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Für den Bahnhof des Jahres braucht es nur wenige Befürworter

geschrieben von: locomotive breath

Datum: 24.05.12 22:02

[www.allianz-pro-schiene.de]

"Pressemitteilung vom 24.05.2012 Thema: Personenverkehr, Bahnhöfe

Bahnhof des Jahres 2012: Die Lieblingsbahnhöfe der Deutschen
„Nicht der Zollstock regiert, dafür spricht das Gefühl“

Berlin. Wenn die Bahnkunden das Sagen hätten, würde Leipzig im Jahr 2012 noch einmal den Titel „Bahnhof des Jahres“ gewinnen. Der prachtvolle sächsische Kopfbahnhof liegt zur Halbzeit der Nominierungsphase in der Gunst der Reisenden auf dem ersten Platz. Auch andere Siegerbahnhöfe, die den Jury-Preis für höchste Kundenfreundlichkeit schon einmal gewonnen hatten, rangieren im Bürger-Ranking unter den Top Ten der deutschen Großstadt-Bahnhöfe: Mit zum Teil langen Empfehlungsschreiben an die Adresse der Jury qualifizierten die Einsender die Hauptbahnhöfe von Hannover, Berlin und Mannheim erneut als Favoriten des Wettbewerbs. Noch ohne den Ritterschlag der Jury aber bei den Einsendern hoch geschätzt platzierten sich auch die Großstadtbahnhöfe Stuttgart, Köln und Frankfurt am Main auf den vorderen Rängen der Beliebtheitsskala. Nürnberg, Hamburg und Dresden wären nach dem heutigen Zwischenstand ebenfalls dabei, wenn die Jury den zehn Bestplatzierten vor der Siegerkür einen Besuch abstattet – natürlich unangemeldet und incognito. Das Ranking der beliebtesten deutschen Großstadtbahnhöfe ergibt sich aus 1136 Einsendungen (Stand: 19. Mai2012), die Bahnkunden im Rahmen des Wettbewerbs „Bahnhof des Jahres“ seit April an die Allianz pro Schiene geschickt haben.

Auch kleine Bahnhöfe haben große Fans: Auf Platz eins bei den Top Ten der deutschen Kleinstadtbahnhöfe - das sind Städte mit unter 100.000 Einwohnern - liegt das oberbayerische Wasserburg{65 Nominierungen}, gefolgt von dem sächsischen Bad Schandau und dem brandenburgischen Falkenberg an der Elster. Alle drei Bahnhöfe haben vor Ort sehr rührige Unterstützerkreise, die ihre Fans zu Nominierungen anregen. Gleichauf mit Falkenberg liegt das bayerische Lindau (21 Nominierungen). Das Städtchen am Bodensee hat seinen vierten Platz im Ranking wohl der poltischen Debatte um den Umbau des Bahnhofs zu verdanken, während das ebenfalls in Bayern gelegene Aschaffenburg (14 Nominierungen) {Platz 5} die Gunst der Reisenden mit einer Rundum-Modernisierung gewonnen hat.

„Das Ranking der Kleinstadt-Bahnhöfe ist für uns besonders ermutigend“, sagte Jury-Mitglied Flege, „denn leider ist die Mehrheit besonders der kleinen Bahnhöfe in Deutschland in einem unbefriedigenden Zustand.“ Dennoch seien insgesamt nur sechs Prozent der Einsendungen negativ. „Uns schreiben weniger die Nörgler, aber häufiger Menschen, die ihren vernachlässigten Bahnhof mit beißender Ironie empfehlen. Solche Briefe werten wir eher als Hilferuf“, sagte Jury-Mitglied Flege. „Insgesamt sind die Briefe der Bahnkunden ein Beleg, dass die Menschen hochemotional an ihre Bahnhöfe rangehen. Hier spricht nicht der Zollstock, sondern es regiert das Gefühl.“

Zum zweiten Mal in der neunjährigen Geschichte des Wettbewerbs waren auch Privatpersonen aufgerufen, ihren Lieblingsbahnhof zu nominieren. Die Einsender machten von dieser Möglichkeit ausgiebig Gebrauch: Von insgesamt 5400 deutschen Bahnhöfen schafften es 41 Großstadtbahnhöfe und 16 Kleinstadtbahnhöfe mit jeweils mehr als drei Einsendungen auf die Exzellenz-Liste der Allianz pro Schiene. Häufig begründeten die Einsender ihr Votum sehr ausführlich. Nicht in allen Bundesländern ist das Engagement der Bahnreisenden für ihre Bahnhöfe gleich groß. Von rund 1136 Einsendern kamen die meisten aus Bayern (201), Baden-Württemberg (184), Nordrhein-Westfalen (153) und Sachsen (121)."

Die Grafiken entnehme man dem link.

Gruß

locomotive breath ( oder kurz l.b. )
_______________________________________________________
PS: Setzt bitte einen passenden Betreff/Titel über euren Text!

Ein guter Titel über dem Beitrag ist das Tüpfelchen auf dem i für einen wirklich guten Beitrag oder eine wirklich gute Antwort!

Sed in primis ad fontes ipsos properandum! … Vor allem muss man zu den Quellen selbst eilen! (In Abwandlung von Erasmus von Rotterdam (1511))




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2012:05:24:22:02:32.
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Falkenberg... Bad Schandau...? Hohenwulsch! (o.w.T)

geschrieben von: Werntalbahn

Datum: 24.05.12 22:06

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
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Hohenwulsch ja, aber wieso Berlin Hbf?

geschrieben von: Der Zeuge Desiros

Datum: 24.05.12 22:39

Hallo,

ich frage mich immer, was die Jury damals an Mehdorn Gewächshaus so toll fand. Und nun steht der Bahnhof wieder auf der Kandidatenliste. Warum?

Ich finde diesen Bahnhof als besseres Kaufhaus vielleicht geeignet, aber gerade in seiner Funktion als "Verkehrsknoten" für Bahnreisende ist die Anlage die beton-gewordene Unübersichtlichkeit. Wer einmal von den Hallengleisen in die Gruft umgestiegen ist, wird wissen, wieviel Zeit man in Aufzügen verlieren kann - sofern man überhaupt den richtigen erwischt und der dann nicht von einkäufern verstopft ist. Die Roll- und Festtreppen lassen auch keinen direkten Abgang von oben nach unten zu (man muss auf jeder Zwischenetage im Kreis laufen), und das Warten drunten in den kalten, sterilen und nahezu tageslicht-losen Tiefgleisen finde ich allenfalls sinnbildlich für die deutsche Verkehrspolitik: Bahnfahrer unter die Erde.
Ist so etwas preiswürdig?
Die drangvolle Ende in der Fahrkartenausgabe wetteifert mit dem Geschiebe oben auf den Hallengleisen, wenn ein ICE ankommt, dann dieses komische System bei der Gepäckaufgabe, die im ganzen Bahnhof gefühlt 3 Abfahrtspläne... Auch die übrige ÖPNV-Anbindung mit Ausnahme der S-Bahn hat das Niveau eines Kleinstadtbahnhofes. Von der Posse mit den zu kurzen Bahnsteigdächern einmal ganz zu schweigen - das gibt es am Ostbahnhof, in Spandau oder auch am Zoo nicht. Und man braucht beim Umsteigen keinen Kompass.
Sorry, aber was soll aus Bahnkundensicht (!) an diesem Bahnhof so toll sein?

Viele Grüße

Heiko

http://www.desiro.net/Bilanz2012y.jpg




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2012:05:24:22:41:31.
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Re:dem kann ich nur zustimmen.........

geschrieben von: SchrankenThomas

Datum: 24.05.12 23:21

Hallo,


dem kann ich nur zustimmen.........Umsteigefreundlichkeit ist am Berliner Hbf unter aller Sau......deswegen nutze ich nach Aufgabe von Berlin-Zoo als Fernverkehrshalt auch lieber B-Spandau zum umsteigen......
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Re: Hohenwulsch ja, aber wieso Berlin Hbf?

geschrieben von: bahner73

Datum: 25.05.12 07:43

Mal eine Frage (war läünger nicht da): Dauert es immer noch gefühlt länger, bis der Aufzug fertig ist mit Reden, als die Fahrt mit dem Aufzug selber?
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Re: Hohenwulsch ja, aber wieso Berlin Hbf?

geschrieben von: Werntalbahn

Datum: 25.05.12 09:03

Der Zeuge Desiros schrieb:
-------------------------------------------------------

> Sorry, aber was soll aus Bahnkundensicht (!) an
> diesem Bahnhof so toll sein?

Also ich als Bahnkunde finde den Bahnhof effizient und gut.
Ohne Umschweife über die Shoppingmeile kann man von ganz oben bis ganz unten per (Roll-)Treppen umsteigen, dauert flinken Fußes 2-3 Minuten, mit Rennen 90 Sekunden. Mit kurzer Orientierung kommt man mit den Aufzügen (die etwas schneller sein könnten, das stimmt) von überall nach fast überall ohne "Umsteigen". Man kriegt in den Geschäften wirklich alles, was man braucht, vom Hemd auf Dienstreise bis zu guten Lebensmitteln wenn man spät nach Hause kommt. Es gibt mehrere Reisezentren, nette Gastronomie, viele schöne Ein- und Ausblicke, einen Strand mit Liegestühlen direkt vor der Tür...

Nur Westberliner Lokalmief, den sucht man vergebens, das stimmt.
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Re: Hohenwulsch ja, aber wieso Berlin Hbf?

geschrieben von: locomotive breath

Datum: 25.05.12 13:10

[www.dradio.de]

ab 03:05 Minuten
speziell ab 04:25 bzw. 04:44

Volkwin Marg von GMP (Architekt von Berlin Hbf)

ab 05:24
was sich inzwischen geändert hat, ist, dass es gar nicht mehr darauf ankommt,
wie kommod man vorfährt und wie kurz der Weg zum {Verkehrsmittel} ist,
inzwischen ist ein Punkt dazugekommen ...der zweite Punkt ist die
totale Liberalisierung des Einzelhandels ... seit auch ein Bahnhof
ein Schopping-Center geworden ist, verdienen auch die ... mehr ... als durch
... {Verkehrs-}Gebühren und Passagier-Service und das führt dazu, dass ...
automatisch auch ein Einkaufszentrum praktisch reingebaut wird ...
das jetzt alle Leute versammeln will und von dort aus geht es erst weiter ...
führt zur Verlängerung der Wege und zum zweiten ist es eigentlich eine
Belästigung des Kunden
- aber so ist unsere Welt: Es wird alles brutal kommerzialisiert! (06.38)

(Der Text ist eigentlich an den Berliner Flughäfen orientiert).

Gruß

locomotive breath ( oder kurz l.b. )
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Re: Hohenwulsch ja, aber wieso Berlin Hbf?

geschrieben von: Käfermicha

Datum: 25.05.12 19:26

Gut, hatte GMP nicht damals auch Tegel designt?

Also Negativbeispiele wie Heathrow, bei dem man bewusst (kriminell!) das Gate erst kurzfristig bekanntgibt, damit man lange shoppt, sind natürlich nichts. Aber der Flughafen der kurzen Wege wie Tegel ist absolut nicht zeitgemäß, das Design hat extrem viele Schwächen - als man es designt hat, gabs halt noch nicht so viele Paxe und Sicherheitskontrollen.

Ich finde jedenfalls Bahnhöfe und Flughäfen, bei denen man auch was einkaufen kann, um Welten angenehmer als zugige Zweckbauten bei denen man denkt, bloß schnell weg.
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Re: Hohenwulsch ja, aber wieso Berlin Hbf?

geschrieben von: krokogrün

Datum: 25.05.12 19:44

Käfermicha schrieb:
-------------------------------------------------------

> Also Negativbeispiele wie Heathrow, bei dem man
> bewusst (kriminell!) das Gate erst kurzfristig
> bekanntgibt, damit man lange shoppt, sind
> natürlich nichts.

Na, was ist daran kriminell?
Nach einem mal wieder sehr netten Erlebnis in Stuttgart, wo zwei Minuten vor verspäteter Einfahrt per Durchsage der Bahnsteig gewechselt worden ist (Freitag HVZ!), denke ich immer wieder an die Vorteile der Handhabung in Spanien, erlebt beim AVE in Madrid (Kopfbahnhofteil): Man wartet in einem kultivierten Ambiente (einkaufen kann man dort auch), und erst vor Abfahrt wird das Gleis genannt und die Glastüren geöffnet.
Das macht den Betrieb flexibel, den Gegenverkehr Ein- und Aussteiger wird unterbunden, es läuft alles ruhiger. Die Reservierungspflicht nimmt zusätzlich Hektik raus, da kein Gedränge um Plätze. Auch wenn das ganze wohl Sicherheitsgründe hat, ich finde es gut.

Dass die Züge dann auch viel zügiger fahren, ist noch eine andere OT- Geschichte (der Stuttgarter Zug, ein ICE 3, fuhr dann mit 20 Min Verspätung Richtung Mannheim- maximal mit 200km/h- und ich hatte schon gehofft, er dreht richtig auf zum Aufholen auf der NBS- aber da war wohl irgendein IC im Weg).
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Hör dir den Beitrag an!

geschrieben von: locomotive breath

Datum: 25.05.12 20:29

Ja, GMP hat Tegel designt, unter völlig anderen Voraussetzungen als heute.

Tegel war für 2,5 Millionen Reisende jährlich ausgelegt
und wird heute mit 12,5 Millionen betrieben.

Auf das Alles wird im Interview eingegangen!

GMP zeichnet auf für BBI BER verantwortlich,
auch darauf wird eingegangen.

Gruß

locomotive breath ( oder kurz l.b. )
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Re: Hohenwulsch ja, aber wieso Berlin Hbf?

geschrieben von: Luckenwalder

Datum: 27.05.12 20:16

krokogrün schrieb:

>
> Na, was ist daran kriminell?
> Nach einem mal wieder sehr netten Erlebnis in
> Stuttgart, wo zwei Minuten vor verspäteter
> Einfahrt per Durchsage der Bahnsteig gewechselt
> worden ist (Freitag HVZ!), denke ich immer wieder
> an die Vorteile der Handhabung in Spanien, erlebt
> beim AVE in Madrid (Kopfbahnhofteil): Man wartet
> in einem kultivierten Ambiente (einkaufen kann man
> dort auch), und erst vor Abfahrt wird das Gleis
> genannt und die Glastüren geöffnet.
> Das macht den Betrieb flexibel, den Gegenverkehr
> Ein- und Aussteiger wird unterbunden, es läuft
> alles ruhiger. Die Reservierungspflicht nimmt
> zusätzlich Hektik raus, da kein Gedränge um
> Plätze. Auch wenn das ganze wohl Sicherheitsgründe
> hat, ich finde es gut.

Kriminell ist daran im rechtlichen Sinne sicher gar nichts, aber ansonsten hasse ich dieses dämliche Rumgestehe (weil Bänke zB in London ja überhaupt nicht existieren!) in der Querhalle und das Warten auf die gnädige MItteilung, wohin man sich denn nun schleunigst begeben darf, weil dort der Zug anhält.

Und wenn dadurch der Betrieb flexibler wird, dann doch wohl nur für die Bahn, nicht für den Kunden! Und woher nimmst Du die Erkenntnis, dass es dann kein Gedrängel gibt, wenn die Aussteiger den Einsteigern entgegen kommen? Bei Kopfbahnhöfen, wo Dein reservierter Platz ganz vorn ist, darfst Du dann im Eilschritt den ganzen Bahnsteig runterrennen oder irgendwo einsteigen und dich innen durch den Zug schieben, obwohl Du pünktlich vor der Abfahrt da warst. Und wer keinen Platz reserviert hat, bleibt erst recht direkt am Eingang stehen, wenn der Zug gleich kommt oder schon da ist und verteilt sich erst recht nicht über en ganzen Bahnsteig, so dass eben wieder nur wenige Türen genutzt werden und damit Verspätungen vorprogrammiert sind. Das kann man immer sehr schön in Berlin Hauptbahnhof oben erleben, wo man an den Horden direkt neben den Treppen kaum vorbei kommt.

Meine Eltern sind über 70, haben noch nie ein Auto besessen, aber wenn ein solches System in Deutschland eingeführt würde, würdest Du meine Eltern nicht mehr in einen Zug bekommen. Und das obwohl sie gern Bahn fahren, sich rechtzeitig um Fahrkarten, Platzkarten und Gepäckaufgabe kümmern. Aber wenn meine Mutter erst zwei Minuten vor Abfahrt des Zuges gezwungen wird, einen ganzen Bahnsteig runterzuhetzen, dann wird sie nicht mehr mit der Bahn fahren. Meine Eltern kommen pünktlich, suchen sich in aller Ruhe ihr Gleis und den Standort ihrer reservierten Plätze, weil sie eben nicht mehr die schnellsten zu Fuss sind. Dabei würde sie meine Mutter doch mit ihrem Rollator alle über den Haufen rollen können!

Und dein Argument mit dem kurzfristigen Gleiswechsel funktioniert ja nur bei Änderungen im Betriebsablauf - und die sollten in der Form ja eigentlich nicht vorkommen.

der Luckenwalder

Edith: Rechtschreibfehler berichtigt und ein zB eingefügt



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2012:05:27:20:17:51.
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