Hallo HiFo-Freunde,
in meinem Beitrag vom letzten Sonntag war von einer Nebenstreckentour die Rede, bei der ich am frühen Nachmittag den „Steigerwald-Expreß“ aufnahm. Ihr könnt euch vorstellen, daß ich vorher auch schon anderweitig aktiv war. Heute verrate ich euch deshalb, wohin es mich am Morgen verschlagen hatte.
Los ging es mit einem Besuch meiner auserkorenen Lieblingsstrecke nach Maroldsweisach. Da zu diesem Zeitpunkt bereits nur noch das Alibi-Personenzugpaar am Abend verkehrte, suchte ich Ersatz in der morgendlichen Übergabe und fand selbige auch im Endbahnhof vor.
Man beachte den historischen Hektometerstein im Vordergrund mit den schönen alten Ziffern.
Bild 1
An der Staubwolke auf dem ersten Bild habt ihr schon erkennen können, daß die beiden Schotterwagen am Zugschluß gerade erst noch beladen wurden. Immerhin beachtenswert, daß offensichtlich nicht nur Ganzzüge sondern auch einzelne Ladungen Schotter ausgeliefert wurden.
Bild 2
Als der Ladevorgang abgeschlossen war, mußte man für die Rückfahrt auf das Streckengleis umrangieren.
Bild 3
Ich hatte es offenbar eilig, denn ich begnügte mich mit einem Nachschuß, bevor ich meine Tour fortsetzte.
Bild 4
Sieht man sich die Streckenkarte an, ist es naheliegend, wohin es mich als nächstes zog. Richtig, zum „Hofheimerle“. Den N7870, bestehend aus 798670, 998 304 und 998 676, erwischte ich gerade noch bei der Einfahrt in den Endbahnhof der Strecke Haßfurt – Hofheim.
Bild 5
Die Bahnwelt war hier noch in Ordnung: es gab immerhin 8 Zugpaare auf der Kursbuchstrecke 816, wenn auch eines davon nur bis Königsberg(Bayern) verkehrte, und, wie man sieht, auch Güterverkehr.
Bild 6
Das kleine Museum im Empfangsgebäude war schon im Aufbau, auch das Gleisstück für die Köf war schon vorhanden.
Bild 7
Was sich hier vor dem Bahnhofsgebäude abspielte, kann ich nicht mehr nachvollziehen. Man hat den Eindruck, als würde der Fahrdienstleiter vor den beiden anderen Herren salutieren, wobei es sich aber offenbar nicht um das Zugpersonal handelt.
Bild 8
Die nächste Aufnahme hätten wohl die meisten von euch wegen des krassen Gegenlichtes nicht gemacht, aber mich hat das noch nie vom Krümmen des Zeigefingers abgehalten. Bis zur Rückfahrt des Zuges sind noch genau 10 Minuten Zeit.
Bild 9
Diese 10 Minuten nutzte ich, um Stellungswechsel zu machen und mir einen Standpunkt an der Strecke auszusuchen. Meine Wahl fiel wieder einmal auf den einsamen Haltepunkt Rügheim, weitab der Zivilisation. Immerhin hatte er sogar ein Ladegleis, aber Bahnhof darf er sich erst nennen, wenn er ein Empfangsgebäude hat, oder täusche ich mich da?
Bild 10
Der Zugbegleiter, der mein Treiben schon in Hofheim registriert hatte, konnte sich angesichts meiner Autonummer die Bemerkung nicht verkneifen: „Gell, in Dachau gibt’s ka Eisnbohn?!“
Bild 11
Er konnte anscheinend nicht verstehen, daß es Leute gibt, die bemüht sind, ihren Nachkommen die schöne alte Eisenbahn, deren Niedergang damals schon vorherzusehen war, zumindest auf Bildern zu bewahren. Ade, Hofheimerle!
Bild 12
Zehn Jahre lang gab es immerhin noch Zugverkehr auf der Strecke von Haßfurt nach Hofheim. Heute ist sie auch schon längst Geschichte und ich habe es nicht bereut, sie seinerzeit wenigstens ab und zu besucht zu haben.
Wie es bei meiner Tour weiterging, wißt ihr bereits und auch vom krönenden Abschluß habe ich
hier schon mal berichtet. Das war die Rhönstrecke nach Bischofsheim. Damit bleibt mir nur noch, euch einen schönen Sonntag zu wünschen. Schöne Grüße vom
dampfgerd