Moin,
die gleichen Fragen wie Manuel, warum die DB in der 50er Jahren noch Wagen mit Bremserhaus beschaffte, habe ich mir auch schon gestellt – oder wie man im Rheinland salopp zu sagen pflegt: Wat soll d’r janze Quatsch? Aufklärende Antworten hierzu waren bislang allerdings nirgendwo zu finden.
Schließlich waren in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts handgebremste Güterzüge schon seit Jahrzehnten Vergangenheit. Der Schutz gegen die Unbilden der Witterung für mitfahrende Bremser war also längst unnötig. Die eventuell an einem Güterwagen vorhandene Handbremse diente einzig und allein dem Zweck, den abgestellten Wagen gegen Wegrollen zu sichern. Hierfür genügt jedoch entweder eine Handbremskurbel an einer offenen Handbremsbühne – wie bei der DB üblich – oder eine bodenbedienbare Radhandbremse – wie z.B. bei vielen ausländischen Bahnen, hier am Beispiel der SNCF, mangels eines greifbaren Vorbildfotos ein Modellfoto:
Das Bremserhaus zur DB-Zeit kann doch wohl kaum den Zweck gehabt haben, den Rangierer für die 10 bis 15 Sekunden, die er zum Festkurbeln oder Loskurbeln der Handbremse braucht, vor Regen zu schützen.
In diesem Zusammenhang muß man weiterhin die Frage stellen, warum nicht auch bei der DB die bodenbedienbare Radhandbremse verwendet wurde. Welchen Sinn soll es haben, den Rangierer erst treppauf – treppab über eine Handbremsbühne zu jagen, um einen Wagen festzubremsen? Um ihn fit zu halten?
Weiterhin ist die Frage interessant, warum es überhaupt Wagen mit und Wagen ohne Handbremse gab. Die Entscheidung, einen Teil der Güterwagen mit und einen anderen Teil ohne Handbremse zu bauen, erscheint inkonsequent. Entweder ist man der Ansicht, einzeln abgestellte Güterwagen könne man genauso gut anderweitig sichern, z.B. mit Hemmschuhen oder Radvorlegern, oder man vertritt die Meinung, zur Sicherung abgestellter Güterwagen sei generell eine Handbremse vonnöten.
Kollege „VB 995“ hat zwar sehr schön und ausführlich die Geschichte der Handbremse aufgezeigt, doch die Frage nach dem Grund der Bremserhäuser noch zur DB-Zeit bleibt danach immer noch offen.
Gruß
Willi