Hallo Leude,
vor knapp 35 Jahren konnte ich meinen Vater überreden, die kleine rote Familienkutsche mal wieder über eine längere Strecke zu bewegen. Immer nur mit dem Autochen zum Einkaufen oder zum Dienst zu fahren, kann doch für den Motor nicht gut sein. Eine längere Autobahnetappe bläst doch das 1300er Motörchen frei und erweckt garantiert alle 54 Pferdestärken wieder zum Leben. Gesagt getan, es sollte zur Museumseisenbahn Minden gehen, einem im Jahr zuvor gegründetem Verein. Die Homepage der Mindener (Link siehe dort=> [
www.vereine.minden.de]) lässt sich zur Gründung ihres Vereins wie folgt aus:
Zu Beginn der 1970er-Jahre zeichnete sich das rasche Ende des Dampflokeinsatzes bei der Deutschen
Bundesbahn ab. Aufgrund des schnellen Strukturwandels und der Erfahrungen der Vorjahre, in denen die DB
und andere Eisenbahnen wertvolle Zeugen der Eisenbahngeschichte rigoros verschrotten ließen , mussten
Eisenbahnfreunde befürchten, dass schon in kurzer Zeit in Deutschland keine Gelegenheit mehr bestehen
würde, alte Eisenbahn- und Fahrzeugtechnik im echten Betriebseinsatz zu erleben oder wenigstens den
nachfolgenden Generationen anhand typischer Objekte die Verkehrstechnik und die Lebens- und Reisekultur
vergangener Jahrzehnte zu demonstrieren.
Zu dieser Zeit entstanden an verschiedenen Orten in der Bundesrepublik durch Zusammenschlüsse
engagierte Dampflokliebhaber und Eisenbahnfreunde die heutigen Museums-Eisenbahnen. Einer dieser
Vereine bildete sich unter dem Namen "Dampfeisenbahn Weserbergland e.V." auch im heimischen Raum.
Im Jahre 1972 begannen die ersten Fahrten mit einer eigenen Dampflok auf verschiedenen Strecken im
Bereich Ostwestfalens. In kurzer Zeit kamen weitere Dampflokomotiven von verschiedenen Werk- und
Zechenbahnen aus dem Ruhrgebiet sowie historischen Personenwagen hinzu und das Fahrtenprogramm
wurde auf die Strecken der Wittlager Kreisbahn, der Mindener Kreisbahnen, der Rinteln - Stadthagener
Eisenbahn und weiterer DB- und NE- Bahnen ausgedehnt.
Im Jahre 1977 bildeten die aus dem Bereich Minden und Preußisch Oldendorf stammenden Eisenbahnfreunde
aus betrieblichen und organisatorischen Gründen einen eigenen Verein, der den Namen "Museums-Eisenbahn
Minden e.V." erhielt und die Fortsetzung des Museumsbahnverkehrs auf den Strecken von WKB und MKB
zum Ziele hatte.
Zuglok des MEM war in der Anfangszeit die Mevissen 4 (Krupp 2491/1954), welche an die Bergwerksgesellschaft Hibernia AG geliefert und dort als 51 C eingesetzt wurde. 1967 reichte man sie zur Zeche Wilhelmine Mevissen in Duisburg Rheinhausen weiter, dort bekam sie anschließend den bekannten Namen Mevissen 4 verpasst. 1973 begann ihre Museumsbahnkarriere bei der Dampfeisenbahn Weserbergland und von dort aus ging es 1977 zu den Mindenern
Sonntag, 11. Juni 1978
Bild 1)
Nachdem die erste Aufnahme in der Steigung vor dem Bahnhof Minden Oberstadt gründlich versemmelt wurde, entstand die erste vorzeigbare Aufnahme bei Minden Königstor
Bild 2)
Kurz vor Hille hatten wir den Zug wieder eingeholt
Bild 3)
Beim Umsetzen in Hille kam sogar die Sonne raus und ließ unseren roten Escort erstrahlen
Bild 4 und 5)
Das Wolkenloch war anscheinend nicht allzu groß, oben vor der Abfahrt in Hille, unten während der Abfahrt in Hartum (danke dafür, MKB)
Bild 6)
Da sag noch mal jemand, dass es bei Museumsbahners keine ordentlich gesicherten Bahnübergänge gibt
Bild 7 und 8)
Diesen Mega Bü ohne Lichtzeichenanlage sondern nur mit Sicherungsposten abzusichern, würde wohl jeden Verein personell überfordern, der heimischen Flaggenindustrie wäre es aber wohl recht
Bild 9 und 10)
Die nächste Bergfahrt wurde wieder kurz vor Minden Oberstadt abgelichtet. Ein sichtlich gut gelaunter und entspannter Heizer genießt die letzten paar hundert Meter Steigungsstrecke und lässt wohl die Kesselreserve für sich arbeiten
Bild 11 und 12)
Mit gut 325 Kilometern Länge ist der Mittellandkanal die längste künstliche Wasserstraße Deutschlands. Er verbindet den Dortmund Ems Kanal mit der Elbe bei Magdeburg und ist somit ein Teil der Verbindung zwischen Rhein und Oder. 1978 hatte der Ausbau des Kanals für Großmotorgüterschiffe Minden erreicht und erforderte die eine oder andere neue Brücke. Die Vordere gehört zur mittlerweile abgebauten Strecke nach Petershagen, über die Hintere bin ich letzten Donnerstag mit meinem Bruder ganz gemütlich zum Dampfzug spaziert
Bild 13)
Bei Morhoff zuckelt das schmucke Züglein gemütlich durchs platte Land
Bild 14 und 15)
Das fand ich nicht so prickelnd. Die letzten Meter bis zum damaligen Endpunkt Petershagen, an der Strecke Minden- Uchte gelegen, schob man einen G Wagen vor sich her
Bild 16)
Bevor es nach Hause ging schauten wir noch kurz im Pottspark vorbei, einem Freizeitpark in der Nähe von Minden, der dem edlen Renner 18 316 Asyl gewährt hatte
Donnerstag, 17. Mai 2012
Wie oben schon erwähnt war ich letzten Donnerstag mal wieder vor Ort. Mein Bruder und ich nehmen regelmäßig an den Grünkohl- und Spargelfahrten der Mindener teil und so möchte ich dem historischem Teil des Beitrages noch einen kleinen aktuellen folgen lassen, quasi als Riesendankeschön an die Aktiven der Museumseisenbahnen im Allgemeinen und an die Akteure bei der MEM im ganz Speziellen. Ein klein wenig Werbung können die Vereine bestimmt vertragen, deshalb möge der Vorstand doch bitte großzügig über mein frevelhaftes, nicht den Statuten entsprechendes Handeln hinwegsehen
Die Berechtigungskarte für die Fahrt zur Schönen Aussicht in Kleinenbremen
Bild 17)
Zugpferd bei dieser Fahrt war die T13 7906 Stettin, hier zu sehen im Betriebsmittelpunkt Minden Oberstadt
Bild 18)
Auf der Fahrt zur Schönen Aussicht ließ sich von der letzten Plattform des Zuges diese schöne Aussicht genießen
Bild 19
Ankunft in Kleinenbremen, die Fahrgäste überwinden die 20 Meter bis zum Gasthof
Bild 20 und 21)
Auch wenn die Fahrt schön war, widmen wir uns doch einfach dem Hauptgrund der Reise. Vor dem Essen, nach dem Essen, Bäuchlein stramm, Amen!
Bild 22 und 23)
Die Rückfahrt, vor der Abfahrt in Kleinenbremen, nach der Ankunft zur blauen Stunde in Minden. Herzlichen Dank für diesen angenehmen Abend, liebe MEM
So. das war es für Heute, Schönes Wochenende und Gruß aus Essen, Michael
edit ändert eine Jahreszahl von 1982 in 1978
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drei Achsen, zwei Stangen und 54 Tonnen
uns zwei kann nichts wirklich erschüttern
2-mal bearbeitet. Zuletzt am 2012:05:27:20:13:59.