Der 21. Mai war der einzige Werktag, an dem ich morgens in Vorarlberg war. Da gab es keine Wahl: Nur werktags fuhr auf der Montafonerbahn ein Frühzug mit Lok und Wagen, und die Lok war auch nicht irgendeine, sondern eine der beiden von den ÖBB erworbenen 1045!
Also hieß es früh aufstehen, denn der Zug verließ Schruns schon um 7.00 Uhr.
Leider war das Wetter keineswegs fotofreundlich, so daß ich zunächst eine Bahnhofsaufnahme von 1045.03 in St. Anton im Montafon machte
Ich nutzte meine Chance, als dieser Zug Nr. 8924 noch den Gegenzug abwarten mußte, um den Standort zu wechseln. So gelang mir noch diese Aufnahme in Lorüns.
Während der zehnminütigen Wendezeit des MBS-Zuges verließ der 5518 Bludenz in Richtung St. Anton am Arlberg. Dieser Zug war am Vortag mit 1670 bespannt, also schnell noch einen Abstecher zur Arlbergbahn. Doch dann in Bings die Enttäuschung: „Nur“ die 1020.41 vor dem Zug, und dazu scheußliches Wetter.
Als ich diese Lok vor ein paar Tagen wiedersah, im Schiebedienst Laufach – Heigenbrücken, entschloß ich mich, diese lange geplante Serie endlich zu realisieren.
Von Bings ging es sofort wieder zurück nach St. Anton im Montafon, diesmal um die Kreuzung zu dokumentieren: 1045.03 mit Zug 945 und ET 10.104 als Zug 8926.
Nachdem diese Aufnahmen alle innerhalb einer guten halben Stunde entstanden waren, begab ich mich erst einmal nach Schruns, um die dort herumstehenden Fahrzeuge abzulichten. Das Licht ließ jetzt immerhin Farbaufnahmen mit meiner 6x6-Kamera zu (die leider wegen ihrer „Höchstgeschwindigkeit“ von 1/125 s nicht streckentauglich war)
Hier könnt Ihr sehen, daß die 1045.03 noch ihren letzten ÖBB-Anstrich trug.
Der ET 10.106 lief vorher bei den ÖBB als 4060.02, wurde aber von der MBS umgebaut
Der ET 10.103 entstand bei der Montafonerbahn aus dem DB-VT 63 905!
1045.01 erhielt den MBS-Anstrich
Nach dem Abstecher ins Montafon ging es wieder an die Arlbergbahn, wo ich bei Wald a. A. 1020.43 und 1044.20 mit dem D 469 „Arlberg-Express“ (Laufweg Paris – Wien!) erwischte.
Nachdem ich an dieser Stelle noch ein paar Aufnahmen gemacht hatte und mit der Motivauswahl in Langen nicht zufrieden war, fuhr ich über den Arlbergpaß nach St. Anton. Damals ahnte ich nicht im geringsten, daß es dort 20 Jahre später keine Eisenbahn mehr geben sollte. Als wir 2001 mit einem Sonderzug dorthin kamen, war schon der neue Bahnhof im Berg („St. Beton“) in Betrieb. Im Ort befand sich noch die Schotterwüste. Der Zugang zum neuen Bahnof erfolgt über eine Fußgängerbrücke. Meine damals gerade zweijährige Tochter war begeistert von den großen Schrauben am Brückengeländer und fing gleich an, daran herumzuspielen. Ich dachte mir nichts schlimmes dabei, doch nach wenigen Minuten brachte sie mir freudestrahlend eine abgeschraubte Schraubenmutter ...
1982 war die Welt hier noch in Ordnung, lediglich die 1020.12 enttäuschte mich – schon wieder keine 1670!
Teil 4 folgt
Gruß Stefan