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 04 - Historische Bahn 

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Vor 25 Jahren Ende der Heberleinbremse in Sachsen (m 18 B)

geschrieben von: Pängelanton

Datum: 25.05.12 22:16

Liebe Freunde des vergangenen Jahrtausends, nachdem ich mich bisher in diesem Jahr vorwiegend im Auslands-
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[www.drehscheibe-foren.de] herumgetrieben habe, wird es mal wieder Zeit für einen etwas weiteren Rückblick.

Heute vor 25 Jahren brachen wir nach langer Pause mal wieder mit der ehemals Lippstädter Truppe zu einer gemeinsamen Eisenbahnreise auf. Inzwischen hatte es uns alle durch Studium und Beruf von Lippstadt entfernt. Als Reiseziel hatten wir die DDR im Auge, vor allem die Schmalspurbahn Oschatz-Mügeln, hier war ich noch nicht gewesen und es kündigte sich das baldige Ende der Heberleinbremse an. Ein Besuch war also dringend geboten. Im weiteren Verlauf der Tour sollte dann den 52ern in der Lausitz die Aufwartung gemacht werden.

So brachen wir dann gegen Mitternacht am 25/26. Mai 1987 in Hannover auf.

Irgendwann so gegen 2 Uhr Nachts hatten wir die Grenze bei Helmstedt erreicht. Im vorauseilenden Gehorsam hat Werner gleich die Verriegelung der Motorhaube seines Golf gelöst. Ein blutjunger Grenzer fertigte uns freundlich und ohne große Umstände ab, nachdem er einen Blick in den Wagen geworfen hatte. Bevor wir losfuhren, stieg Werner noch mal aus um die Haube zu schließen. Da schritt ein Grenzoffizier ein und zeigte dem jungen Grenzer wie eine ordentliche Kontrolle abzulaufen hat. Zunächst stellte er sich natürlich der Weiterfahrt in den Weg und befahl uns auszusteigen. Der Wagen wurde komplett ausgeräumt und auch die Koffer und Taschen wurden komplett ausgepackt und durchsucht. Der Offizier vermutete wahrscheinlich irgendeinen Schwarzhandel oder Devisenschmuggel, "Wenn ich auch nur eine Mark bei Ihnen finde, dann ist ihre Reise hier zu Ende!" tönte er. Dann wurden wir einzeln in verschiedene Räume gebracht und getrennt verhört und nach dem Zweck der Reise befragt.
Nachdem ich in den Jahren davor mit Familie und meinen Söhnen eingereist war, war ich so eine Grenzbehandlung gar nicht mehr gewöhnt, denn da ging es eher harmonisch ab.
Aber hier so mitten in der Nacht musste man sich ja mit irgendwas wachhalten.
Nach 1 1/2 Stunden war der Spuk vorbei und wir durften weiterfahren.

So gegen 5 Uhr erreichten wir Mügeln.

Eine herrliche Atmosphäre empfing uns. die Sonne war noch nicht ganz aufgegangen aber die ersten Strahlen trafen schon den Wasserkasten der 99 1566. Es machten sich gleich drei IVk einsatzbereit. 99 1564 und 99 1566 standen vor dem Schuppen während 99 1574 schon im Bahnhofsbereich rangierte.

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99 1564 und 99 1574 als Vorspannlok setzten sich vor den Zug G66975 nach Oschatz.

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Inzwischen war die Sonne weiter aufgegangen und tauchte die ganze Szenerie in ein goldenes Morgenlicht

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Mit einer Dampfwolke die die Vorspannlok glatt verschluckte setzte sich die aufgebockte Fuhre in Bewegung

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bei Schweta hatten wir den Zug schon wieder eingeholt

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hinter Schweta passten wir ihn am Bahnübergang erneut ab. Unsere drei Schatten sind unterhalb der Lok gut zu erkennen.

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Wusch-wusch zieht der Zug an uns vorbei und ermöglicht einen schönen Nachschuss mit Glint. Auch das nach unten zum Rollwagen führende Seil der Heberleinbremse ist gut zu erkennen

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Der Kirchturm von Altoschatz ist eingerüstet

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und im Nachschuss grüßen schon die Türme der Stadtkirche von Oschatz

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Einfahrt in den Bahnhof Oschatz

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99 1564 rangiert mit dem Packwagen

http://www.abload.de/img/1987-05-26021dbeln2rene.jpg

Wir verabschiedeten uns von Oschatz und fuhren wieder zurück nach Mügeln.

Hier mal ein Blick auf die Technik der Heberleinbremse an einem Rollwagen. Gut ist das Gegengewicht und auch die Reibrolle zu erkennen, die die Kette anzieht und damit auch die Bremsklötze an die Räder drückt


http://www.abload.de/img/1988-05-25031oschatz5d7a8.jpg

http://www.abload.de/img/1988-05-25030oschatzujulq.jpg

99 1542 stand vor dem Schuppen und wartete auf den nächsten Einsatz.

http://www.abload.de/img/1987-05-26022mgelnacfhf.jpg

Inzwischen war es halb 8 geworden, der Tag hatte schon gut begonnen. Und für dieses morgendliche Eisenbahnerlebnis hatte sich das ganze Grenztheater schon gelohnt.
Und insgeheim hatte ich die Grenzer doch über's Ohr gehauen, von der letzten DDR Tour hatte ich noch einige Ost Mark überbehalten, die ich jetzt wieder mit eingeführt hatte, ganz normal in der Geldbörse. Die Grenzer hatten zwar den ganzen Koffer und die Fototaschen bis in die letzte Ritze durchwühlt, aber darauf dass da einer Geld in der Börse mitführt, darauf waren sie nicht vorbereitet. So fiel meinen Kameraden denn auch die Kinnlade herunter als ich sie zum Frühstück im Gasthaus einlud, denn durch die nächtliche Einreise hatten wir ja noch kein Geld tauschen können.

Wie die drei Freunde den Rest dieses vielversprechenden Tages verbrachten, das erfahrt ihr beim nächstenmal.

Bis dahin

Euer Pängelanton

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Re: Vor 25 Jahren Ende der Heberleinbremse in Sachsen (m 18 B)

geschrieben von: xBurt

Datum: 25.05.12 22:32

Herrlicher Beitrag! Freue mich schon auf die Fortsetzung!

Gruß, xBurt.



Meine HiFo-Beiträge: [www.drehscheibe-foren.de]
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Re: Vor 25 Jahren Ende der Heberleinbremse in Sachsen (m 18 B)

geschrieben von: Helmut Philipp

Datum: 25.05.12 22:47

Moin Pägelanton!

Dein Erlebnisbericht fängt ja sehr vielversprechend an. Was allerdings die Grenzabfertigung durch Schikanepersonal anging, ist meine Erfahrung eine andere. Es waren überwiegend weibliche Organe des DDR-Zolls, die oftmals zu schikanösen oder provozierenden Maßnahmen griffen, um es dem Bundesbürger mal so richtig zu zeigen. Wie sonst soll man beispielsweise die fingierte Feststellung durch ein Dampfkost gemästetes weibliches DDR-Grenzorgan interpretieren, die frech und lügend behauptet, das das Passfoto in meinem Reisepass eine weibliche Person zeigt und ihn mir anschließend kommentarlos zwecks Weiterfahrt zurückgibt? Da fand ich die Reaktion eines anderen Grenzers wesentlich souveräner, der auf die Frage, ob man Sprengstoffe, Rauschmittel oder pornografische Schriften mitführe, die Bemerkung aus dem Auto (wir waren zu fünft) "wieso, braucht man das hier?", geflissentlich überhörte. Als wir außerhalb der 5-km-Zone waren, haben wir den betreffenden Mitreisenden deutlich gezeigt, wo Barthel den Most holt - schließlich hätte das ganze Prozedere (zu recht) auch im "Fummelbunker" enden können...

Aber genug mit dieser Rückschau, eigentlich möchte ich ja zu Deinem Beitrag etwas schreiben, nämlich meinen Kommentar. Und der lautet: Klasse, ich freue mich schon auf die Fortsetzungen!

Vielen Dank & Grüße aus dem Norden
Helmut
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Re: Vor 25 Jahren Ende der Heberleinbremse in Sachsen (m 18 B)

geschrieben von: Arnstädter

Datum: 25.05.12 22:50

Herrlich,

gut erzählt und schöne Aufnahmen bei Sonnenaufgang! Ich war da zwar auch oft aber zu dem Zeitpunkt in S/W ...

VG
Arnstädter
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Re: Vor 25 Jahren Ende der Heberleinbremse in Sachsen (m 18 B)

geschrieben von: 219 006

Datum: 26.05.12 23:47

Interessante Bilder in einer hervorragenden Qualität!

Danke!
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bin gerne mit eingereist

geschrieben von: 012 055-0

Datum: 27.05.12 10:30

Moin!

Wobei, übrig gebliebenes Geld, das haben wir immer bei der Bank deponiert.
Das ging ohne großen Aufwand und wurde beim nächsten Besuch wieder abgeholt.
Ansonsten habe ich ausgerechnet bei der ersten Alleineinreise die große Inspektion mit "in die Garage" und allem erlebt.
Als ich nicht wußte, wie ich die Sitze ausbauen sollte, hat sich der forsche Grenzer Blicke mit einem Spiegel verschafft.
Beim ersten Einreisen mit Uwe wurden unsere Koffer geröngt und sollten daher keine Filme enthalten.
Dass wir S-8 TONfilme einschmuggelten, die ausdrücklich verboten waren, hat keiner gemerkt.
Die hatten wir ganz offen auf der Rücksitzbank liegen, *gg*

Danke fürs Mitnehmen.

...es grüßt im 3/4 Takt

012 055-0 http://s14.directupload.net/images/user/121201/ko8i2mtm.jpg

.

Fototaschenbilder bitte an diesen Beitrag anhängen:[www.drehscheibe-foren.de]


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Re: Vor 25 Jahren Ende der Heberleinbremse in Sachsen (m 18 B)

geschrieben von: Klaus Heckemanns

Datum: 27.05.12 23:20

Hallo Ulrich,

mitreden kann ich bei dem Thema nicht, da ich nie dort war, aber mitgekommen bin ich bei den schönen Bildern sehr gerne. Sie vermitteln eine sehr schöne Stimmung und hauchen dem ansonsten wohl nicht so spektakulären Betrieb (wie man so hört) "Leben" ein.

Schöne Grüße

Klaus
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Vielen danke für den schönen Bericht

geschrieben von: Christian Bartels

Datum: 01.06.12 20:10

Hallo Ulrich!

Danke, dass Du für jemanden, der dafür viel zu spät geboren ist, die Geschichte ein wenig lebendiger und nachfühlbarer machst.

Die Bilder gefallen mir ausgesprochen gut. Falls Du möchtest, könntest Du ja auch ausgewählte Bilder in der Galerie hier auf DSO zeigen. Dort hätten sie einen schönen Platz und würden die Galerie bereichern.

Viele Grüße,
Christian




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