstag morgen. Erste Etappe sollte der Flug von Köln/Bonn nach Dresden sein, der bereits 06:45 Uhr startete. Da war frühes Aufstehen angesagt, und da an einem Feiertag die 18 zu so früher Stunde noch nicht fährt, musste ein Auto her, wobei ich bei Flinkster wieder mal fündig wurde. Damit ging es mit einer ziemlichen Schlängelei um feierwütige Partygäste auf den Kölner Ringen herum zum Hansaring, von wo aus mich die S-Bahn pünktlich zum Flughafen Köln/Bonn brachte.
Dort war die Schlange an der Gepäckabgabe (eingecheckt hatte ich bereits am Vorabend) dann doch was lang, sodass die Fluggäste nach Dresden aus Zeitgründen den Vorrang vor den anderen Reisenden erhielten. An der Sicherheitskontrolle hatte man auch keine Lust, meine Kamera auf Sprengstoffe zu testen (das kam bisher auch nur in Dresden vor), sodass der Flug entspannt starten konnte.
Genauso entspannt kam ich dann auch in Dresden an. Nachdem das Gepäck wieder abgeholt war, ging es runter zur S-Bahn, wo ich mir sogar noch ein Ticket kaufte, was nicht nötig gewesen wäre, da mein Bahnticket von Dresden nach Prag galt (Stichwort tariflich gleichgestellte Bahnhöfe). Naja, hab ich eben den Dresdner ÖPNV mit 2 Euro zusätzlich finanziert… Im Gegensatz zu mir als Sachsen hatten einige rheinische Mitfahrer so ihre Probleme bei der Kommunikation mit dem Schaffn… ähm Zugbeglei… ähm KiN, aber schließlich klappte die Verständigung ob der eigentlich notwendigen Entwertung des am Automaten gekauften Tickets am Bahnsteig dann doch.
Am Dresdner Hauptbahnhof traf ich mich dann schließlich mit meinen beiden Freunden, welche mit dem Zug aus Richtung Chemnitz gekommen waren, sodass wir nun gemeinsam die Fahrt nach Prag fortsetzen konnten. Pünktlich traf dann auch unser EC 171 ein, welcher bereits im Internet als sehr voll angekündigt war. So war unser Sechserabteil dann auch voll besetzt, was mich daran erinnerte, warum ich eigentlich kein Fan von Abteilen bin… Hinter der tschechischen Grenze mussten dann auch viele Fahrgäste im Gang stehen bleiben, weil keine Sitzplätze mehr frei waren. Nachfrage für einen Stundentakt zwischen Dresden und Prag wäre also sicher vorhanden…
Dennoch kamen wir recht pünktlich in Prag an, ob wir +2 oder +5 hatten, weiß ich jetzt nicht mehr so genau. Wäre aber aufgrund des großzügigen Aufenthalts im Prager Hauptbahnhof auch nicht ganz so tragisch. Jetzt stand erstmal der Geldumtausch an, ein Vorgang, den man als Euro-verwühnter Deutscher gar nicht mehr gewohnt ist. Dann sicherten wir uns unser 72-Stunden-ÖPNV-Ticket, welches ziemlich genau passend den gesamten Aufenthalt über gültig war. Und das für 310 Kc, also etwa 12 Euro.
2: Im Ticketdesign können sich die hiesigen westeuropäischen Betriebe eine dicke Scheibe abschneiden!
Nach dem Ticketkauf ging es dann mit der Metro zum Hotel am Kubánské náměstí. Da dort nicht direkt eine Metrostation ist, fuhren wir zur Station Strasnicka und liefen die reichlich 500 Meter zurück. Das war das einzige Mal, die anderen Male sind wir immer entweder mit der Straßenbahn in die Stadt oder aber mit selbiger zur Station Strasnicka und dann weiter mit der Metro gefahren. Das Hotel war günstig aber gut, und auch das Frühstück reichte für einen guten Start in den Tag.
Nach kurzem Aufenthalt nutzten wir dann die Linie 22, um in die Innenstadt zu gelangen. An einem Abend wollten wir ins Theater oder in die Oper, da waren wir an der Haltestelle Narodni divadlo ja genau richtig. Im Anschluss an den Ticketkauf (übrigens: 110 Kc oder umgerechnet 4,31 € für ein (leider tschechischsprachiges) Theaterstück im Prager Staatstheater…!) entstanden dann auch die ersten Straßenbahnbilder des Urlaubs:
3: CKD Tatra T3 Nr. 7001 erreicht die Haltestelle Narodni divadlo.
Zu Fuß ging es dann über die Most Legií in Richtung Újezd, denn wir wollten nun die Petřín-Standseilbahn rauf auf den Laurenziberg nutzen und uns durch die Besteigung des Prager Eiffelturms einen Überblick über die Stadt verschaffen:
4: Uns folgt T3 Nr. 8436. Ja, andere Fotografen machen lieber Bilder von der Burg… (die ich natürlich auch gemacht habe).
Auf der anderen Moldauseite war der Verkehr sehr dicht, sodass es zu einem kleinen Straßenbahnstau vor der Kreuzung an der Haltestelle Újezd kam:
5: T3R.PLV Nr. 8260 führt die Straßenbahnkolonne an der Haltestelle Újezd an.
Nachdem wir genug von oben hatten, brachte uns ein anderer T3R.PLV zurück in die Innenstadt. Eigentlich wollten wir bis Narodni trida, aber kurz vorher wurden wir abrupt aufgehalten:
6: Eine heftige Bremsung, dann gingen die Türen auf: der Audi-Fahrer hatte die Spur verwechselt, bei dem Tempo, welches die Straßenbahnfahrer an den Tag legen, hatte es mich aber auch nicht gewundert, dass es zu solchen Unfällen kommen musste. Aber dass es direkt auf der zweiten Fahrt “klappt”…
Zum Ende des Tages hin entstanden noch einige Metro-Aufnahmen:
7: Ein unerkannt gebliebener Metrowangonmasch-Zug erreicht die Station Strasnicka.
8: Wagen 3331 fährt in die Station Anděl ein.
Der erste Teil war etwas textlastiger, aber heute hatte ich mehr Lust, mal ein bisschen was zu schreiben. Die nächsten Teile sind reicher bebildert, der Freitag war auch mein Straßenbahn-Tag!
Einige weitere Hintergründe und Fotos zum Prager Metro- und Straßenbahnnetz findet ihr in meinem
VERKEHRSWELTEN-Blog!