Re: Chemnitz bekommt kein FV mehr ?
geschrieben von: Forumsneuling
Datum: 03.06.12 14:37
In Hanau wird eher aus der Not heraus gehalten. Denn der in Hanau haltende ICE nach Berlin (ICE Linie 11/12) muss aus trassengründen den Frankfurter Hbf 7 Minuten vor der IC/ICE Linie nach Fulda-Dresden verlassen. Um aber nicht unnötig Trassen für beide auf der Kinzigtalbahn (Hanau-Fulda) zu verlieren lässt man beide ab Hanau im Blockabstand fahren. Dazu hält der ICE nach Berlin in Hanau damit dann die genannten ICE Linien Blockabstand ab Hanau haben. Sollte eines Tages die SFS Frankfurt-Fulda kommen dann wird Hanau bis auf Tagesrandverbindungen seine Fernverkehrshalte verlieren.
Wie erwähnt ist Mainz Verknüpfungspunkt zwischen den Rheintal IC´s und den ICE´s der Linie 50 von/nach Frankfurt. Durch die Korrespondenz haben die Fahrgäste aus Bonn/Koblenz eine Fernverkehrsverbindung nach Frankfurt/Main bzw. zum Flughafen Frankfurt. Nur wegen dieser Korrespondenz mit den Rheintal IC´s ist die ICE Linie 50 über Frankfurt hinaus nach Mainz und Wiesbaden verlängert worden. Die ICE Linie 50 hat somit westlich von Frankfurt eine reine Zubringerfunktion. Die Nachfrage aus Mainz und Wiesbaden selber würde eine solche Verlängerung der ICE Linie 50 nicht rechtfertigen, da es aus beiden Städten schnelle (bei Wiesbaden sogar schnellere) RE Verbindungen nach Frankfurt/Main Hbf gibt. Wiesbaden wird von der Linie 50 zudem nur deshalb angefahren, weil dort Platz ist für die Wende. Im Mainzer Hbf sowie im Gleisvorfeld herrscht chronischer Platzmangel. Der Wiesbadener Hbf ist verglichen mit dem herrschenden Verkehr sehr großzügig, weshalb es keine Belegungskonflikte an den Bahnsteigen gibt und der ICE dort in Ruhe seine Wendezeit abstehen kann. Die mit der Eröffnung der SFS Frankfürt-Köln 2002 eingeführte ICE Linie 45 Stuttgart-Mainz-Wiesbaden-Montabaur-Köln hat sich nie rentiert und ist heute mit ein paar Alibizugpaaren ein Schatten seiner selbst. Und dies nur deshalb weil es politischer Wille ist, das Wiesbaden weiter eine ICE Verbindung über die SFS nach Köln hat. Wiesbaden ist somit nur FV Halt weil es sich betrieblich für die Linie 50 anbietet und bei der ICE Linie 45 ein Alibiangebot bestehen bleiben muss. Ansonsten gäbe es auch hier nur SPNV.
Darmstadt liegt nun mal an der besagten IC Linie 26. Diese Linie ist auf dem gesamten Abschnitt gut ausgelastet, vorallem weil sie eine Art Uni-Express ist (so hat es mir mal ein Bahnoberer erzählt). Karlsruhe-Heidelberg-Darmstadt-Frankfurt-Marburg-Göttingen. Will man ab Frankfurt kostengünstig nach Norden bzw. Südwesten fahren, kommt man an dieser IC Linie nicht vorbei, denn die Kontingente für Sparangebote sind abseits der üblichen Tage wie FR/SO sehr üppig. Von daher bei Reisenden mit kleinem Geldbeutel, fehlendem Zeitdruck sowie Studenten/Rentnern sehr beliebt.
Chemnitz erinnert mich eher an Kassel vor der Eröffnung der SFS Würzburg-Fulda-Kassel-Hannover. Zu dieser Zeit gab es nur einen Tagesrand IC (Herkules) von/nach München. Alle anderen IC Züge wurden an Kassel vorbei geführt (Fulda-Bebra-Göttigen), weil der Zeitverlust über Kasssel zu groß war. Chemnitz hätte nur eine Chance auf FV, wenn es denn eine schnelle Strecke nach Erfurt gäbe. Fahrzeit max. 90 Minuten. Dann wären die Fahrzeiten gen Westen/Süden konkurrenzfähig gegenüber dem Auto. Chemnitz hat als Wissenschaftsstadt und "Tor zum Erzgebirge" viel Potential. nur leider sind die Fahrzeiten zu den großen FV-Knotenpunkten Leipzig Nürnberg und Erfurt nicht konkurrenzfähig. Das ist vorallem der schwierigen Mittelgebirgslage geschuldet wo die Strecken eben sehr kurvenreich sind. Und damit schliesst sich der Kreis zu Kassel VOR der Eröffnung der SFS. Denn dort war es nicht anders.