Hallo,
von: sepruecom
> dabei gibt es eine inzwischen weit über hundert Jahre alte Methode, die auch heute noch
> funktioniert, und die Unfallfreiheit garantiert: Der Abschnittsstab. Nur die Bahn darf
> einfahren, deren Fahrer diesen Stab hat. An der Ausweiche muss der andere so lange warten, bis
> er den Stab vom Gegenzug bekommt. Es ist eher ein Wunder, dass sowas nicht schon früher
> passiert ist...
In der Tat ist der Stabblock eine ebenso einfache wie geniale Sicherungstechnologie für eingleisige Abschnitte. Trotzdem ist das Fahren nach Kreuzungsplan auch heute durchaus noch nicht unüblich, auch in Deutschland gibt es mehrere Betriebe, die dieses Verfahren bis heute anwenden. Über Unfälle in eingleisigen Abschnitten ist mir aus diesen Betrieben trotzdem noch nichts bekannt geworden. In aller Regel handelt es sich dabei allerdings um kleinere Überlandbetriebe mit einer recht überschaubaren Zahl von eingesetzten Kursen und Kreuzungsmöglichkeiten. Teilweise wird ergänzend mit "Zugmeldungen" per Funk gearbeitet.
Die Situation in Ostrava, insbesondere die Fahrtenhäufigkeit sowie die Sichtverhältnisse und die Höchstgeschwindigkeit auf dem betreffenden Abschnitt kenne ich allerdings nicht, so daß ich die Eignung der Sicherungstechnologie mit Kreuzungsplan dort nicht beurteilen kann. Offenbar haben sich die beiden Züge ja genau in einer unübersichtlichen Kurve getroffen ...
Auch mein Mitgefühl gilt den Betroffenen und ihren Angehörigen.
der ex-Dresdner
"Der Hauptunterschied zwischen etwas, was möglicherweise kaputtgehen könnte und etwas, was unmöglich kaputtgehen kann, besteht darin, daß sich bei allem, was unmöglich kaputtgehen kann, falls es doch kaputtgeht, normalerweise herausstellt, daß es unmöglich zerlegt oder repariert werden kann."
Douglas Noël Adams (1952 - 2001)
1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2008:04:12:09:09:00.