NVB schrieb:
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> Ein Hersteller kann nicht besser sein als die zu
> Grunde liegende Konstruktion und die Konstruktion
> steht und fällt mit dem Können, mit dem Wissen und
> den Erfahrungen der Konstrukteure. Angesichts der
> zunehmenden Ausrüstungsvielfalt nicht nur bei
> Straßenbahnen ist die GT-Konstruktion eindeutig
> die zukunftsfähigere. Was nicht bedeuten soll,
> dass die Multiglenker per se schlecht sind.
Persönlich favourisiere ich da aber lieber die Gelenkwagen (100% Niederflur halte ich doch eher für verzichtbar. Von der Struktur her gefällt mir der Tango, gerade weil bei ihm gegenüber dem Bombardier-Konkurrenzmodell alle Türen stets in einen stufenlosen Fahrgastraum führen.
Ich habe deswegen Bedenken, (nur) die GT-Konstuktion als die zukunftsfähigere anzusehen, zumal das je Antriebs(fahr/dreh)gestell auch recht verbaute Innenräume erzeugen kann.
> Doch die GT's hatten auch ihre Tücken. Darüber
> hinaus gilt die Konstruktion als zu wenig
> anpassungsfähig an Kundenwünsche, was mit dazu
> geführt, dass die Multigelenker hoffähig (gemacht)
> wurden. Aber warum werden Busse allerorten in
> Standard-Längen von 12, 18 und 25 Meter klaglos
> akzeptiert und Straßenbahnen im typischen
> 9-Meter-GT-Raster mit 18, 27 und 36 Meter Länge
> viel zu oft nicht? Es ist müßig zu diskutieren, ob
> der Tramverkäufer versäumt hat, seine Kunden über
> evidente Konstruktion-Grenzwerte aufzuklären oder
> ob der Tramkunde meint, alles (viel) besser zu
> wissen. Denn "Tücken" sind in der Regel lösbar,
> sofern man entsprechend qualifiziertes Personal
> mit diesbezüglich langjähriger Erfahrung hat.
So einfach würde ich es nicht sagen, zumal du auch die seltenere Busgrößen zwischen 11 und 18 sowie unter 11 Metern auslässt, die aber auch noch mancherorts verkehren. Entsprechend sind aber auch die Werkstätten und die Fahrwege ausgelegt. Bei Straßenbahnen gibt es aber sehr individuelle Sachzwänge.
Ich denke da beispielsweise an die deswegen verkürzt gelieferten Großraumwagen in Kiel oder aber die schmalen Wagen Duisburgs.
Im Fall von Frankfurt kann ich beispielsweise sagen: Haltestellenanlagen sind auf knapp 30 m lange Fahrzeuge ausgelegt, aber limitierender ist die Hauptwerkstätte, die nur einen gewissen Achsabstand zwischen erster und letzter Achse zulässt...
Für Frankfurt hätte die 27 m-Version eher zu wenig Kapazität, die 36 m-Version benötigt aber eine ganz neue Hauptwerkstätte... Sowas geht dann eben nicht. Und so etwas anzupassen kann dann schnell recht teuer werden. Vor allem, wenn es günstigere Lösungen gibt (und die 30 m-Version ist mittlerweile nicht nur nach Frankfurt verkauft worden).
Was das Stänkern gegen Solaris angeht: Ich denke, es liegt sehr daran, dass es eine polnische Firma ist und keine bspw. deutsche. Und dann fangen die Vorurteile aus der Schublade an.
Die Qualität und die Zufriedenheit mit einem Fahrzeugtyp ist aber neben der Konstruktion auch von der Werkstatt abhängig, die sich eben auf die Fahrzeuge auch einstellen müssen.
Wie zufrieden man mit Solaris-Bussen ist, wage ich auch deswegen nicht zu beurteilen. Fakt ist jedenfalls, dass es Unternehmen gibt, die zu anderen Marken wechselten und andere, die weitere Solaris-Busse kaufen.
> Und genau an diesem Punkt hat Solaris in Jena mit
> einem sicherlich nicht kostendeckenden Miniauftrag
> das Richtige gemacht.
Und in der Unternehmenspolitik von Solaris muss man davon ausgehen, dass man in Jena auch nur deswegen angeboten hat, weil man größeres Potential in der Konstruktion gesehen hat.
> Nach erfolgreicher Überwindung aller
> Kinderkrankheiten wird die von Bombardier
> aufgegebene und von Siemens neu entdeckte
> GT-Baureihe wieder Triumphe auf deutschen Gleisen
> feiern. Solaris scheint die Zeichen der Zeit
> erkannt zu haben: Eine solide deutsche
> Konstruktion in etwas preiswerterer polnischer
> Fertigung ...
Meines Wissens nach ist man Mainz weiterhin nicht besonders begeistert von den GT6M, als Fahrgast bin ich es (dort) aber auch nicht.
Gruß Black Eyed
Ob Leipzig, Chemnitz, Dresden oder Meißen - es ist ganz egal, wie die Käffer heißen
Ob Wurzen, Döbeln, Crimmitschau - überall Opiumfelder und Weinanbau
1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2012:05:31:23:36:12.