Das Feiertagsprogramm des 28. Mai 1970 begann frühmorgens im Tauberfränkischen mit der Heilbronner 038 499, führte über Lauda mit der „modernisierten“ 064 079 und mündete ins Revier der Tübinger P8 mit der Verfolgung des P 4312 Tübingen-Ebingen – siehe Teil 1, hier: [
www.drehscheibe-foren.de] ).
Als nächster Dampfzug stand erst der Gegenzug P 4317 Ebingen-Tübingen an, den wieder die 038 711 beförderte, inzwischen freilich in Ebingen gedreht, gewässert und „g’feschpert“. Hier rollt die Fuhre, wiederum unter problematischen Lichtverhältnissen der hochstehenden Mittagssonne, in einer hochstehenden bunten Spätfrühlingswiese bei Lautlingen, km 52,5, der altehrwürdigen Universitätsstadt am Neckar entgegen:
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Diesen nordwärts, aus dem Licht herausfahrenden Zug verließen wir aber gleich wieder, um den günstiger in die Sonne laufenden Gegenzug P 4318 aus Tübingen zu erwarten. Nicht eine P8, sondern, zu meiner Enttäuschung, die Tübinger 051 559 war heute Zuglok des langen, offensichtlich aus zwei Parks gebildeten Zuges. Bei Laufen, km 49,3, stampfte die Fuhre im harten Mittagslicht durch die blühenden Streuobstswiesen:
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Man beachte den leergeschaufelten Tender!
(Die Bearbeitung des letzten Bildes wurde mit erkennbarem Erfolg von „sc“ optimiert – danke, Stefan!)
Nun aber war erstmal „Feierabend“ auf dieser Strecke: Keine weiteren Dampfzüge über den Nachmittag. Deshalb die Entscheidung, jetzt hinüber zur Strecke Rottweil-Villingen zu wechseln, wo später mit P 3916 nach Villingen noch wenigstens noch ein einziger weiterer feiertagsnachmittäglicher P8-Zug zu erwarten war.
Bis dahin war allerdings noch viel Zeit, eine Unterwegs-Stipvisite im Bw Rottweil war als „windfall profit“ möglich, ohne die erhofften Aufnahmen vom anvisierten Zug zu gefährden. Hier im Bw begrüßten uns neben einigen 50ern, die natürlich kein Foto wert waren, die Rottweiler 078 256 und die für den P 3916 vorgesehene Tübinger 038 626:
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Gleich weiter, hinaus an die Strecke nach Villingen. Die Motivation allerdings ließ zu wünschen übrig: zu heiß der frühe Nachmittag, zu flach die Landschaft, zu langweilig die Streckenführung. Lustloses Gehüpfe von Stelle zu Stelle, bis mein Schulfreund R.L. und ich uns schließlich bei Mühlhausen, schon kurz vor Villingen, dem Ziel des anstehenden Dampfzuges, an der Trassenböschung niederließen. Der Schienenstrang knackte in der Hitze, Insekten surrten uns um die Köpfe. Langeweile. Wenigstens war drüben, ein paar-hundert Meter jenseits des Gleises, das eine oder andere Sportflugzeug zu beobachten, das im erhöhten Feiertagsverkehr startend und landend über die Grasbahn hüpfte. Ansonsten Steine auf die Schienen schmeißen, lauwarme, inzwischen von jeglicher Kohlensäure freie Cola-Brühe saufen, wild fuchtelnd Insekten verjagen… Ödnis am Schienenstrang.
Wieder so ein Sportflieger, der da drüben aufstieg. Und… - eine blöde Idee: Man müsste eigentlich…! - „Hä??“ zweifelte R.L. an meinem Verstand. – Naja, ein Versuch konnte ja nicht schaden! Also, schnell den „Idefix“ über den Bahnübergang zum Sportflugplatz Mühlhausen geschaukelt: „Kann man bei Ihnen auch einen Rundflug machen?“ Ja, man konnte. Der Jupp müsse gleich vom Schauinsland zurückkommen, „den konnschd’ emol froohche.“ Jubel!
Doch der Jupp ließ auf sich warten. Und die Durchfahrt des P 3916 mit seiner 038 626 rückte immer näher. Schließlich tauchte der Zug drüben auf, und der Jupp war noch nichtmal zu sehen. Der freudigen Erwartung folgte die große Enttäuschung… Wenigstens ein Not-Schuß quer über die gräserne Start- und Landepiste des Großflughafens von Mühlhausen:
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So. Das war’s. Kein weiterer Dampfzug mehr für heute zu erwarten. Wir mussten ja auch noch bis nach Frankfurt zurück. Mischung aus Wut und Enttäuschung: Die letzte P8 des Tages geopfert, und doch nicht in die lauen Schwarzwaldlüfte erhoben – nicht gerade ein grandioser Abschluß einer ziemlich kilometerintensiven Schnapsideen-Exkursion am Fronleichnamstag…
Da segelte der Jupp mit seiner Cessna herein: Naja, wenn schon, denn schon! „…Rundflug nach Rottweil und zurück?“ – Ok. – Kostet? – Vertretbar. Also los: „Bitte einmal über den Bahnhof!“ - ?? – „Ja, nur der Bahnhof, sonst wird’s zu teuer!“ Und schon heulte die einmotorige Cessna auf, drehte die Nase gen Startbahn, hoppelte bis zum Anfang – und dann mit Vollgas und immer größeren Hasen-Hüpfern über die Mühlhausener Maulwurfshügel, und hinauf in die Luft. Gen Rottweil!
Zunächst tauchte der Bahnhof Trossingen DB auf, mit der nach links abzweigenden elekrtisch betriebenen Trossinger Eisenbahn hinüber nach Trossingen Stadt:
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Heute dominiert hier die Autobahn A 81 nach Singen, neben der ebenfalls vierspurig ausgebauten Bundesstraße 27, die im Bild noch recht beschaulich-bescheiden ganz links am Waldrand verläuft.
Und schon nähern wir uns dem Bahnhof Rottweil, auf den wir von Westen her einschweben:
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Im Vordergrund die Einfahrt von Stuttgart-Horb her mit dem markanten Stellwerk, links begleitet vom dunklen, glatten Band des jungen Neckar. Den Bahnhof sehen wir rechts der Trasse und links gegenüber das Bw.
Wir schauen von Norden auf den Bahnhof und den westlichen Teil des Bw:
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Zur Orientierung im Bw und für die Statistiker unter uns hier die Standorte der Loks:
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Rundschuppen dicht am Neckarufer, Lokbehandlungsanlagen und die Ausfahrt nach Osten, Richtung Tuttlingen, Schömberg bzw. Villingen:
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051 019 steht offensichtlich kurz vor neuen Aufgaben und qualmt erwartungsvoll vor sich hin:
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In steiler Kurve wendet die Cessna und senkt ihre rechte Tragfläche oben ins Bild:
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Blick von Osten, im harten Gegenlicht des Spätnachmittags:
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Blick von Südwesten:
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…und noch mal von Westen, mit dem harten, Schlagschatten-Licht des späten Mai-Nachmittags:
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Nun ging’s wieder zurück, des schmalen Schüler-Budgets halber im Direktflug auf Mühlhausen. Und von dort zufrieden per „Idefix“ etwa 300 km zurück nach Frankfurt.
Ich hoffe, der Fronleichnamsausflug mit dem „i-Tüpfelchen“ des Rundfluges am Schluß hat gefallen!?
Damit verabschiede ich mich, bis erst gelegentlich wieder: Denn neben dem Erstellen von HiFo-Beiträgen sollen im Sommer auch andere Sinnesfreuden ihren Platz in meiner Freizeit-Agenda finden. Die wöchentliche Regelmäßigkeit sonntags abends lässt sich deshalb vorübergehend nicht einhalten, sie ist ab Oktober wieder vorgesehen. Bis dahin bleibt’s bei spontanen Sonntags-Beiträgen.
Ich wünsche nun allen rundum eine gute Woche, Urlaubern viel Freizeitvergnügen - allen voran unserem Altpapiersammler auf der Insel -, und uns allen schließlich endlich wieder mehr Sonne und sommerliche Temperaturen!
Recht schöne Grüße aus Aachen –
Reinhard Gumbert
1-mal bearbeitet. Zuletzt am 20.06.10 22:04.