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 04 - Historische Bahn 

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[HH] Bahnen nach dem 2. Weltkrieg

geschrieben von: NVB

Datum: 14.06.12 10:52

[www.google.de]

HAMBURG. Aus heutiger Sicht ist es kaum zu glauben, doch bereits am 8. Mai 1945 - dem Tag der deutschen Kapitulation - fuhren wieder die ersten U-Bahn-Züge durch die Stadt. Allerdings war das Streckennetz noch ziemlich löcherig: Auf dem Ring fuhren die Bahnen von Barmbek bis Sternschanze, auf der Kelljung-Linie von Ochsenzoll bis Jungfernstieg; die Walddörferbahn verkehrte bis Ohlstedt und die Eimsbütteler Linie war nur eingleisig befahrbar. Die Züge kamen im 15-Minuten-Takt, und der erste Wagen war stets für die englischen Besatzer reserviert.

Auch die Straßenbahnen waren im Einsatz - als Zugmaschinen zum Abtransport der Trümmer. Das Beladen der Loren erledigten die "Trümmerfrauen" - per Hand. Eine weitere Form der Zweckentfremdung konnte man auf der Walddörferbahn erleben, die von vielen Hamburgern im ersten harten Nachkriegswinter zum Transport von Brennholz aus den waldreichen Gemeinden am Hamburger Stadtrand genutzt wurde, bis die Unternehmensleitung im Sommer 1946 diesen Holztransport aus "Sicherheitsgründen" verbieten ließ. Tatsächlich aber wurde die U-Bahn noch bis in die 1950er-Jahre hinein zum Gütertransport quer durch die Stadt eingesetzt. ...


Anmerkung:
Falls mein Beitrag besser im HiFo aufgehoben wäre, bitte verschieben, danke!
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Re: [HH] Bahnen nach dem 2. Weltkrieg

geschrieben von: Lars Brüggemann

Datum: 14.06.12 11:04

Bei dem Foto in dem Artikel wurde wohl der Hochbahn-Bus und die Passanten links ins Foto reinretuschiert. Damals fuhren zum Rathausmarkt wohl eher Straßenbahnen als Busse. Schade das man Foto so entstellt hat.
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Re: [HH] Bahnen nach dem 2. Weltkrieg

geschrieben von: Minitrckser

Datum: 14.06.12 11:55

Lars Brüggemann schrieb:
-------------------------------------------------------
> Bei dem Foto in dem Artikel wurde wohl der
> Hochbahn-Bus und die Passanten links ins Foto
> reinretuschiert.

Hinzu kommt, dass 1958 kaum eine Buslinie (außer Schnellbussen) von der Innenstadt nach Blankenese fuhr.

Nach meinen Recherchen handelt es sich vielmehr um einen Bus der Linie 84 (wie deutlich zu erkennen), der von Bahrenfeld Trabrennbahn bis zum Bahnhof Blankenese fuhr.

Quelle: Verkehrshistorische Reihe Heft 15 des VVM
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Re: [HH] Bahnen nach dem 2. Weltkrieg

geschrieben von: NVB

Datum: 14.06.12 11:57

"Bei dem Foto in dem Artikel wurde wohl der Hochbahn-Bus und die Passanten links ins Foto reinretuschiert. Damals fuhren zum Rathausmarkt wohl eher Straßenbahnen als Busse. Schade das man Foto so entstellt hat."

Die Buslinie 84 fuhr mal nach Blankenese - ich glaube das auch auf dem Zielschild zu erkennen - von einer westlichen Straßenbahn-Endhaltestelle (Lurup?). Da das Schwarz+Glanz des Busses anders ist als das der Straßenbahn, tippe ich auch auf Retusche. Wie kann man seine Vergangenheit so verleugnen?
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Re: [HH] Bahnen nach dem 2. Weltkrieg

geschrieben von: Helmut Philipp

Datum: 14.06.12 12:22

Ich bin davon überzeugt, das die Aufnahme retuschiert worden ist. Auch das Größenverhältnis zwischen Straßenbahn, Büssingbus (Aufbau von Elze) und den Passanten ist nicht stimmig. Und mit 1945 hat das Foto absolut nichts zu tun, da wären im (ehemaligen) Hochbahnarchiv wesentlich aussagekräftigere Fotos vorhanden gewesen!

Gruß
Helmut
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Re: [HH] Bahnen nach dem 2. Weltkrieg

geschrieben von: Jan Borchers

Datum: 14.06.12 12:59

Helmut Philipp schrieb:
-------------------------------------------------------
> Ich bin davon überzeugt, das die Aufnahme
> retuschiert worden ist. Auch das Größenverhältnis
> zwischen Straßenbahn, Büssingbus (Aufbau von Elze)
> und den Passanten ist nicht stimmig. Und mit 1945
> hat das Foto absolut nichts zu tun, da wären im
> (ehemaligen) Hochbahnarchiv wesentlich
> aussagekräftigere Fotos vorhanden gewesen!

*Autsch* Hab mir das Bidl auch mal genauer angeschaut, das ist wirklich unnötig sowas - wenn man eh schon konsequent die Straßenbahn möglichst unbedeutend macht... Hier die Aussage derart zu verfremden...

Gruß, Jan
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[fototagebuch.bahnfotokiste.de]
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Re: [HH] Bahnen nach dem 2. Weltkrieg

geschrieben von: Minitrckser

Datum: 14.06.12 15:15

Ich habe mir mal den Spaß gemacht und das Hamburger Abendblatt, in dem dieses Bild heute zur Bewerbung des neuen "Hochbahn-Buches" abgebildet ist, anzuschreiben und auf den Fehler aufmerksam zu machen.

Die Antwort des Redakteurs hat mich etwas erstaunt, denn es wurde argumentiert, dass das Foto von der HHA Ende der 1950er Jahre produziert und herausgegeben wurde und dass dies nur der "visuellen Unterstützung der Tatsache" diente, dass sich Hamburg gegen die Straßenbahn entschieden hatte.

Abschließend gibt der Redakteur zu bedenken, "dass sich der Busfahrer ausnahmsweise mal verfahren" haben könnte. Den letzen Satz möchte ich hier mal zitieren: "Aber das haben wir – ehrlich gesagt – nicht recherchiert, weil es auch vollkommen belanglos wäre…"
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Re: [HH] Bahnen nach dem 2. Weltkrieg

geschrieben von: Jörg Schwabel

Datum: 14.06.12 16:32

Minitrckser schrieb:
-------------------------------------------------------
...
> Abschließend gibt der Redakteur zu bedenken, "dass
> sich der Busfahrer ausnahmsweise mal verfahren"
> haben könnte.


Geil!!! Zwischen Lurup(?) und Blankenese verfährt er sich über den Rathausplatz!!


> Den letzen Satz möchte ich hier mal
> zitieren: "Aber das haben wir – ehrlich gesagt –
> nicht recherchiert, weil es auch vollkommen
> belanglos wäre…"

Nehmt doch das "Abendblatt'l" nicht so ernst! Daß diese Zeitung keine Ahnung hat, ist nichts Neues. Das Ding kann man eigentlich nur kaufen, wenn man das Veranstaltungsprogramm haben möchte - und dafür reicht die MoPo allemal.

"Ich verabscheue, was Sie sagen; ich werde Ihr Recht, es zu sagen, bis zum Tod verteidigen". (François Marie Arouet, genannt Voltaire)
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Fälschung

geschrieben von: NVB

Datum: 14.06.12 17:01

Der Ausschnitt zeigt wie unverfroren da getrickst wurde und dann noch, wie mangelhaft das ausgeführt wurde. Der Schatten unter dem Bus passt nicht. Die hintere Höhe des Busses ist niedriger als der Kleinlaster dahinter - vielleicht ist er ja in den U-Bahn-Schacht eingebrochen ;-). Auch vorne stimmt die Größe zur Straßenbahn nicht und im Vergleich zu hinteren Straßenbahn müssen die Jungs den Bus vom Kinderkarussell auf dem Dom geklaut haben ...

http://img837.imageshack.us/img837/3353/britenhabilder1186257ca.jpg

Ich habe gestern in der U-Bahn wieder so ein verfälschtes Hochbahnbild längere Zeit angeschaut. Hat Hamburg es wirklich nötig, dem Bilderfälscher Stalin dermaßen nachzueifern?
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Re: Fälschung

geschrieben von: Minitrckser

Datum: 14.06.12 17:15

NVB schrieb:
-------------------------------------------------------
> Der Ausschnitt zeigt wie unverfroren da getrickst
> wurde und dann noch, wie mangelhaft das ausgeführt
> wurde.

Und wenn man sich den Bus genau ansieht, steht zu vermuten, dass er in den nächsten Sekunden mit der abbiegenden Straßenbahn zusammenstößt!
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Re: Fälschung

geschrieben von: RW1HH

Datum: 14.06.12 20:49

Das Foto habe ich vor einigen Jahren schon mal gesehen. Ich bin mir nicht ganz sicher, es kann aber gut bei der Hochbahn gewesen sein. Es war mir damals schon wegen der Manipulation aufgefallen. Heute würde man das mittels digitaler Technik sicher besser hinkriegen.
Ich finde das jetzt aber nicht so schlimm. Wir wissen ja nicht, zu welchem Zweck das Foto damals angefertigt wurde.
Sicher aber war die Retusche wohl mühsam und so hat sie die Zeit im Hochbahn (?)-Archiv überdauert.

Vielleicht hat man ja damals auf diesem Wege seine modernsten Pferde im Stall vorstellen wollen: Den modernen Büssing und den V7-Zug. ;)

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Re: [HH] Bahnen nach dem 2. Weltkrieg

geschrieben von: Ulrich(Berlin)

Datum: 14.06.12 21:15

Hallo

NVB schrieb:
-------------------------------------------------------
> Aus heutiger Sicht ist es kaum zu
> glauben, doch bereits am 8. Mai 1945 - dem Tag der
> deutschen Kapitulation - fuhren wieder die ersten
> U-Bahn-Züge durch die Stadt.

In Berlin fuhr die U-Bahn ja erst wieder ab dem 14.5.45 (Schönleinstr. - Boddinstr. und Hermannplatz - Karl-Marx-Str.), allerdings dauerten die Kämpfe in Berlin auch noch bis Anfang Mai. Wann war denn Hamburg von den Alliierten besetzt worden? Wenn das schon deutlich früher war, würde es die frühzeitige Wiedereröffnung der U-Bahn erklären.
Insbesondere wundere ich mich aber darüber, dass so lange Strecken auf einmal wieder in Betrieb gehen konnten. War da nichts zerstört?

Viele Grüße

Ulrich C.
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Re: [HH] Bahnen nach dem 2. Weltkrieg

geschrieben von: Jan Borchers

Datum: 15.06.12 05:08

Das Buch übrigens ist sehr lesenswert!

Es behandelt viele Themen aus einer anderen Sicht als der üblichen - auch Hochbahn und das dritte Reich. Viel neues erfährt der Fan nicht - aber es ist schön ein Buch zu lesen, was von Journalisten - die am Theam wirklich dran waren - geschrieben wurde und nicht aus der Marketingabteilung des Unternehmes stammt.

Und Fehler sind da kaum drin, habe nur Kleinigkeiten gefunden die ich mal als egal ansehe.

Dass das Foto damals vielleicht wirklich ein Werbefoto war, gut. Aber deren Verwendung in aktuellen Kontext des relativen totschweigens der Straßenbahn ist in diesem Falle leider ein (vielleicht ungewolltes) Eigentor.

Gruß, Jan
http://p4428.r2h-config.de/300_Logo.gif

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Re: [HH] Bahnen nach dem 2. Weltkrieg

geschrieben von: Der Hamburger

Datum: 15.06.12 17:23

Hamburg wurde am 03.05.1945 an die britischen Truppen übergeben, so dass der Krieg hier einige Tage früher zu Ende war als in Berlin.

Die recht umfangreichen Strecken, die bereits wenige Tage später wieder in Betrieb gehen konnten, lagen allesamt in Stadtteilen, die von Kriegszerstörungen weniger betroffen waren. Zerstört wurden hauptsächlich die östlichen Stadtteile, in denen sich die Wohnsiedlungen der "einfachen" Bevölkerung befanden.

Hier dauerte es dann auch deutlich länger, bis wieder ein Betrieb möglich war, der letzte Teil der Ringlinie ging erst 1950 wieder in Betrieb und die Zweiglinie nach Rothenburgsort wurde ganz abgebrochen, da dort auch sonst kaum mehr ein Stein auf dem anderen stand.
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Re: [HH] Bahnen nach dem 2. Weltkrieg

geschrieben von: Ulrich(Berlin)

Datum: 15.06.12 18:38

Hallo

Vielen Dank, für deine Antwort. Dann konnte also in Hamburg nach fünf Tagen die erste U-Bahn wieder fahren, während man in Berlin sechs Tage gebraucht hat. Das ist kein großer Unterschied. Allerdings scheint es in Berlin doch mühsamer gewesen zu sein die ersten Strecken wieder in Betrieb zu nehmen, da so lange Abschnitte noch auf sich warten ließen. Das hängt natürlich auch damit zusammen, dass in Berlin ein großer Teil des U-Bahnnetzes überflutet war.

Viele Grüße

Ulrich C.

Der Hamburger schrieb:
-------------------------------------------------------
> Hamburg wurde am 03.05.1945 an die britischen
> Truppen übergeben, so dass der Krieg hier einige
> Tage früher zu Ende war als in Berlin.
>
> Die recht umfangreichen Strecken, die bereits
> wenige Tage später wieder in Betrieb gehen
> konnten, lagen allesamt in Stadtteilen, die von
> Kriegszerstörungen weniger betroffen waren.
> Zerstört wurden hauptsächlich die östlichen
> Stadtteile, in denen sich die Wohnsiedlungen der
> "einfachen" Bevölkerung befanden.
>
> Hier dauerte es dann auch deutlich länger, bis
> wieder ein Betrieb möglich war, der letzte Teil
> der Ringlinie ging erst 1950 wieder in Betrieb und
> die Zweiglinie nach Rothenburgsort wurde ganz
> abgebrochen, da dort auch sonst kaum mehr ein
> Stein auf dem anderen stand.
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Re: [HH] Bahnen nach dem 2. Weltkrieg

geschrieben von: Djensi

Datum: 18.06.12 12:42

Moin,
hier [www.hamburger-untergrundbahn.de] auf der Seite links (Geschichte 100 Jahre U-Bahn) sind Details zur Wiederinbetriebnahme des Netzes nach dem Kriege zu finden.
Grüße
Djensi
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