Heute jährt sich zum 25. Mal das schwere Zugunglück von Groß Königsdorf. Dabei wurde 110 477, noch als E 10 477 am 27.12.67 abgenommen, völlig zerstört. Anlässlich dieses Jahrestages wurde vor ein paar Tagen
dieser Beitrag aus den Tiefen des HiFo wieder hervorgeholt.
Interessanterweise ist 110 477 neben 110 487 (Maus-Lok) die von mir meistfotografierte 110 überhaupt. Das liegt natürlich daran, dass ich am Tag nach dem Unfall Groß Königsdorf aufsuchte und dort die Lok von allen Seiten ausgiebig fotografierte.
Aber zwei Fotos entstanden noch vor dem Unfall, und das auch nur weil die Lok noch blau war (obwohl sie kein graues Dach hatte - natürlich weil sie nie ein solches besaß!). Leider hatte die Lok damals schon keine Lüfterjalousie mehr und vor allem waren die beiden waagerechten Warnstreifen an den Führerständen längst wieder entfernt.
Wann dies geschah, dazu habe ich bisher nichts gelesen - kann die U2 in Opladen vom 07.12.77 mit Lackauffrischung das Ende der Warnstreifen bedeutet haben? Oder ist dies schon früher geschehen? Angeblich soll die Lok bereits 1973 (?) einen Unfall gehabt haben. Auch darüber habe ich nichts gefunden.
Das erste Foto hatte ich schon mal im HiFo gezeigt. Hier wendet die Lok dem Betrachter Führerstand 2 zu. Die Führerstandsfrontfenster wurden mit neueren weißen Kunststoffeinfassungen versehen:
Vom anderen Führerstand her gesehen trägt die Lok noch ihre Herstellerschilder. Auch ist beidseitig noch das ursprüngliche, etwas tiefer sitzende DB-Guss(?)schild an den Führerständen zu sehen, während der seitliche DB-Keks fehlt:
Am Nachmittag des 27.05.83 wurde die Unfalllok geborgen, ohne Drehgestelle auf einen Flachwagen verladen, und von 215 026 ganz langsam durch den Bahnhof Groß Königsdorf gezogen. Das gesamte öffentliche Bahnhofsgelände und auch die Steinbrücke im Hintergrund, gegen deren Widerlager 110 477 geprallt war, waren frei zugänglich:
Die völlig zerstörte Lok wird am Inselbahnsteig vorbeigezogen:
Links im Bild ist ein Hilfszug zu sehen, der von 212 103 bespannt war:
Die junge Dame links ist sichtlich entsetzt ob der Zerstörung des Führerstandes 1, in dem wohl der Lokführer den Tod fand:
Der andere Führerstand war noch als solcher erkenntlich. Offenbar hatte die Lok kurz zuvor noch inverse Klebekekse erhalten:
Die Lok stand noch ein paar Tage auf dem Flachwagen im Bahnhof Groß Königsdorf. Danach wurde sie zunächst ins Bw Köln-Nippes überführt und dort offenbar auseinandergeschnitten, um besser (ins AW Opladen) transportiert werden zu können. In diesem Zustand, auf zwei Rungenwagen verteilt, war sie bis Juli (?) 1985 im AW Opladen anzutreffen.
Leider sind die nächsten Fotos wohl nach einer Bettelei beim Führer dieser Besichtigung im Schnellverfahren entstanden und auch aufgrund der problematischen Lichtverhältnisse in dieser Nebenhalle verwackelt. Auf dem vorderen Rungenwagen findet sich die Lokhälfte mit Führerstand 2 wieder:
Auf dem anderen Rungenwagen ist die schon weitgehend zerlegte Hälfte mit Führerstand 1 zu sehen:
Bei der rückwärtigen Ansicht der Hälfte mit Führerstand 2 kann man gut erkennen, dass die Lok ziemlich genau mittig geteilt wurde:
Angeblich sollen die Drehgestelle und sogar weitere Teile der 110 477 an 139 134 anlässlich ihres Umbaus 1985 zur 110 511 gegangen sein. In Anbetracht der Zerstörungen an 110 477 kann ich mir das ehrlich gesagt nicht vorstellen. Da erscheint mir lediglich eine konstruktive Änderung der vorhandenen Drehgestelle von 139 134 (Getriebeübersetzung) wahrscheinlich.
2-mal bearbeitet. Zuletzt am 2009:07:14:16:04:24.