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 05 - Straßenbahn-Forum 

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Zustimmung - guter Eindruck aus Posen / GTx-Prinzip

geschrieben von: manuelberlin

Datum: 30.05.12 22:16

Hallo Frederik,

> Wobei mich die Posener Traminos doch positiv überrascht haben, ruhigeres Fahrgefühl als ich aus
> München von den Variobahnen gewohnt bin (:D). Und auch das Innere, Abends hell, geräumig und vom
> Design sowieso grandios.

Ich kann Dir nur zustimmen. Aus Posen habe ich den gleichen Eindruck gewonnen, vom Fahrgefühl und vom Innenraumeindruck lassen die Traminos die Variobahnen hinter sich (in München bin ich noch nicht damit gefahren, einige Male in Potsdam).

Was die Verarbeitungsqualität angeht, habe ich jenseits der Fahrgastsicht keinen Einblick. Bei den Berliner Solaris Urbino-Bussen fällt regelmäßig Korrosion oberhalb der Türen im Innenraum auf. Keine Ahnung, ob es noch weitere Probleme gibt. Als Fahrgast fahre ich jedenfalls gerne mit den Solaris-Bussen.

Was die Trams angeht: Ich kenne die Ausschreibung nicht, aber die Visualisierung in der Pressemitteilung lässt in der Tat auf eine Neukonstruktion nach dem "GTx-Prinzip" schließen. Hoffentlich bekommt Solaris es gut hin. Falls dies richtig ist, wäre das mehr als interessant, wenn jetzt nach Siemens ("Avenio") auch Solaris auf das "GTx-Prinzip" zurückkommt.

Habe heute mal wieder in einem "Flexity Berlin" gesessen, im (vordersten) Fahrwerksmodul. Die Flexity Berlin sind m.E. die lauftechnisch gelungensten Multigelenker - aber der GT6 hat nach meinem Empfinden das angenehmere Fahrwerk, wenn man nicht einen mit ausgeleiertem Antriebsstrang erwischt (meine beiden "Hauslinien" werden nahezu ausschließlich von GT6-ZR bedient).

Viele Grüße
Manuel

Edit: Gestern im Beitrag zu München/Variobahn hatte ich das Drehgestell eines GT6 gezeigt - falls es jemand interessiert, habe es unten einkopiert. Bin gespannt, wie Solaris den Antrieb aufbauen wird.

---

Hier ein Foto eines Drehgestells des GT6 (Berlin): Einzelrad-Drehgestell, die beiden vorderen Räder sind angetrieben, die beiden hinteren Räder sind Laufräder. Die Wagenkasten-Abstützung ist außermittig angeordnet, sodass die Antriebsräder 2/3 des Gewichts tragen, die Laufräder 1/3. Vorne ist die Verbindungswelle zu erkennen, an dem Flansch links wird die Gelenkwelle zum Motor montiert, der sich in der Längs-Sitzbank im Fahrgastraum befindet. Das Getriebe links beinhaltet ein Differential. Die Bremsscheibe befindet sich auf der Motorwelle.

Beim ansonsten ähnlich aufgebauten Avenio befindet sich rechts und links je ein Motor zwischen den Rädern, eine antriebsseitige Verbindung zwischen den Fahrzeugseiten gibt es nicht. Bei den angetriebenen Drehgestellen sind somit alle vier Räder angetrieben, die Sitze darüber müssen im Gegensatz zum GT6 auf einem Podest angeordnet werden.
http://www.wortundgestalt-webservices.de/foren/dso/vermischtes/_D321697.jpg



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2012:05:30:22:37:33.
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Re: Liebe Kritiker, es gibt keinen Grund für Vorbehalte (siehe Artikel der BZ)

geschrieben von: manuelberlin

Datum: 30.05.12 23:17

Hallo light.rail_transit,

danke für das Einstellen dieses Links.

Der Zeitungsartikel ist allerdings großer Mist. Dort wird den Lesern das Design der Straßenbahn anhand des Tramino-Prototyps mit einem Foto aus der Wikipedia von 2009 in Danzig zur Diskussion gestellt (natürlich ohne diese Hinweise, die Redaktion hat anscheinend keinerlei Ahnung). Was es mit dem grünen Dackel auf sich hat, weiß man in der Redaktion offenbar auch nicht.

Ein Solaris-Produkt namens "Skyliner" gibt es ebenfalls nicht. Dies war ein Produkt (Doppeldecker-Reisebus "Neoplan Skyliner") des früheren Busherstellers Auwärter (seit 2001 gehört die Marke "Neoplan" zu MAN). Solaris ist aus dem damaligen Neoplan-Lizenznehmer für Polen hervorgegangen.

Ansonsten stimme ich Dir zu, dass die Vorbehalte gegen Solaris wenig Substanz haben. Es gibt wohl keine Busse und keine Straßenbahnen, die rundum völlig zufriedenstellen, aber Solaris scheint mir nicht negativ herauszustechen, eher im Gegenteil.

Viele Grüße
Manuel
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Re: Warum keine NGT8D?

geschrieben von: wolfgang-d. richter

Datum: 30.05.12 23:35

Hallo Herr Hafke,

das Problem mit den Rädern ist nicht zwingend eines des Herstellers; bei keiner anderen Konstruktion werden die Gummis vom Motor auf direktem Wege derart aufgeheizt ...
Mit der Bauform des Wagens als Einzelgelenker dürften Sie allerdings Recht haben, die Design-Studie ist eindeutig.

Viele Grüße
Wolfgang-D. Richter
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Skyliner

geschrieben von: jenswinnig

Datum: 31.05.12 00:05

Skyliner wird in Braunschweig der Bus 1105 genannt, welcher die Braunschweiger Stadtansicht als Werbung trägt. Solaris Urbino 18 mit getönten Scheiben und Klimaanlage.
Optionen:

"Wo ist denn das Problem mit Solaris?"

geschrieben von: 6083

Datum: 31.05.12 05:41

Nico Kunze schrieb:
-------------------------------------------------------
> Und mal nebenbei bemerkt... die ach so tollen
> MAN-Busse kommen auch zumeist aus Polen

Ja, das merkt man an den Lion's City Gelenkbussen der üstra, die kommen "von einem Dorf weiter", als Solaris!


> Wo ist denn das Problem mit Solaris?
> Solaris bietet für niedrige Preise komfortable
> Busse an.

Selten so gelacht! Komfortabel??? In den Urbino12 der üstra kann man auf den wenigsten Plätzen vernünftig sitzen, da alles viel zu eng gebaut und der Heckbereich durch den stehenden Motor völlig verbaut ist! Einzig in den Urbino18 Hybrid kann man gut sitzen. Alles in allem sind die Solaris-Busse sowohl bei Fahrgästen als auch Fahrpersonal extrem unbeliebt, beim Personal eher noch mehr, aber das wird ja nicht gefragt.

Gerade die Urbino12 (die ältesten von 2006) klappern teilweise schon an allen Ecken und Enden, dass man Angast haben muß, dass die jeden Moment auseinander fallen! Gleiches gilt für die Lion's City G, da merkt man dann auch sehr schnell die Herkunft! Sogar bei den noch fast neuen Urbino18 Hybrid (in Dienst gestellt September 2011) machen sich erste Verarbeitungsmängel bemerkbar!


Wysotzki schrieb:
-------------------------------------------------------
> Bisher hat nur Posen
> diesen Typ, und dort ist man sehr zufrieden mit
> den bereits gelieferten Exemplaren!

Na die müssen das ja wohl auch so sagen, sonst würde man ja dem Export einen Bärendienst erweisen!

Gruß
Christian
Optionen:

Re: Artikel der BZ

geschrieben von: 6083

Datum: 31.05.12 05:49

light.rail_transit zitiert die BZ:
-------------------------------------------------------

> "Auch der sogenannte Skyliner, das Flaggschiff der
> Verkehr-AG-Busflotte, stammt von Solaris.

Zum Thema Skyliner wurde ja schon genug geschrieben, das zeigt mal wieder die Kompetenz der Medien.


> Dort hat sich Dirk Fischer, der bei der
> Verkehrs-AG für die Neubeschaffung zuständig war,
> die Bahnen angeschaut. „Es gibt keinen Grund für
> Vorbehalte“, lautet sein Urteil. Das Unternehmen
> habe fehlendes Wissen eingekauft und erfülle
> sämtliche Ansprüche der Verkehrs-AG."

Na dann können die Ansprüche ja nicht sehr hoch sein, und wenn man einen stinknormalen Urbino18 nur wegen einer Vollwerbung schon zum "Flgschiff" macht, dann sagt das auch schon eine Menge aus.

Gruß
Christian
Optionen:

Re: Artikel der BZ

geschrieben von: jenswinnig

Datum: 31.05.12 09:17

6083 schrieb:
-------------------------------------------------------
> light.rail_transit zitiert die BZ:
> --------------------------------------------------
> -----
>
> > "Auch der sogenannte Skyliner, das Flaggschiff
> der
> > Verkehr-AG-Busflotte, stammt von Solaris.
>
> Zum Thema Skyliner wurde ja schon genug
> geschrieben, das zeigt mal wieder die Kompetenz
> der Medien.
>
>
>
> Na dann können die Ansprüche ja nicht sehr hoch
> sein, und wenn man einen stinknormalen Urbino18
> nur wegen einer Vollwerbung schon zum "Flgschiff"
> macht, dann sagt das auch schon eine Menge aus.
>
> Gruß
> Christian

Anbei nun ein Bild vom Solaris mit der Braunschweiger Skyline.

http://www.abload.de/img/0302nu7i.jpg

Es gibt diesen Bus auch als Modell im Kundenzentrum der Braunschweiger Verkehrs-AG und läuft sehr gut, das nur noch wenige Restexemplare vorhanden sind.
Gruß Jens
Optionen:

Wo ist es denn nun?

geschrieben von: Baleine rouge

Datum: 31.05.12 12:09

Zitat:
6083
Selten so gelacht! Komfortabel??? In den Urbino12 der üstra kann man auf den wenigsten Plätzen vernünftig sitzen, da alles viel zu eng gebaut und der Heckbereich durch den stehenden Motor völlig verbaut ist! Einzig in den Urbino18 Hybrid kann man gut sitzen. Alles in allem sind die Solaris-Busse sowohl bei Fahrgästen als auch Fahrpersonal extrem unbeliebt, beim Personal eher noch mehr, aber das wird ja nicht gefragt.
Hat dir das dein Lieblingsbusfahrer auf dem Weg zum Kindergarten erzählt?
Immer diese lächerlichen Verallgemeinerungen wie "bei(m) Fahrpersonal", "bei Fahrgästen".
Jetzt mal Butter bei die Fische: Wen hast du befragt, wie groß ist deine Grundgesamtheit und in welchen Städten hast du dich noch informiert, Hannover ist schließlich nicht der Nabel der Welt? Stehende Motoren gibt es auch bei anderen Herstellern, also was genau kriegt Solaris nicht auf die Reihe?
Bei der üstra selbst klingt das so:
Zitat:
üstra
„Mit Solaris setzen wir wieder auf die Busse vom Typ Urbino, die von unseren Fahrgästen sehr geschätzt werden und sich auch bei unserem Fahrpersonal und in den Werkstätten bewährt haben“
Quelle: [www.uestra.de]
Möchtest du Geschichten aus anderen Städten über andere Hersteller hören? Allein vom Standort des Herstellungswerks auf die Qualität zu schließen, ist einfach nur dumm. Mercedes lässt sein Flaggschiff sogar noch weiter im Osten bauen.

Zitat:
Na die müssen das ja wohl auch so sagen, sonst würde man ja dem Export einen Bärendienst erweisen!
Falls die Busse wirklich so schlecht sind, wäre das ein noch größerer Bärendienst.
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Re: Liebe Kritiker, es gibt keinen Grund für Vorbehalte (siehe Artikel der BZ)

geschrieben von: NVB

Datum: 31.05.12 13:00

"Ansonsten stimme ich Dir zu, dass die Vorbehalte gegen Solaris wenig Substanz haben. Es gibt wohl keine Busse und keine Straßenbahnen, die rundum völlig zufriedenstellen, aber Solaris scheint mir nicht negativ herauszustechen, eher im Gegenteil."

Ein Hersteller kann nicht besser sein als die zu Grunde liegende Konstruktion und die Konstruktion steht und fällt mit dem Können, mit dem Wissen und den Erfahrungen der Konstrukteure. Angesichts der zunehmenden Ausrüstungsvielfalt nicht nur bei Straßenbahnen ist die GT-Konstruktion eindeutig die zukunftsfähigere. Was nicht bedeuten soll, dass die Multiglenker per se schlecht sind. Solange jedoch sehr viel auf Bestandsnetzen mit Achslast-Beschränkungen gefahren werden muss, ist jedes zusätzlich Radpaar ein Segen. Und Radpaare, die in symmetrischer Anordnung nur das Gewicht ihres eigenen Wagenkastens samt Inhalt tragen müssen, laufen ausgeglichener und verschleißen damit weniger. Hinzu kommt, dass die Gelenke zwischen den Wagenkästen nur eine verbindende und keine tragende Funktion haben (müssen).

Doch die GT's hatten auch ihre Tücken. Darüber hinaus gilt die Konstruktion als zu wenig anpassungsfähig an Kundenwünsche, was mit dazu geführt, dass die Multigelenker hoffähig (gemacht) wurden. Aber warum werden Busse allerorten in Standard-Längen von 12, 18 und 25 Meter klaglos akzeptiert und Straßenbahnen im typischen 9-Meter-GT-Raster mit 18, 27 und 36 Meter Länge viel zu oft nicht? Es ist müßig zu diskutieren, ob der Tramverkäufer versäumt hat, seine Kunden über evidente Konstruktion-Grenzwerte aufzuklären oder ob der Tramkunde meint, alles (viel) besser zu wissen. Denn "Tücken" sind in der Regel lösbar, sofern man entsprechend qualifiziertes Personal mit diesbezüglich langjähriger Erfahrung hat.

Und genau an diesem Punkt hat Solaris in Jena mit einem sicherlich nicht kostendeckenden Miniauftrag das Richtige gemacht. Man hat sich Konstrukteure der damaligen MAN-AEG-GHH-GT-Entwicklung ins Boot geholt, die nicht nur wissen, wie man die Dinger baut, sondern vor allem genau wissen, wie man sie nicht bauen darf. So ist das ursprüngliche GT-Drehgestell einer der Schwachpunkte der Konstruktion mit nur einem angetriebenen Radpaar und einer bewusst ungleichmäßigen Achslast, um wenigstens 66 Prozent Adhäsion zu erreichen.

Warum sollen es die ex-GT-Konstrukteure bei Solaris nicht schaffen - anders als Siemens mit dem Seitenlängsantrieb - ein Drehgestell mit zwei angetriebenen Radpaaren, gleichmäßiger Radpaarlast und damit weniger entgleisungsfreudig zu entwickeln? Wenn es dann noch als 1:1-Ersatz für die bisherigen GT-Drehgestelle gelänge, sitzt Solaris plötzlich in einer verdammt breiten Marktnische und wird den bisherigen Anbietern das Fürchten lernen. Schließlich umfasste der europäische Straßenbahn-Niederflurmarkt samt Vorderasien in den letzten 12 Jahren rund fünf Milliarden Euro und in etwa fünf Jahren stehen europaweite Neubestellungen in erheblichem Umfang an. Wohl dem Hersteller, der mit einem zukunftsfähigen und ausgereiften Produkt darauf gut vorbereitet ist.

Nach erfolgreicher Überwindung aller Kinderkrankheiten wird die von Bombardier aufgegebene und von Siemens neu entdeckte GT-Baureihe wieder Triumphe auf deutschen Gleisen feiern. Solaris scheint die Zeichen der Zeit erkannt zu haben: Eine solide deutsche Konstruktion in etwas preiswerterer polnischer Fertigung ...



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2012:05:31:13:03:40.
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Re: Liebe Kritiker, es gibt keinen Grund für Vorbehalte (siehe Artikel der BZ)

geschrieben von: McSauerkraut

Datum: 31.05.12 15:04

Moin zusammen,

sorry, wenn ich zum Einstieg stänkere - aber das ist mal wieder typisch für dieses Forum: Erst rumlästern, dann (vielleicht, falls man vor lauter s...stormen überhaupt die Zeit dazu findet) sich informieren.

Ob die Wagen, die die BsVAG nun bestellt was, taugen, wird sich erst im harten Alltag zeigen. Punkt, und zu behaupten, nur weil die aus Polen kommen, sei es Schrott, der schaue sich doch bitte mal an, was so in den letzten Jahren von hiesigen Herstellern so alles zusammengestümpert wurde... (ich denke an Produkte aus Uerdingen oder Pankow).

In der Tat handelt es sich um vierteilige GT8-N, also die Version, die Solaris auch nach Jena liefert. Die Entscheidung ist aufgrund einer Ausschreibung gefallen, an der sich wohl außer Solaris (zusammen mit Vossloh-Kiepe - die Elektrik dürfte also sehr bewährt sein) noch einige andere Hersteller beteiligt haben - die drei großen Alstom, Bombardier und Siemens waren - zumindest soweit ich das bei der BsVAG eruieren konnte - nicht dabei.

Auch wurde kein 70%-NF angeboten, was bedauerlich ist.

Alstom hat sich derzeit fast völlig aus dem deutschen Straßenbahnfahrzeugmarkt zurückgezogen, ich kann mir aber ehrlich gesagt auch keinen Citadis auf den runtergefahrenen Gleisen vorstellen, die es in Brausnchweig an machen Stellen so gibt (von teilweise miserabel gewarteten weichen, Kurven ohne Übergangsbögen und anderen will ich hier gar nicht erst anfangen).

Ausschlaggebend für die Entscheidung war - natürlich - letzten Endes der Preis: 2,2 Mio.- für ein 36 m langes Fahrzeug mit rund 200 Plätzen sind nun mal ein gewichtiges Argument - die NGT8-D kosteten mit 12 Wagen mindestens in der Summe soviel wie die jetzige 15-Wagen Serie (Preisstand dabei 2006!).

Über die Qualität der Solaris-Busse kann man lange streiten, Fahrgäste empfinden das anders als z.B. Werkstattleute - die sind von den Bussen meist ziemlich angetan (Zitat: Da finde ich wenigsten die richtigen Kabel am angegebenen Ort. Zitat Ende).

Letzendlich handelt es sich bei dem Fahrzeug um einen Wagen auf dem Niveau des Avenio - die Fahrwerke werden nicht den alten GTX-N entsprechen, sondern möglicherweise abgewandelte Combino-Plus Fahrwerke sein, also nicht starr, sondern "Quasi"-Drehgestell. Auch die Gelenkkonstruktion wird sich - hoffenltich - positiv unterscheiden.

Noch ein paar Details: dass die BZ den Prototyp ihren Lesern zeigt, ist für dieses Blatt typisch, es gibt allerdings bisher nur eine Design-Studie, die unter : [www.braunschweiger-verkehrs-ag.de/] ansehbar ist.

Da kann man auch deutlich erkennen, dass es ein Vierteiler ist.

Und ansonsten: Wie die fahren, wird sich zeigen und für den Rest stimme ich Rolf Hafke zu!

Bis denne

McS



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2012:05:31:15:10:55.
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Re: Liebe Kritiker, es gibt keinen Grund für Vorbehalte (siehe Artikel der BZ)

geschrieben von: Black Eyed

Datum: 31.05.12 15:49

NVB schrieb:
-------------------------------------------------------
> Ein Hersteller kann nicht besser sein als die zu
> Grunde liegende Konstruktion und die Konstruktion
> steht und fällt mit dem Können, mit dem Wissen und
> den Erfahrungen der Konstrukteure. Angesichts der
> zunehmenden Ausrüstungsvielfalt nicht nur bei
> Straßenbahnen ist die GT-Konstruktion eindeutig
> die zukunftsfähigere. Was nicht bedeuten soll,
> dass die Multiglenker per se schlecht sind.

Persönlich favourisiere ich da aber lieber die Gelenkwagen (100% Niederflur halte ich doch eher für verzichtbar. Von der Struktur her gefällt mir der Tango, gerade weil bei ihm gegenüber dem Bombardier-Konkurrenzmodell alle Türen stets in einen stufenlosen Fahrgastraum führen.
Ich habe deswegen Bedenken, (nur) die GT-Konstuktion als die zukunftsfähigere anzusehen, zumal das je Antriebs(fahr/dreh)gestell auch recht verbaute Innenräume erzeugen kann.

> Doch die GT's hatten auch ihre Tücken. Darüber
> hinaus gilt die Konstruktion als zu wenig
> anpassungsfähig an Kundenwünsche, was mit dazu
> geführt, dass die Multigelenker hoffähig (gemacht)
> wurden. Aber warum werden Busse allerorten in
> Standard-Längen von 12, 18 und 25 Meter klaglos
> akzeptiert und Straßenbahnen im typischen
> 9-Meter-GT-Raster mit 18, 27 und 36 Meter Länge
> viel zu oft nicht? Es ist müßig zu diskutieren, ob
> der Tramverkäufer versäumt hat, seine Kunden über
> evidente Konstruktion-Grenzwerte aufzuklären oder
> ob der Tramkunde meint, alles (viel) besser zu
> wissen. Denn "Tücken" sind in der Regel lösbar,
> sofern man entsprechend qualifiziertes Personal
> mit diesbezüglich langjähriger Erfahrung hat.

So einfach würde ich es nicht sagen, zumal du auch die seltenere Busgrößen zwischen 11 und 18 sowie unter 11 Metern auslässt, die aber auch noch mancherorts verkehren. Entsprechend sind aber auch die Werkstätten und die Fahrwege ausgelegt. Bei Straßenbahnen gibt es aber sehr individuelle Sachzwänge.
Ich denke da beispielsweise an die deswegen verkürzt gelieferten Großraumwagen in Kiel oder aber die schmalen Wagen Duisburgs.

Im Fall von Frankfurt kann ich beispielsweise sagen: Haltestellenanlagen sind auf knapp 30 m lange Fahrzeuge ausgelegt, aber limitierender ist die Hauptwerkstätte, die nur einen gewissen Achsabstand zwischen erster und letzter Achse zulässt...
Für Frankfurt hätte die 27 m-Version eher zu wenig Kapazität, die 36 m-Version benötigt aber eine ganz neue Hauptwerkstätte... Sowas geht dann eben nicht. Und so etwas anzupassen kann dann schnell recht teuer werden. Vor allem, wenn es günstigere Lösungen gibt (und die 30 m-Version ist mittlerweile nicht nur nach Frankfurt verkauft worden).

Was das Stänkern gegen Solaris angeht: Ich denke, es liegt sehr daran, dass es eine polnische Firma ist und keine bspw. deutsche. Und dann fangen die Vorurteile aus der Schublade an.
Die Qualität und die Zufriedenheit mit einem Fahrzeugtyp ist aber neben der Konstruktion auch von der Werkstatt abhängig, die sich eben auf die Fahrzeuge auch einstellen müssen.
Wie zufrieden man mit Solaris-Bussen ist, wage ich auch deswegen nicht zu beurteilen. Fakt ist jedenfalls, dass es Unternehmen gibt, die zu anderen Marken wechselten und andere, die weitere Solaris-Busse kaufen.

> Und genau an diesem Punkt hat Solaris in Jena mit
> einem sicherlich nicht kostendeckenden Miniauftrag
> das Richtige gemacht.

Und in der Unternehmenspolitik von Solaris muss man davon ausgehen, dass man in Jena auch nur deswegen angeboten hat, weil man größeres Potential in der Konstruktion gesehen hat.

> Nach erfolgreicher Überwindung aller
> Kinderkrankheiten wird die von Bombardier
> aufgegebene und von Siemens neu entdeckte
> GT-Baureihe wieder Triumphe auf deutschen Gleisen
> feiern. Solaris scheint die Zeichen der Zeit
> erkannt zu haben: Eine solide deutsche
> Konstruktion in etwas preiswerterer polnischer
> Fertigung ...

Meines Wissens nach ist man Mainz weiterhin nicht besonders begeistert von den GT6M, als Fahrgast bin ich es (dort) aber auch nicht.

Gruß Black Eyed

Ob Leipzig, Chemnitz, Dresden oder Meißen - es ist ganz egal, wie die Käffer heißen
Ob Wurzen, Döbeln, Crimmitschau - überall Opiumfelder und Weinanbau




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2012:05:31:23:36:12.
Optionen:

Gibt es bereits eine BOStrab-Referenz...?

geschrieben von: ASa

Datum: 31.05.12 17:26

Hallo,

die Zulassung nach BOStrab ist ja "nicht ohne".

Gibt es bereits ein Referenzfahrzeug, dass eine BOStrab-Zulassung hat?

Grüße!

Asa

----------------------------------
Meine Windmühlenflügel sind:

Humorlosigkeit in Internetforen.

Ich weiß, es ist fast aussichts-
los, aber wer aufgibt, hat schon
verloren.

-----------------------------------
Optionen:

? zu Kenntnis des Braunschweiger Gleisnetzes

geschrieben von: Tw15

Datum: 31.05.12 17:27

McSauerkraut schrieb:
-------------------------------------------------------

>
> Alstom hat sich derzeit fast völlig aus dem
> deutschen Straßenbahnfahrzeugmarkt zurückgezogen,
> ich kann mir aber ehrlich gesagt auch keinen
> Citadis auf den runtergefahrenen Gleisen
> vorstellen, die es in Brausnchweig an machen
> Stellen so gibt (von teilweise miserabel
> gewarteten weichen, Kurven ohne Übergangsbögen und
> anderen will ich hier gar nicht erst anfangen).
>

...
> Bis denne
>
> McS


Hallo,
mangels genauer örtlicher Kenntnis kann ich das Braunschweiger Netz im Hinblick auf den Gleiszustand und
die Trassierungselemente nicht detailliert beurteilen.
Bei meinem letzten Besuch vor ca. 3 Jahren konnte ich allerdings schon hier und dort einige Abschnitte erkennen,
die dringend der Schienenpflege bedurften.
Besonnders wunderte mich, wie viele Stellen stark verriffelt waren.
M.W. hatte sich der Betrieb doch etxtra ein Zweiwegefahrzeug mit Schleifeinrichtung gekauft.
Das sollte doch für die regelmäßige Riffelbekämpfung ausreichen.
So groß ist das Netz nun auch wieder nicht.

Was mich vielmehr verwundern würde, wäre die Tatsache, es gäbe Kurven (Gleisbögen sind gemeint?) ohne Klothoiden?
Das wäre nun wirklich nicht mehr Stand der Technik und manche Aufsichtsbehörden schauen sehr genau daruf,
dass Übergangsbögen geplant und auch eingebaut werden.

Ist noch erinnerlich, wo Gleisbögen ohne Klothoiden vorhanden sind?
Optionen:

Anpassungsfähigkeit des GTx bzgl. der Länge

geschrieben von: light.rail_transit

Datum: 31.05.12 18:05

NVB schrieb:
-------------------------------------------------------
> Doch die GT's hatten auch ihre Tücken. Darüber
> hinaus gilt die Konstruktion als zu wenig
> anpassungsfähig an Kundenwünsche, was mit dazu
> geführt, dass die Multigelenker hoffähig (gemacht)
> wurden. Aber warum werden Busse allerorten in
> Standard-Längen von 12, 18 und 25 Meter klaglos
> akzeptiert und Straßenbahnen im typischen
> 9-Meter-GT-Raster mit 18, 27 und 36 Meter Länge
> viel zu oft nicht?

Hallo

Spätestens seit der Solaris Tramino-Bestellung aus Jena wissen wir jetzt, daß auch Längen außerhalb der 9-Meter-GTx-Rastermasse (18, 27, 36, 45, 54, 63 und 72 m) umsetzbar sind. Der dreiteilige "Tramino Jena" wird 29 Meter lang, der vierteilige "Avenio" für Den Haag 35 m. Ist die GTx-Konstruktion in der Fahrzeuglänge also doch anpassungsfähiger als bisher angenommen?


Gruß





1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2012:05:31:18:07:20.
Optionen:

Re: Anpassungsfähigkeit des GTx bzgl. der Länge

geschrieben von: NVB

Datum: 31.05.12 18:19

"Ist die GTx-Konstruktion in der Fahrzeuglänge also doch anpassungsfähiger als bisher angenommen?"

Es kommen neue Gedanken ins Spiel, die früher abgelehnt wurden. Das 9-Meter-Raster entstand ja aus einer durchschnittlichen Netzstruktur. Hat man größere Lichtraumprofile zur Verfügung, passt auch ein 10-Meter- oder 9,70 Meter Raster. Bekomme ich das Tor der Abstellhalle nicht zu, kann ich problemlos zwei Segmente um je einen halben Meter verkürzen. Gehen tut das alles, doch auf die großen längenmäßigen Freiheitsgrade bei den Multigelenker-Sänften - sofern die Radlast akzeptabel bleibt - muss ich beim GTx-Konzept leider verzichten ...
Optionen:

Liefervertrag aus dem Supplement des EU-Amtsblatts

geschrieben von: light.rail_transit

Datum: 31.05.12 21:34

[ted.europa.eu]

Die Bahnen werden demnach einen vollklimatisierten Fahrgastraum erhalten. Zudem besteht eine Option für drei weitere Bahnen.

Optionen:

Noch nicht...

geschrieben von: Thomas Wedekind

Datum: 31.05.12 23:12

... die Aufgabe müssen Jenaer Nahverkehrsgesellschaft und Thüringer TAB gemeinsam mit Solaris stemmen. Die "Umgänglichkeit" der Aufsichtsbehörde kenne ich nicht, aber die JeNah kennt den Vorläufertyp mittlerweile vermutlich besser als der Hersteller und kann da intensiv beratend tätig werden. Vernünftigerweise sollte man die Braunschweiger gleich mit einspannen.

Gruß Thomas
Optionen:

Re: Anpassungsfähigkeit des GTx bzgl. der Länge

geschrieben von: Thomas Wedekind

Datum: 31.05.12 23:24

light.rail_transit schrieb:
-------------------------------------------------------

> Spätestens seit der Solaris Tramino-Bestellung aus
> Jena wissen wir jetzt, daß auch Längen außerhalb
> der 9-Meter-GTx-Rastermasse (18, 27, 36, 45, 54,
> 63 und 72 m) umsetzbar sind. Der dreiteilige
> "Tramino Jena" wird 29 Meter lang, der vierteilige
> "Avenio" für Den Haag 35 m. Ist die
> GTx-Konstruktion in der Fahrzeuglänge also doch
> anpassungsfähiger als bisher angenommen?

Die längere Solaris-Front (beim Zweirichter ja doppelt vorhanden) dürfte etwas ausmachen. Beschränkungen bei der Infrastruktur bei den hier betrachteten Dimensionen hat Jena auch nicht, 35-m-Züge wären an sich möglich (die letzten Zweiachserzüge mit der Länge sind erst vor 9 Jahren außer Betrieb gegangen).

Gruß Thomas
Optionen:

Re: Mein Beileid!

geschrieben von: 6091

Datum: 06.06.12 20:04

6083 schrieb:
-------------------------------------------------------
> Wysotzki schrieb:
> --------------------------------------------------
> -----
> > Wieso wisst
> > ihr eigentlich alle schon, das die Solaris
> Bahnen
> > so scheiße sein sollen?
>
> Weil es die Busse auch sind!

Christian (und an alle anderen), Busse sind etwas komplett anderes als Straßenbahnen. Deswegen kann man nicht einfach so behaupten, das die Solaris-Traminos genauso schlecht sind, wie die Solaris-Urbinos! Erstmal abwarten bis die in Braunschweig (und Jena) fahren und sich ein Urteil darüber bilden. Dann kann man darüber meckern oder auch loben. Aber der geneigte Fan verallgemeinert ja gerne, von daher sind ja solche Aussagen echt nicht verwunderlich ;-)

Schöne Grüße,
Christopher
---------------------
Tw 601 gehört nach Hannover ;-)
---------------------

http://www.bilder-hochladen.net/files/7ns6-3a.jpg

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Re: Liebe Kritiker, es gibt keinen Grund für Vorbehalte (siehe Artikel der BZ)

geschrieben von: Türen schließen selbsttätig

Datum: 07.06.12 01:30

@ McSauerkraut: ich gebe Dir völlig Recht. Solaris hat sich auf den Einstieg in den Markt hervorragend vorbereitet und dabei von Anfang an den internationalen Markt ins auge gefasst. Dass man in Posen auf deutsche Spezialisten und deutsche Konstruktion der Schienenfahrzeuge setzt zeugt von dieser Sorgfalt: hier wird mit ausgewiesenen Experten gearbeitet, die Langzeiterfahrung mitbringen. Selbst der polnische Fertigungsvorteil schlägt ja beim Preis nicht mehr gewaltig durch - es ist vor allem der unbedingte Wille zur Kundenorientierung, der von der Geschäftsführung betont wird: der Kunde soll bekommen, was er haben will und das auch in kleineren Stückzahlen und am Ende doch noch bezahlbar. Die bisherigen Ergebnisse sind quantitativ bescheiden, aber qualitativ hervorragend: die Verfügbarkeit des Tramino in Posen liegt bei über 99%. Und Jena wird ein Fahrzeug bekommen, das sich passgenau dem vorhandenen Fahrzeugpark zuordnen lässt. München und nürnberg dürften sich in den Hintern beissen, wenn sie sehen müssen, dass sie ihr Wunschfahrzeug heute (wieder) problemlos haben könnten.... Solaris macht möglich, was die Arroganz der Monopolisten vor wenigen Jahren in Deutschland noch verhindert hat - da musste man nehmen, was man verpasst bekam, auch wenns einem nicht schmeckte. Dank Solaris funktioniert die Marktwirtschaft jetzt wieder, und dafür allein gebührt ihnen Dank und anerkennung!
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