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 04 - Historische Bahn 

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Zeitgeschichte: Es war einmal ... als es auf Bahnhöfen noch Bahnbedienstete gab

geschrieben von: KHK

Datum: 30.05.12 21:47

Drei Alltagsszenen möchte ich der DSO-Leserschaft präsentieren. Sie stammen aus der „guten, alten Bundesbahnzeit“ und verkörpern eine Epoche, die unwiederbringlich vorbei ist.

Im Juni 1979 konnte man in Daaden an einem Fahrkartenschalter noch eine „richtige“ Fahrkarte lösen

http://farm8.staticflickr.com/7225/7303632698_7e6be73108_n.jpg

Das „Rotkäppchen“ hat den Zug abgefertigt, knatternd setzt sich die Garnitur in Bewegung. Ob diejenigen, denen da gewunken wird, auch aus dem Urlaub eine Postkarte geschrieben haben?

http://farm9.staticflickr.com/8002/7303649780_98fe3bebfe_b.jpg

798 309-1 in Daaden 19.06.1979

Für ihre Fahrt nach Betzdorf nutzt diese alte Dame „natürlich“ den Schienenbus!

http://farm8.staticflickr.com/7240/7303649694_4cd4baabcf_b.jpg

795 504-0 und 995 575-8 in Daaden 19.06.1979

Vor mehr als 30 Jahren selbstverständlich: Expressgutbeförderung. Hoffentlich war in dem vom Wagen gefallenen Paket keine zerbrechliche Ware!

http://farm9.staticflickr.com/8009/7303649670_1c40a7d70f_b.jpg

795 456-3 in Altenkirchen 11.03.1980

Eine Übersicht meiner DSO-Publikationen findet der Leser hier:

[www.drehscheibe-foren.de]




2-mal bearbeitet. Zuletzt am 24.02.13 12:08.
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Re: Zeitgeschichte: Es war einmal ... als es auf Bahnhöfen noch Bahnbedienstete gab

geschrieben von: Der Hönnetaler

Datum: 31.05.12 07:16

Interessanter Beitrag - allein schon die Signalisierung in Daaden ist für den kleinen Bahnhof beachtlich. Zur Einfahrt ein Zielsignal und zwei Ausfahrsignale! Dazu noch eine Schrankenanlage - nur für Rangierfahrten des VT 95 und früher zur Steinverladung.
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ein Zielsignal

geschrieben von: S&B

Datum: 31.05.12 09:00

Gibt es dafür eigentlich eine offizielle Bezeichnung?

Wann muß es aufgestellt werden? Ich habe am Ende von Fahrstraßen nämlich auch schon Sh2 Scheiben gesehen- dann war dahinter aber auch ein Prellbock.

Zielsignale kenne ich aus Gießen, Oberlahnstein und- das steht noch- Heimbach im Rurtal.
Wo gibt/gab es noch welche?

Grüße
Ulrich
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Re: ein Zielsignal

geschrieben von: Benno

Datum: 31.05.12 12:56

Danke für die Bilder.
Es ist immer wieder schön zu sehen, dass die Bahn auch mal ein "Gesicht" hatte.
Wie funktionierte eigentlich die Stückgutbeförderung bei der Bahn?
Konnte ich mit meinem Stück einfach zu einer Abfertigung gehen und sagen: "Das soll nach...!"?
Liebe Grüße aus Dresden
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Re: Zeitgeschichte: Es war einmal ... als es auf Bahnhöfen noch Bahnbedienstete gab

geschrieben von: Michael Fischbach

Datum: 31.05.12 15:53

>Auf alten Bildern gibt es viel zu entdecken<, um mal mit einem hier gebräuchliches Zitat zu antworten.
Das ist auch auf diesen Bildern der Fall.
Sehr schön !
Vielen Dank für's Einstellen.
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Re: ein Zielsignal

geschrieben von: Uwe Busch

Datum: 31.05.12 16:30

Brügge (Westf) stehen auch noch zwei als Abschluss der Gleise 6 und 7 (die beiden linken Signale der Vierer-Reihe an der Ausfahrt nach Meinerzhagen).
Diese dienen als Fahrstraßenabschluss, da die zwei Gleise dahinter im Gbf enden.

Grüße aus dem Volmetal

Uwe
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Re: ein Zielsignal

geschrieben von: S&B

Datum: 31.05.12 16:42

Ja, da fällt mir ein: In Leinefelde vor der Drehscheibe gab es zwei.
Bei der Drehscheibe des Dürener Hbf waren es hingegen hochstehende LS Signale, auch schon zu Zeiten von Dof.
Ich wüßte mal gerne, wer in Düren dem Lokführer 'zwei Helle' zum Befahren der Drehscheibe gab?
Der Drehscheibenwärter (was machte der, wenn er nicht Karussell fuhr?)?
Dof?
Die Aufsicht im Bf, ganz in der Nähe der Drehscheibe?
Grüße
Ulrich
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Ja, so war das mit dem Stückgut.

geschrieben von: Nietenreko

Datum: 31.05.12 18:04

Entweder hast du das selber an der Güterabfertigung aufgeliefert (das konnte Jedermann), oder ein sog. "Bahnamtlicher Rollfuhrunternehmer" hat es bei dir abgeholt. Ursprünglich wurde es dann in der nächsten GA in Stückgut-Kurswagen verladen und auf seiner Reise sooft umgeladen, bis es am Ziel war, die DB hatte lt. Tarif für jede angefangenen 100 Km 24 Stunden Zeit. Am Empfangsort wurde der Empfänger benachrichtigt und konnte seinen Krempel dann selber abholen, oder er wurde wieder durch ein Rollfuhrunternehmen ausgerollt. Später, so in den 60er, 70er Jahren, entstand das Stückgut-Knotenpunktsystem, die GA in kleineren Orten verschwanden, das Gut wurde bis zur nächsten größeren GA mit LKW befördert und erst dort in G-Wagen umgeladen. Diese wurden zu den entsprechenden Knotenbahnhöfen befördert, wo wieder umgeladen wurde in die Zielrelationen.
Die DB war außerdem verpflichtet, jedes ihr angediente Gut zu befördern, lebende Küken genauso wie Gartenbänke oder Fässer mit Ochsengalle.

Mitte der dreißiger Jahre, als die Reichsbahn die Autobahnen finanzieren und bauen mußte, entstand ihr durch den LKW-Fernverkehr ein ernstzunehmender Wettbewerb. Es wurde deshalb staatlicherseits der Straßenfernverkehr an Konzessionen gebunden, welche einmal von der ausgegebenen Anzahl her begrenzt waren und zum anderen bestimmte Anforderungen an den Unternehmer stellten. Dieses System wurde auch nach dem Kriege beibehalten und hatte bis in die 90er Jahre Bestand. Was jedoch zum Schutz der Bahn gedacht war, entwickelte sich zur Gelddruckmaschine für die Speditionen. Da keine Beförderungspflicht mit der Konzession verbunden war, konnten sich die Herren Spediteure natürlich die lukrativsten Aufträge herausssuchen, die der Bahn dann fehlten, welche weiterhin einen immensen Aufwand betreiben mußte, um für jede Güterart gerüstet zu sein.
Mitte der 90er gab es dann zum einen die Güterkraftverkehrsreform mit Aufhebung der Mengenbegrenzung der Konzessionen, und zum anderen die Bahnreform mit u. a. der Aufhebung der Beförderungspflicht der Bahn. Das Ergebnis ist bekannt und bestätigt einmal mehr, daß "Gut gemeint" das Gegenteil ist von "Gut gemacht".

Hinweis: Beitrag kann Spuren von Ironie enthalten.

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Zielsignal?

geschrieben von: cuk63

Datum: 31.05.12 19:50

Der Hönnetaler schrieb:
-------------------------------------------------------
... Zur Einfahrt ein Zielsignal
> und zwei Ausfahrsignale!...

Was bitte soll ein Zielsignal sein?
Optionen:

Re: Ja, so war das mit dem Stückgut.

geschrieben von: Drewer

Datum: 31.05.12 20:30

Hallo,

gut beschriebene und dennoch kurze Erklärung, gefällt mir gut.

Als Ergänzung zu dem im Beitrag erwähnten heruntergefallenen Paket:

Für solche Fälle gab es an den größeren Bahnhöfen eigenen Ermittlungabteilungen, bei denen eventuelle Schäden festgehalten und dokumentiert wurden, bei nicht ganz so großen Dienststellen durfte solche Sachen dann auch mal der Kassenverwalter bearbeiten. Durch ein derartiges Paket habe ich dadurch in der Güterabfertigung Bochum-Nord erstmals Bekannschaft mit Meißener Porzellan gemacht, zum Glück war das Paket aber ordentlich mit Holzwolle gefüttert und daher das Porzellan unbeschädigt.

MfG

Drewer
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Re: Zielsignal?

geschrieben von: Mikado-Freund

Datum: 31.05.12 20:35

cuk63 fragte:
-------------------------------------------------------
> Was bitte soll ein Zielsignal sein?


Siehe das Flügel-Formsignal in Bild zwei.

Die Strecke endet in Daaden …






Gruß

Walter
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? Zusatzfrage zu Daaden, war: Zielsignal?

geschrieben von: cproft

Datum: 31.05.12 20:49

Mikado-Freund schrieb:

> Siehe das Flügel-Formsignal in Bild zwei.
>
> Die Strecke endet in Daaden …
>
was ist denn da noch hinter? Ausziehgleis mit Schranke? Vom Signal bis zum Bü sind es mindestens fünfzig Meter, da ließe sich der Durchrutschweg locker mit einer Geschwindigkeisbeschränkung der Einfahrt abfrühstücken. Ist die Straße so stark befahren, daß dort eine Schrankenanlage hin mußte? Kennt jemand die örtlichen Verhältnisse?

Gruß

cproft
Optionen:

Re: Ja, so war das mit dem Stückgut.

geschrieben von: 215055

Datum: 31.05.12 21:09

Sehr gut beschrieben!
Das Ergebnis dieser Politik ist heute Bundesweit auf den Straßen zu sehen:(

Gruß

215055
Optionen:

Re: ein Zielsignal

geschrieben von: andreas +

Datum: 31.05.12 21:51

S&B schrieb:
-------------------------------------------------------
> Gibt es dafür eigentlich eine offizielle
> Bezeichnung?

Das Wort lese ich hier zum ersten mal. Amtlich soll es wohl heißen Hauptsignal zum Abschluß einer Zugfahrstraße.


> Wann muß es aufgestellt werden? Ich habe am Ende
> von Fahrstraßen nämlich auch schon Sh2 Scheiben
> gesehen- dann war dahinter aber auch ein
> Prellbock.

Wenn z.B. zum Rangieren oder zum Umsetzen der Lok über das Signal hinaus gefahren werden soll.


> Zielsignale kenne ich aus Gießen, Oberlahnstein
> und- das steht noch- Heimbach im Rurtal.
> Wo gibt/gab es noch welche?

Z. B. in Hungen, Gleis 1 (Formsignal) oder in Königstein (Taunus) (Lichtsignal)
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Zielsignale gab es auch

geschrieben von: Mw

Datum: 31.05.12 21:55

in Nürnberg Hgbf und Lauf links der Pegnitz. Unbewegliche Atrappen halt ...

Gruß
Mw

Bei der Fülle des zu verarbeitenden Materials sind einzelne Fehler oder Unrichtigkeiten nicht gänzlich zu vermeiden (Kursbuch Deutsche Bundesbahn)
Optionen:

Re: Zielsignal?

geschrieben von: Mw

Datum: 31.05.12 21:58

Dann hätten ja in Berchtesgaden Hbf 5 Zielsignale vorm gleislosen Tunnel stehen müssen - womöglich standen die da sogar in echt ---?

Gruß
Mw

Bei der Fülle des zu verarbeitenden Materials sind einzelne Fehler oder Unrichtigkeiten nicht gänzlich zu vermeiden (Kursbuch Deutsche Bundesbahn)
Optionen:

Re: ein Zielsignal

geschrieben von: andreas +

Datum: 31.05.12 22:02

Benno schrieb:
-------------------------------------------------------
> Wie funktionierte eigentlich die
> Stückgutbeförderung bei der Bahn?
> Konnte ich mit meinem Stück einfach zu einer
> Abfertigung gehen und sagen: "Das soll nach...!"?

(Bei der DB) ja; Du mußtest vorher nur einen Frachtbrief ausfüllen, u. a. mit Angabe der gewünschten Anzahl an Güterwagons, der Gesamtzahl der Achsen, der maximalen Achslasten, und, und, ....
(Ich hatte mal in meiner Jugendzeit mein Fahrrad vorab an den Ferienort per Stückgut versandt und bekam an der Güterabfertigung so einen mehrseitigen Frachtbrief in die Hand gedrückt [den aber dann der nette Bahnmitarbeiter für mich ausfüllte])
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Wuah! Schluchz!

geschrieben von: HLeo

Datum: 31.05.12 22:16

Jetzt haben sich endlich die ersten wenigen Leute an die Verhältnisse bei der DB AG gewöhnt, und jetzt reißt Du alte Wunden wieder auf...

Nein: Gaaaaanz viele ;-) ;-) ;-) und "Danke!" für die schönen Bilder!
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Re: ein Zielsignal

geschrieben von: stefan p.

Datum: 31.05.12 22:27

Hallo Andreas +,

andreas + schrieb:
-------------------------------------------------------
> (Bei der DB) ja; Du mußtest vorher nur einen
> Frachtbrief ausfüllen, u. a. mit Angabe der
> gewünschten Anzahl an Güterwagons, der Gesamtzahl
> der Achsen, der maximalen Achslasten, und, und,
> ....

Der Frachtbrief im Inlandsverkehr war vierteilig und wurde im Durchschreibeverfahren erstellt (also nur Angaben auf dem ersten Blatt, dem Versandblatt, waren erforderlich). Zu den Absender-Pflichtangaben zählten:
- Absender (mit Adresse)
- Empfänger (mit Adresse)
- Bestimmungsbahnhof
- Anzahl der Packstücke
- Beschreibung der Packstücke (Colico, Paket, Fass o.ä.)
- Inhalt der Sendung
- Gewicht (falls die Angabe fehlte, wurde sie durch Wiegen ermittelt, war sie vorhanden, wurde sie durch Nachwiegen kontrolliert)
- Zahlungsvermerk
- Ggf. Absenderverfügungen

Also nichts mit mit Angabe der gewünschten Anzahl an Güterwagons, der Gesamtzahl der Achsen oder den maximalen Achslasten! Zwar gab es ein Feld mit der Bezeichnung Wagennummer, aber das wurde nur im Wagenladungsverkehr ausgefüllt.

Gruß
Stefan P.

Spur 0 - was sonst?

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Re: Zielsignal?

geschrieben von: cuk63

Datum: 01.06.12 18:06

Also ein Hauptsignal welches keinen Fahrtbegriff zeigen kann? D
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