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 05 - Straßenbahn-Forum 

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[CZ] Ostrava: Schwerer Straßenbahn-Unfall (aktualisiert)

geschrieben von: oaf

Datum: 11.04.08 23:18

Stand: 11.04., 23.30 Uhr

Hallo,

heute Abend kurz vor 18 Uhr sind in Ostrava zwischen den Haltestellen "Koupaliste Poruba" und "Vresina" zwei Straßenbahnen der Linie 5 frontal zusammengestoßen. Es gab drei Tote (ein 79jähriger Mann, ein 4jähriges Kind und eine Frau) und 46 Verletzte, davon 15 schwer.

Ursache für den Unfall war offenbar, daß einer der beiden Fahrer die Kreuzung mit dem Gegenzug nicht abgewartet hat.

Fotos (Quelle: [www.novinky.cz])

http://media.novinky.cz/366/123669-gallery-x9u6p.jpg

http://media.novinky.cz/367/123674-gallery-xwoed.jpg

http://media.novinky.cz/367/123672-gallery-myeaj.jpg

http://media.novinky.cz/367/123670-gallery-pase3.jpg

http://media.novinky.cz/367/123675-gallery-6yr4f.jpg

Gruß
oaf



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2008:04:11:23:31:56.
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Re: [CZ] Ostrava: Schwerer Straßenbahn-Unfall

geschrieben von: StrabaFreund

Datum: 11.04.08 23:27

mein Beileid allen Betroffenen, hoffentlich kommen die Verletzten durch. Andere Berichte sprechen inzwischen von 4 Toten . Besonders das letzte Bild mit der eingeklemmten Frau zeigt, wie es die Wagenteile ineinander geschoben hat - heftig.
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ach du Sch**ße

geschrieben von: railmartin

Datum: 11.04.08 23:31

Hallo,

besonders wenn man vor drei Wochen noch in einer Bahn der Linie 5 gesessen hat und dabei sogar ein Verkehr mit vier Wagen auf der Strecke realisiert wurde ist dieser Unfall umso unverständlicher. Nichtsdestotrotz gilt mein Mitgefühl den Verletzten, den Fahrern beider Bahnen...

Edit: Meiner Meinung nach gleich doppeltes menschliches Versagen: Zum Einen die Aufsicht in der Vresinska und zum anderen der Fahrer des stadtauswärtigen Kurses, anhand der Unfallstelle lässt sich vermuten, daß in der Vresinska gekreuzt werden musste...


Martin



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2008:04:11:23:32:57.
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Weitere Infos

geschrieben von: oaf

Datum: 12.04.08 00:20

Die Meldung über vier Tote stimmt nicht, es sind "nur" drei. Beide Fahrer haben überlebt, einer ist schwer verletzt, der andere konnte noch abspringen.

Die beiden Fahrer haben sich gesehen, als die beiden Bahnen etwa 70 m voneinander entfernt waren. Beide leiteten noch eine Notbremsung ein, die Geschwindigkeit der beiden Bahnen zueinander betrug beim Aufprall etwa 70 km/h.

Auf der eingleisigen Strecke gibt es weder Signale noch sonstige Sicherungseinrichtungen. Der Verkehr wird allein aufgrund des Fahrplans und durch Sichtkontakt geregelt.

Gruß
oaf
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:(

geschrieben von: määähdorn

Datum: 12.04.08 00:29

Zum letzten Bild: Das Rote an der Schulter der Frau ist eine Haltestange, die an einer Stelle ist, an der sie nicht sein sollte. Dass hinter den Feuerwehrleuten auch ein Sanitäter steht, macht mir aber Hoffnung. Auf dem dritten Bild dagegen sehe ich nur Polizisten an der Trage ...
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Re: :(

geschrieben von: sepruecom

Datum: 12.04.08 01:10

dabei gibt es eine inzwischen weit über hundert Jahre alte Methode, die auch heute noch funktioniert, und die Unfallfreiheit garantiert: Der Abschnittsstab. Nur die Bahn darf einfahren, deren Fahrer diesen Stab hat. An der Ausweiche muss der andere so lange warten, bis er den Stab vom Gegenzug bekommt. Es ist eher ein Wunder, dass sowas nicht schon früher passiert ist...

Mein Beileid den Opfern wie auch den Verursachern...

Gruss, sepruecom

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Aus einem sozialistischen System ein kapitalistisches zu machen, ist, wie aus einem Omelett ein intaktes Ei zu machen (Unbekannter Verfasser)
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Re: Stabblock vs. Kreuzungsplan

geschrieben von: ex-Dresdner

Datum: 12.04.08 09:04

Hallo,

von: sepruecom
> dabei gibt es eine inzwischen weit über hundert Jahre alte Methode, die auch heute noch
> funktioniert, und die Unfallfreiheit garantiert: Der Abschnittsstab. Nur die Bahn darf
> einfahren, deren Fahrer diesen Stab hat. An der Ausweiche muss der andere so lange warten, bis
> er den Stab vom Gegenzug bekommt. Es ist eher ein Wunder, dass sowas nicht schon früher
> passiert ist...

In der Tat ist der Stabblock eine ebenso einfache wie geniale Sicherungstechnologie für eingleisige Abschnitte. Trotzdem ist das Fahren nach Kreuzungsplan auch heute durchaus noch nicht unüblich, auch in Deutschland gibt es mehrere Betriebe, die dieses Verfahren bis heute anwenden. Über Unfälle in eingleisigen Abschnitten ist mir aus diesen Betrieben trotzdem noch nichts bekannt geworden. In aller Regel handelt es sich dabei allerdings um kleinere Überlandbetriebe mit einer recht überschaubaren Zahl von eingesetzten Kursen und Kreuzungsmöglichkeiten. Teilweise wird ergänzend mit "Zugmeldungen" per Funk gearbeitet.
Die Situation in Ostrava, insbesondere die Fahrtenhäufigkeit sowie die Sichtverhältnisse und die Höchstgeschwindigkeit auf dem betreffenden Abschnitt kenne ich allerdings nicht, so daß ich die Eignung der Sicherungstechnologie mit Kreuzungsplan dort nicht beurteilen kann. Offenbar haben sich die beiden Züge ja genau in einer unübersichtlichen Kurve getroffen ...

Auch mein Mitgefühl gilt den Betroffenen und ihren Angehörigen.

der ex-Dresdner

"Der Hauptunterschied zwischen etwas, was möglicherweise kaputtgehen könnte und etwas, was unmöglich kaputtgehen kann, besteht darin, daß sich bei allem, was unmöglich kaputtgehen kann, falls es doch kaputtgeht, normalerweise herausstellt, daß es unmöglich zerlegt oder repariert werden kann."
Douglas Noël Adams (1952 - 2001)




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2008:04:12:09:09:00.
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Re: Stabblock

geschrieben von: Jan Bochmann

Datum: 12.04.08 09:37

Guten Tag,

sepruecom schrieb:
-------------------------------------------------------
> dabei gibt es eine inzwischen weit über hundert
> Jahre alte Methode, die auch heute noch
> funktioniert, und die Unfallfreiheit garantiert:
> Der Abschnittsstab. Nur die Bahn darf einfahren,
> deren Fahrer diesen Stab hat. An der Ausweiche
> muss der andere so lange warten, bis er den Stab
> vom Gegenzug bekommt...

Das kann man bei solchen Unfällen immer wieder lesen, es stimmt aber nicht:

Dieses Verfahren funktioniert nur bei einem starren Taktfahrplan, bei dem immer an der selben Stelle gekreuzt wird. Und selbst dann gibt es das Problem mit dem ersten und dem letzten Zug, die extra behandelt werden müssen. Wenn der letzte Zug an unterschiedlichen Tagen zu unterschiedlichen Zeiten fährt, muß man dennoch in den Fahrplan schauen, weil die letzte Kreuzung zu einer anderen Zeit stattfindet. Einen zusätzlichen Zug kann man nur als "Nachzug" oder "Vorzug" einschleusen, d.h. im Konvoi, was zwar für Sonderfahrten geht (z.B. auf der Kirnitzschtalbahn), aber für normalen Betrieb völlig sinnfrei ist: Dann ist der erste Zug voll und der zweite fährt leer hinterher.

Soweit ich es vor ein paar Jahren beobachtet habe:
Auf der betreffenden Strecke bei Ostrava fahren normalerweise 2 Kurse, in der HVZ kommen aber noch 2 oder 3 dazu. Es handelt sich auch nicht um einen starren Takt, d.h. es wird an unterschiedlichen Stellen gekreuzt. Der Stab müßte also manchmal zu einer anderen Kreuzungsstelle "fliegen". Es gab dort auch mal Verstärker-Leistungen mit ZR-Wagen in den Sommerferien, die im eingleisigen Abschnitt stumpf gewendet haben und zurück gefahren sind. Dann hätte sich der Stab also unbedingt auf der einen Seite befinden müssen, obwohl das technologisch nicht unbedingt sinnvoll ist.

Gruss
Jan B.
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[CZ] (Ostrava) Tram-Unfall mit Toten m.L.

geschrieben von: jenswinnig

Datum: 11.04.08 22:58

[www.newsclick.de]
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Re: [CZ] (Ostrava) Tram-Unfall mit Toten m.L.

geschrieben von: Ex-Tramy

Datum: 11.04.08 23:49

Schlimm, schlimm, schlimm.

dpa spricht von vier Toten. Darunter zwei Kinder, einer der beiden Straßenbahnfahrer und eine Frau.

Das tschechische Fernsehen zeigte inzwischen erste Bilder vom Unglücksort.

[www.nova.cz]

(Möglicherweise ist der Link nur zeitweise verfügbar.)
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Re: [CZ] (Ostrava) Tram-Unfall mit Toten m.L.

geschrieben von: oaf

Datum: 11.04.08 23:53

Ex-Tramy schrieb:
-------------------------------------------------------
> Schlimm, schlimm, schlimm.
>
> dpa spricht von vier Toten. Darunter zwei Kinder,
> einer der beiden Straßenbahnfahrer und eine Frau.

Die Meldung über vier Tote hat sich nicht bestätigt. Es sind "nur" drei Tote. Beide Fahrer haben überlebt, einer ist schwer verletzt, der andere konnte noch abspringen.

Gruß
oaf
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Re: :(

geschrieben von: Re465

Datum: 12.04.08 11:23

määähdorn schrieb:
-------------------------------------------------------
> ... Auf dem dritten Bild dagegen
> sehe ich nur Polizisten an der Trage ...

Im Gegensatz zum Fotograf kümmern die sich aber um die Opfer.
Nix gegen Unfallfotos, aber müssen denn die noch mitten im Rettungsgeschehen gemacht werden?

Gruß, Ralf

Wer sehen will was der RMV unter "Kundenservice" und "Kundenkontakt" versteht möge bitte hier klicken
http://www.ralf-gunkel.de/header/header.jpg
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Re: Stabblock

geschrieben von: kaufhalle

Datum: 12.04.08 12:19

Jan Bochmann schrieb:
-------------------------------------------------------
> Einen zusätzlichen Zug kann man
> nur als "Nachzug" oder "Vorzug" einschleusen, d.h.
> im Konvoi, was zwar für Sonderfahrten geht (z.B.
> auf der Kirnitzschtalbahn), aber für normalen
> Betrieb völlig sinnfrei ist: Dann ist der erste
> Zug voll und der zweite fährt leer hinterher.

Diese "völlig sinnfreie" Verfahrensweise war bei der Thüringerwaldbahn zu DDR-Zeiten in der HVZ gängige Praxis. In Jena hat man das von 1994 bis 1998 auf der Strecke nach Jena-Ost in der Frühspitze auch so praktiziert.

> Soweit ich es vor ein paar Jahren beobachtet
> habe:
> Auf der betreffenden Strecke bei Ostrava fahren
> normalerweise 2 Kurse, in der HVZ kommen aber noch
> 2 oder 3 dazu. Es handelt sich auch nicht um einen
> starren Takt, d.h. es wird an unterschiedlichen
> Stellen gekreuzt. Der Stab müßte also manchmal zu
> einer anderen Kreuzungsstelle "fliegen". Es gab
> dort auch mal Verstärker-Leistungen mit ZR-Wagen
> in den Sommerferien, die im eingleisigen Abschnitt
> stumpf gewendet haben und zurück gefahren sind.
> Dann hätte sich der Stab also unbedingt auf der
> einen Seite befinden müssen, obwohl das
> technologisch nicht unbedingt sinnvoll ist.

Diese Verfahrensweise zusammen mit den berichteten 70 km/h finde ich dann aber doch ziemlich bedenklich. Beim Fahren nach Kreuzungsplan wird normalerweise weitaus gemächlicher gefahren.
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Re: Stabblock

geschrieben von: sepruecom

Datum: 12.04.08 12:43

die berichteten 70 km/h galten als Crashgeschwindigkeit, also hatten beide Fahrzeuge jeweils ca. 35 km/h drauf. Immerhin hatten die Bahnen bereits einen gewissen Bremsweg hinter sich, somit konnten sie auch nicht High Speed fahren (und schneller als 75 km/h werden Tatras für gewöhnlich nicht, die sind meist bei 65 km/h abgeriegelt)

Gruss, sepruecom

I love deadlines. I like the whooshing sound they make as they go by. (Douglas Adams)

Aus einem sozialistischen System ein kapitalistisches zu machen, ist, wie aus einem Omelett ein intaktes Ei zu machen (Unbekannter Verfasser)
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Re: Stabblock

geschrieben von: kaufhalle

Datum: 12.04.08 12:48

sepruecom schrieb:
-------------------------------------------------------
> die berichteten 70 km/h galten als
> Crashgeschwindigkeit, also hatten beide Fahrzeuge
> jeweils ca. 35 km/h drauf. Immerhin hatten die
> Bahnen bereits einen gewissen Bremsweg hinter
> sich, somit konnten sie auch nicht High Speed
> fahren (und schneller als 75 km/h werden Tatras
> für gewöhnlich nicht, die sind meist bei 65 km/h
> abgeriegelt)

Stimmt. Ich nehme alles zurück.
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Re: :(

geschrieben von: dt8.de

Datum: 12.04.08 13:16

Erstmal mein herzliches Beileid allen Opfern.

sepruecom schrieb:
-------------------------------------------------------
> dabei gibt es eine inzwischen weit über hundert
> Jahre alte Methode, die auch heute noch
> funktioniert, und die Unfallfreiheit garantiert:
> Der Abschnittsstab. Nur die Bahn darf einfahren,
> deren Fahrer diesen Stab hat.

Aber wenn soetwas lese, dann kommt mir wieder die Galle hoch. Noch sind keine Ursachen geklärt, aber schon liest man hier "so oder so wär das aber nicht passiert".

*Wie* bitte sehr soll ein solches Stabverfahren Unfallfreiheit garantieren? Löst ein fehlender Stab eine Zwangsbremsung aus oder was?
Das einzige, wobei ein Stab hilft ist im Falle eines Falles "den Schuldigen" zu bestimmen, mehr nicht. Ansonsten kann ein fehlender Stab genauso missachtet werden wie ein im Fahrplan eingetragener Kreuzungshalt. Vielleicht verringert ein Stabverfahren die Unfallwahrscheinlichkeit, aber mehr nicht, und auch das ist nicht sicher.

http://www.fahrzeuglisten.de/signlogo.php

Bahnforum Stuttgart: [www.bahnforum-s.de] Für alle mit Interesse am Bahn- und Busverkehr im Großraum Stuttgart.
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Re: :(

geschrieben von: kaufhalle

Datum: 12.04.08 13:29

dt8.de schrieb:
-------------------------------------------------------
> Vielleicht verringert
> ein Stabverfahren die Unfallwahrscheinlichkeit,
> aber mehr nicht

Ist das nix?

> und auch das ist nicht sicher.

Doch, ist es. Es schützt nicht vor grober Fahrlässigkeit, aber es schützt vor Fahrlässigkeit.
Optionen:

Re: möglicher Unfallhergang

geschrieben von: Vincent Ertel

Datum: 12.04.08 14:11

Hallo,

ein sehr bedauerlicher Vorfall. Vorallem, wenn man vor zwei Monaten noch selbst mit 902 und 810 auf der gleichen Strecke unterwegs war :-( Hoffentlich wird sich die Opferzahl nicht noch weiter erhöhen! Wer nun Schuld war, werden die Untersuchungen sicher herausstellen.

Für diejenigen, die sich die Situation auf der Strecke nicht genau vorstellen können hier nochmals eine Schilderung: Zum Unfallzeitpunkt (17:53) bestand auf der Strecke ein Halbstundentakt, welcher gerade auf einen Stundentakt ausgedünnt wurde. Laut Fahrplan sollte die Zugkreuzung schon 17:50 in Vresina stattfinden, was darauf schließen lässt, dass der Zug aus Poruba Vresinska Verspätung hatte. Der Zug aus Zatisi ist also scheinbar planmäßig 17:50 in Vresina losgefahren, sodass es dann 17:53 zu dem Frontalzusammenstoß kam. Der Zug aus Zatisi (K2) war zudem ein einrückender Wagenzug in den Betriebshof Poruba.
Das ist meine Vermutung zum Geschehen. Nachzulesen auch im Fahrplan der Linie 5

Zu der Sicherungstechnik nochmal: In Poruba, Vresinska sitzt ein Mitarbeiter des Verkehrsbetriebes, welcher jeden Zug Richtung Zatisi mit mehreren Pfiffen abfertigt. Der ist auch für die Anschlusssicherung zuständig. Ob das Einfahren in die eingleisigen Abschnitte dann noch mit Funksprüchen signalisiert wird, weiß ich allerdings nicht. Scheinbar nicht. Die Geschwindigkeit auf der gesamten Strecke liegt in Richtung Zatisi meist zwischen 50 und 70km/h (teils bergauf), bergab meist bei 70 und mehr. In wieweit das jetzt bei dieser Fahrt der Fall war, kann ich natürlich nicht sagen.

Ich hoffe ich konnte damit einigen etwas helfen, die die Situation nicht weiter kennen und selbst noch nicht dort waren. Bitte den oberen Text nicht als Schuldzuweisung deuten, es ist nur eine Möglichkeit wie sich der Unfall zugetragen haben könnte.

MfG
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Zum Unfallhergang + weitere Fotos

geschrieben von: oaf

Datum: 12.04.08 15:27

Hallo,

laut verschiedenen tschechischen Nachrichtenseiten fuhr der Fahrer der aus Vresina kommenden, Richtung Stadt fahrenden Bahn ohne Erlaubnis des Dispatchers los, offenbar, um eine Verspätung aufzuholen.

Auf der Strecke sind 60 km/h zugelassen. Der wahrscheinliche Unfallverursacher (K2-Gelenktriebwagen) fuhr 61,4 km/h, sein Bremsweg betrug 37 m, die Geschwindigkeit seiner Bahn beim Zusammenstoß 40 km/h. Die andere Bahn (T3-Doppeltraktion) fuhr mit 55,5 km/h, hatte eine Bremsweg von 36,3 m und eine Aufprallgeschwindigkeit von 32,8 km/h.

Weitere Fotos: [zpravy.idnes.cz]

Gruß
oaf
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Re: Zum Unfallhergang + weitere Fotos

geschrieben von: NVB

Datum: 12.04.08 17:24

Brutale Bilder! Der Schaden der linken/hinteren Bahn ist deshalb so groß, weil die andere Bahn aufgeklettert ist und die Karosse der linken/hinteren Bahn als "Knautschzone" nutzte. Die Frau an der roten Haltestange scheint auf wunderbare Weise überlebt zu haben.

Gruß
Dieter Doege
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