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 04 - Historische Bahn 

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? zu einer Strecke bei Lübeck (Herrnburg-Brandenbaum)

geschrieben von: willem

Datum: 16.06.12 23:01

Beim stöbern in alten Landkarten hab ich diese ehemalige (oder nie fertiggestellte?) Strecke von Herrnburg in Richtung Lübeck-Brandenbaum (Eichholz) entdeckt.
Vielleicht hat jemand eine Ahnung,was das ist/war?

[url]http://img42.imageshack.us/img42/2447/herrnburgbrandenbaum.jpg





gruß
willem

http://www.smilies.4-user.de/include/Berufe/smilie_be_051.gif




2-mal bearbeitet. Zuletzt am 2012:06:16:23:03:49.
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Re: ? zu einer Strecke bei Lübeck (Herrnburg-Brandenbaum)

geschrieben von: Schrotti

Datum: 17.06.12 03:20

Moin,

interessanter Fund. Bei openstreetmap ist die Trasse als "englische Bahn" verzeichnet. Über diesen Hinweis hinaus hüllt sich das Internet allerdings in Schweigen. Evtl. eine erste Baustufe der Lübeck-Kleinener-Eisenbahn?

--
Gruß aus Hamburg – Schrotti
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Re: ? zu einer Strecke bei Lübeck (Herrnburg-Brandenbaum)

geschrieben von: AndreasLübeck

Datum: 17.06.12 09:56

Hallo,

interessant ist auch, dass es in Lüdersdorf (bei Herrnburg) eine Straße und Bushaltestelle mit dem Namen "Englisch Bahn" gibt. Muss also etwas dran sein. Leider keine weitere Info.

Gruss

Andreas



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2012:06:17:09:59:12.
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Re: ? zu einer Strecke bei Lübeck (Herrnburg-Brandenbaum)

geschrieben von: stefan p.

Datum: 17.06.12 10:42

Hallo Willem,

leider kann ich zu Deiner Frage keinen wirklichen Antwortbeitrag liefern - nicht "meine" Gegend, aber ich habe eine Frage: Kann diese Karte irgendwo online eingesehen werden? Ich bitte um kurze Info - Danke!

Gruß vom Niederrhein
Stefan P.

Spur 0 - was sonst?

Meine Beiträge im HiFo: [www.drehscheibe-foren.de]
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Re: ? zu einer Strecke bei Lübeck (Herrnburg-Brandenbaum)

geschrieben von: Krause

Datum: 17.06.12 12:33

Moin, Moin,

von einer solchen Streckenführung habe ich noch nichts gehört!
Es gab zwar wohl Planungen, den Lübecker Stadtteil Schlutup von Mecklenburg aus an das Schienennetz anzuschließen. Das sind aber meines Wissens nur nie ausgeführte Gedankenspiele gewesen (Schlutup wurde dann letztlich doch an Lübeck angebunden). Zum Bau von Trassen dürfte es meines Wissens nie gekommen sein. Ebenso passt die eingezeichnete "Trasse" nicht so wirklich zu einem Anschluss von Lübeck-Schlutup, das würde "rechts oben außerhalb der Karte" liegen.

Von wann mag die Landkarte sein?

Jedes Eisenbahn-Unternehmen hat die Fahrgäste, die es verdient.

Ein großes Danke den aktiven Mitarbeitern der Drehscheibe! Ohne Euch gäbe es die Drehscheiben-Foren als kostenlose Informations- und Diskussionsmöglichkeit für Eisenbahnfreunde nicht! Danke!
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Re: ? zu einer Strecke bei Lübeck (Herrnburg-Brandenbaum)

geschrieben von: Thomas Englich

Datum: 17.06.12 12:42

Hallo ...

die Karte ist von 1951. Hier kann man sie online ansehen ->

[contentdm.lib.byu.edu]

Auf einer Karte von 1910 ist diese Trasse noch nicht zu finden.

Gruß Thomas

Meine Webseite:
Das Gefreeser Bockela - Ochsenfurter Gaubahn -
Kleine Bahnhöfe und Gleispläne für die Modellbahn
www.lokalbahn-reminiszenzen.de
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Re: ? zu einer Strecke bei Lübeck (Herrnburg-Brandenbaum)

geschrieben von: Schrotti

Datum: 17.06.12 12:53

Tach,

Krause schrieb:

> Von wann mag die Landkarte sein?

"Published by War Office, 1944. Third Edition, 1951." [contentdm.lib.byu.edu]

--
Gruß aus HH – Schrotti
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Re: ? zu einer Strecke bei Lübeck (Herrnburg-Brandenbaum)

geschrieben von: Schrotti

Datum: 17.06.12 12:55

Moin,

stefan p. schrieb:
> Kann diese Karte irgendwo online eingesehen werden? Ich bitte um
> kurze Info - Danke!

Zum Kartenraum bitte hier entlang: [lib.byu.edu]

--
Gruß aus HH – Schrotti
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Re: ? zu einer Strecke bei Lübeck (Herrnburg-Brandenbaum)

geschrieben von: Gleis21

Datum: 17.06.12 13:09

ich habe das hier gefunden ..

[www.openstreetmap.org]

Bekannt ist mir das aber auch nicht, war aber auch weit vor meiner Zeit

Niveau ist keine Handcreme !



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Re: ? zu einer Strecke bei Lübeck (Herrnburg-Brandenbaum)

geschrieben von: bigboy

Datum: 17.06.12 13:55

Krause schrieb:
-------------------------------------------------------
> Moin, Moin,
>
> von einer solchen Streckenführung habe ich noch
> nichts gehört!
> Es gab zwar wohl Planungen, den Lübecker Stadtteil
> Schlutup von Mecklenburg aus an das Schienennetz
> anzuschließen. Das sind aber meines Wissens nur
> nie ausgeführte Gedankenspiele gewesen (Schlutup
> wurde dann letztlich doch an Lübeck angebunden).
> Zum Bau von Trassen dürfte es meines Wissens nie
> gekommen sein. Ebenso passt die eingezeichnete
> "Trasse" nicht so wirklich zu einem Anschluss von
> Lübeck-Schlutup, das würde "rechts oben außerhalb
> der Karte" liegen.
>
> Von wann mag die Landkarte sein?

Na ja, wenn Du das schon nicht weißt...
Würde mich aber auch mal interessieren.
Vllt wissen ja die LBE-Archäologen mehr ;-)

Gruß aus Lübeck
Andreas

http://s14.directupload.net/images/120117/x26rem3u.png
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Re: ? zu einer Strecke bei Lübeck (Herrnburg-Brandenbaum)

geschrieben von: melchior leiss

Datum: 17.06.12 17:19

Hier zwei Kartenausschnitte des preußischen Meßtischblattes: 1877 und 1920. Damit ist klar, dass es sich um eine ganz alte Sache handelt.
Wenn es denn jemals eine Planung für eine "Englische Bahn" gab, wäre interessant, wieso die Trasse stumpf auf die Wakenitz zulief?

Gruß,
Melchior
Brandenbaum_1877.jpg
Brandenbaum_1920.jpg
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Re: ? zu einer Strecke bei Lübeck (Herrnburg-Brandenbaum)

geschrieben von: V 100 098

Datum: 17.06.12 17:38

Hallo,

wenn man sich bei google-Maps die entsprechende Stelle ansieht,
könnte man annehmen, das zumindest an der Trasse einmal gearbeitet
wurde:
- im Feld links oberhalb vom BÜ "Palinger Weg" sind im Trassenverlauf zwei hellere (sandige) Streifen zu sehen - ehemaliger, heute untergepflügter Bahndamm?
- im weiteren Verlauf ist der Graben auf einem kurzen Stück zugeschüttet (verrohrt?)
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Re: ? zu einer Strecke bei Lübeck (Herrnburg-Brandenbaum)

geschrieben von: pk63

Datum: 17.06.12 22:18

N'abend,

ich beschreibe mal kurz die derzeitige örtliche Situation, die mich dazu veranlaßt hat, mit Hilfe des Meßtischblattes 2130 von 1879 die ehemalige (vermutlich nie fertiggestellte) Bahntrasse in OpenStreetMap einzutragen ...

Es gibt noch sechs mir derzeit bekannte sichtbare bzw. nachvollziehbare Abschnitte 'im Gelände' (nachfolgende Aufzählung von Nordwest nach Südost):
1) ein Teilstück des Fußweges zwischen dem Sportgelände an der Guerickestraße und der Krebskuhle (würde man ohne Vorkenntnisse nicht mehr als ehem. Bahnanlage erkennen können)
2) die beidseitig abgeböschte Festwiese in der Kleingartenanlage östl. der Straße 'An den Schießständen' (parallel Priemelweg), über die sogar ein Weg mit einfachen Treppenanlagen führt
3) der deutlich erkennbare Dammabschnitt (breit, hoch, gut erhalten) im Wald parallel zum Landgraben nordöstlich des Behaimringes
4) ein breiter, erstaunlich ebener Geländeeinschnitt nahe des Kreisverkehrs 'Unteres Staunsfeld' in Herrnburg
5) ein weiterer Geländeeinschnitt parallel zum Dünenweg (unterhalb der ehemaligen Müllkippe) in Herrnburg
und 6) ein hoher und auffällig schmaler Dammabschnitt zwischen dem Haus 'Am Wald 1' und dem aus Palingen in Richtung Lüdersdorfer Graben fließenden Bach (möglicherweise war für die Bachquerung der Bau einer Brücke vorgesehen).

Denkbar wäre, das es sich bei diesen Infrastrukturresten um einen begonnenen und wieder verworfenen Abschnitt der Bahnstrecke Lübeck-Bad Kleinen als Teilstück der Friedrich-Franz-Eisenbahn handelt.
Die Arbeiten am Bau dieser Strecke wurden von der Lübeck-Kleinener Eisenbahngesellschaft begonnen. Dabei kam es laut Wiki zu mehrmaligen Abänderungen der Streckenführung und schlußendlich zum Scheitern der Gesellschaft aufgrund mangelnder Finanzen. Die Strecke wurde schließlich unter Führung der Friedrich-Franz-Eisenbahn 1870 fertiggestellt.

Der nahezu senkrechte Verlauf auf die Wakenitz läßt die Vermutung zu, dass hier eine ähnliche Dammschüttung wie bei der bestehenden Strecke in Höhe des kleinen Sees beabsichtigt war. Völlig unklar ist mir derzeit jedoch die geplante Trassenlage auf der westlichen Seite der Wakenitz hin zur heutigen Possehlstraße (der ehem. 'Südzufahrt' zum Bahnhof), galt es doch die seinerzeit schon flächig bebauten Vororte 'Vorstadt St.Jürgen' und 'Kahlhorst' bei Einhaltung des erforderlichen Gleisradius (auf der Ostseite der Wakenitz immerhin R750) zu queren.

Ich würde mich freuen, wenn es gelänge, diesen Trassenabschnitt besser zu identifizieren und vielleicht sogar sichere Fakten und Quellen hierfür zu finden.

Grüße aus Herrnburg
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Aus einer alten Zeitung (1863)

geschrieben von: JensMerte

Datum: 17.06.12 22:45

Moin Moin!

Aus dem wöchtenlichen Anzeiger für das Fürstenthum Ratzeburg, Ausgabe vom 15. Mai 1863 unter [wafr.lbmv.de] :
- Lübeck. Das Nivellement der Eisenbahn von Lübeck nach Kleinen ist bereits über Herrnburg hinaus fortgesetzt. Bei dem Nivellement von hier bis zur mecklenburgischen Grenze war besonders die Rücksicht auf den geeignetsten Punkt zum Uebergang der Bahn über die Wackenitz maßgebend und ist als solcher eine Stelle des Flusses halbwegs zwischen der Kapelle St. Jürgen und dem Fischerbuden ermittelt worden, so daß die Bahn auf dem jenseitigen Ufer der Wackenitz unmittelbar bei der Brandenburger Ziegelei vorbeiführen wird. - Wie man übrigens nachträglich erfährt, ist die erste Anregung zum Bau dieser Eisenbahn von dem Handlungshause Lange & Knuth erfolgt, welches auch die zur Erlangung der Nivellements=Concessionen erforderlichen Schritte gethan hat.

---

Die Ziegelei ist auf den Karten zu sehen, die Fischerbuden sind heute noch als Straßennamen auf der gegenüberliegenden Seite zu finden. Weitere Angaben zum Fortgang finden sich u.a. unter [wafr.lbmv.de]

Dies als kleiner Hinweis für die weitere Forschung, bin gespannt, was zum Handlungshaus Lange & Knuth und der "englische Bahnbau" bei Lübeck zu finden ist.


Beste Grüße

Jens



"DIE neue" ist da - V12 - Stand 2012:
http://www.werkbahn.de/eisenbahn/lokbau/cd-info/cd-v12.gif
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aus einer anderen Ausgabe der Zeitung

geschrieben von: willem

Datum: 17.06.12 22:54

Na,da ist ja schon einiges zusammengekommen.
Hier [wafr.lbmv.de] wird nochmals etwas zur Vermessung gesagt.
Dann bitte etwas runterscrollen und den Leserbrief Die Eisenbahn von Lübeck nach Kleinen lesen.
Dort ist dann die Rede vomKonzessionsnehmer,dem Engländer Morton Peto.Selbiger hat ja auch die Strecke Tönning-Flensburg gebaut.

gruß
willem

http://www.smilies.4-user.de/include/Berufe/smilie_be_051.gif
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Re: aus einer anderen Ausgabe der Zeitung

geschrieben von: JensMerte

Datum: 17.06.12 23:26

8. Mai 1863:

- Das Policeiamt in Lübeck hat eine Bekanntmachung publicirt, laut welcher dem Gesuch des dortigen Handlungshauses Lange & Knuth auf Erlaubniß zur Vornahme eines vorläufigen Nivellements für eine von Lübeck nach Kleinen zu bauende Eisenbahn die Genehmigung des Senats ertheilt worden ist. Die Richtung dieser Bahn ist dahin angegeben, daß sie von der Lübeck=Büchener Bahn bei der Geniner Chaussee ab (durch die Kahlhorst) an die Wacknitz und jenseits derselben an die mecklenburgische Grenze führen soll. - Obiges Handlungshaus hat dasselbe Gesuch auch bei den beiden mecklenburgischen Regierungen eingereicht, und wie es heißt, werden beide Regierungen dasselbe bereitwillig gewähren.


----

Dazu muss man Wissen, dass die Bahn von Lübeck nach Büchen damals (mehr oder weniger) über die heutige Possehlstraße führte, die Geniner Straße (so der Name heute) trifft auf diese beim heutigen Kreisel. Etwas östlich findet man die Kahlhorststraße, der weiter geplante Verlauf siehe oben.

Beste Grüße

Jens
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Re: aus einer anderen Ausgabe der Zeitung

geschrieben von: Schrotti

Datum: 18.06.12 02:58

Moin,

diese Wöchentlichen Anzeigen für das Fürstenthum Ratzeburg sind ja ganz wunderbarst. Weltgeschichte in der Nußschale (vor allem '63/'64, aber auch Sätze wie »- Nichts geht in Europa flotter als das Schuldenmachen. Rußland, Frankreich, Oestreich, Preußen, Italien, Schweden und Dänemark suchen Anleihen zu machen, mehrere darunter belaufen sich auf hunderte von Millionen. Der Norden und Süden Amerikas hat Agenten nach London geschickt, um Anleihen zu unterhandeln; die Gesammtsumme der bevorstehenden Anleihen wird auf 300 Millionen Thaler angegeben.« [wafr.lbmv.de], die einem irgendwie bekannt vorkommen), in Kombination mit grandiosen Kleinanzeigen vom Kaliber »Mein Eber von guter bester Race belegt auch fremde Sauen. Lüdersdorf. Gastwirth Fahrenkrug.« … herrlich. Ich hätte nicht gedacht, dass ich mal zwei Stunden mit der Lektüre eines 150 Jahre alten lokalen Käseblatts verbringen würde.

Aber zum eigentlichen Thema: Eine Suche nach "Bahn Kleinen Lübeck" wirft etliche Hinweise aus. Noch so ein Ennui – schon damals scheint PPP nicht wie gewünscht funktioniert zu haben:
Zitat:
Die Unternehmer sind laut § 12 der Concessionsbedingungen verpflichtet, die Bahn bis zum Ablauf des Jahres 1867 auf ihre Kosten und Gefahr so vollständig herzustellen, daß sie nach Ablauf dieser Frist in allen ihren Theilen dem Verkehr übergeben werden kann.
Für die pünktliche Einhaltung dieser Bedingung haben die Unternehmer eine Caution von 100,000 Taler (Mecklenburg) den betheiligten Staatsregierungen eingezahlt, wovon auf Lübeck 16,666 2/3 Taler (Mecklenburg) kommen. Die Caution wird mit 4 % verzinst.
[…]
Von einem irgendwie ernstlichen Beginn der Bauten verlautet noch nichts. Nicht einmal der Platz, wo der Bahnhof in Lübeck erbaut werden soll, steht fest, geschweige denn, daß das hiezu nöthige Terrain erworben worden wäre.
[…]
Es dürfte daher Sache der betheiligten Regierungen sein, hier endlich einzuschreiten und nicht länger zuzusehen, wie das geringe vorhandene Capital (der Einschuß von 10 Procent) durch phantastisch bemessene Gehalte, Remunerationen und sonstige Spesen gänzlich aufgezehrt wird. Ist es doch ein schreiender Widersinn, daß Gehalte und Remunerationen gezahlt werden, während die Bauausführung, für deren Ueberwachung und Oberleitung dieselben gezahlt werden sollen, gar nicht ernstlich vor sich geht.
Der Schlamassel in Gänze: [wafr.lbmv.de], S.5f.

1868, nachdem Mecklenburg-Schwerin die Sache selbst in die Hand genommen hat, liest man dann folgendes:
Zitat:
- Die Hamburger Nachr. lassen sich aus Lübeck schreiben, daß die Schweriner Regierung ein neues Nivellement der Lübeck=Kleinen Eisenbahn vornehmen lasse, da beabsichtigt werde, die ganze Bahnlinie, soweit sie auf Lübecker Gebiet festgestellt und selbst zum großen Theile der Erdarbeiten schon vollendet ist, wieder aufzugeben und sie weiter südlich zu verlegen, damit für den Güterverkehr eine möglichst directe Bahnverbindung Mecklenburgs mit Hamburg hergestellt werde. Der Personenverkehr auf der Lübeck=Kleinen Bahn werde dagegen unter allen Umständen auch für die von Lübeck aus anschließenden Züge der Lübeck=Büchener und Lübeck=Hamburger Bahn nur über den Lübecker Bahnhof gehen können. - Bei Schönberg und weiter bis Kleinen bleibt, wie es heißt, die schon früher festgestellte Bahnlinie unverändert. Bei Kleinen sollen die Bauarbeiten bereits wieder aufgenommen sein.
[wafr.lbmv.de], S.6.

Die Trassenführung im Lübecker Süden, vor allem im Hinblick auf die Anbindung an Lübeck - Hamburg, ist um '70 herum noch öfter Thema. Dass die ganze Chose am Ende nicht zum avisierten Termin in Betrieb geht, verwundert dann auch nicht mehr. Wie gesagt: Vieles kommt einem irgendwie bekannt vor …

--
Gruß aus dem Hamburger Norden – Schrotti
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Re: ? Herrnburg-Brandenbaum - Einschntt b. Gut ?

geschrieben von: Oberfranke

Datum: 19.06.12 14:38

Erkenn ich das richtig, dass da in Bildmitte genau nördlich des Guts ein Hügel ist ? Einen Einschnitt findet man da aber nicht. Wie wird da die Verbindung zwischen links und rechts liegenden anderen Trassenteilen gewesen sein? Vermutlich auch auch Einschnitt und bereits wieder verfüllt. Oder müsste man dort gar einen Tunnel suchen..

Befasse mich grade mit dem kartografischen Beleg, dass die Kaserne südöstlich von Gotha/Thüringen mit ihrem Flugplatz einen Gleisanschluss hatte. Ansichtskarten zeigen meiner Meinung nach ein Gleis zu kaisers Zeiten als dort noch der Luftschiffhafen war. Ich suche die Trasse , die angeblich bis in den Berg ging, auf dem der Ort Günthersleben ist.... Vielleicht weiss einer der geschätzten Kollegen was dazu. Können natürlich auch nur Gerüchte und Behauptungen sein, deshalb such ich ja....

Gruez aus Hof
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Re: ? Herrnburg-Brandenbaum - Einschntt b. Gut ?

geschrieben von: ulrich

Datum: 19.06.12 20:18

Dieser Tunnel/Einschnitt ist dann wohl nicht mehr gebaut worden nachdem die Trasse umgeplant wurde.

Ulrich
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Re: ? zu einer Strecke bei Lübeck (Herrnburg-Brandenbaum)

geschrieben von: melchior leiss

Datum: 20.06.12 18:44

Soweit alles richtig. es gibt und gab ja nur zwei Bereiche der Wakenitz, die nicht durch etliche hundet Meter Sumpfgebiet östlich oder westlich umrandet waren (und sind). Die hier diskutierte "Englische Streckenvariante" endet in der Tat gerade östlich der diskutierten Stelle zwischen Brandenbaumer Ziegelei im Osten der Wakenitz und dem Goldberg am westlichen Wakenitzufer (Diese übrigens eigentlich deutlich als die heutige Überquerung zwischen Weberkoppel und Osterweide!). Es gab aber die schon zitierte Bevorzugung kurz vor, aber jedenfalls kurz nach der Verstaatlicheng 1873, geforderten Trassenführung über Kahlhorst mit direkter Anbindung an die gerade projektierte Hamburger Strecke.
Soweit die Fakten.
Nach erneutem Studium in meiner eigenen Bibliothek sagen weder das Buch von K.J. Harder und H.J. Kobschätzky, noch die Dissertationen von Frau Seebacher aus dem Jahre 1972, sowie die von Lorenz Steinke (der ohnehin nur von letzterer abgeschrieben hat), etwas zum Thema "weiterer Verlauf auf dem lübschen Gebiet in St. Jürgen" aus.
Das folgende ist reine Spekulation, für die eine Nachforschung lohnen würde:
Ich habe aber - verdammt noch mal, mein Alzheimer - in Quellen irgendwo schon gelesen, dass die ursprüngliche Planung des Konsortiums Lange und Knuth mit dem Bankhaus Barned & Co. garnicht vor hatte, in den Bahnhof der LBE einzufädeln, sondern einen eigenen Bahnhof vor dem Mühlentor plante! Zumindest machen zwei Dinge dies plausibel: a) die bereits damals weiter westlich Richtung LBE-Strecke zugebaute Lübecker Vorstadt St. Jürgen mit den Villengrundstücken Lübscher Patrizier (Grund- und Bodenpreise!), und b) die sonst schwer erklärliche "Baulücke" am Brink, die - ohne ein offizieller Park zu sein, - bis heute V-förmig existiert und bis heute einschließlich der teilweisen Nutzung als Marktgelände unbebaut geblieben ist. Zumindest wäre eine Trassenführung vom Goldberg über den jetzigen Verlauf der Strasse "Fahlenkampsweg" bis zur Ratzeburger Allee damals einfach trassierbar gewesen.
Um diese Spekulation zu be- oder widerlegen, wäre ein Besuch des Lübschen und ggf. Schweriner Archivs hilfreich, wer hat Zeit?

Gruß,

Melchior
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