Diesen Beitrag hatte ich letzte Woche auf meinem PC zusammengestellt, um ihn heute hier einzustellen. Es ist also purer Zufall, daß es gestern auch einen Schweiz-Beitrag gab. Ich hoffe, Ihr ertragt zwei Schweiz-Beiträge ...
Einmal an einem Mittwoch im Juni 1983 fragte mich ein Freund in der Uni: „Was hast Du am Wochenende gemacht?“ Meine Antwort: „Krokodile gejagt!“ Er: „Ach ja die 193 und 194 ...“ Als ich dann eine Woche später Bilder von der Rhätischen Bahn mitbrachte, war er doch etwas erstaunt ...
In den 1980er-Jahren bin ich oft in die Schweiz gefahren, gab es dort doch jede Menge Bahnbetrieb, der eher mehr als weniger wurde (im Gegensatz zu Deutschland). Mehrere, nicht alle Touren habe ich mit dem „Velo“ (Fahrrad) gemacht und so einen großen Teil der Schweiz erkundet. Mit Velo und „Jugi“-Übernachtungen waren sogar Schweiz-Touren noch bezahlbar. Bei den meisten Touren
mußte die RhB auf dem Programm stehen. Eigentlich interessierten mich schon immer alte und neue Fahrzeuge, aber die Ge 6/6 I übten doch einen besonderen Reiz aus.
Auch bei der modernen Traktion gab es Raritäten: Die fabrikneue Ge 4/4 III 81 der Furka-Oberalp-Bahn (FO) wurde bis zur Fertigstellung des Furka-Basistunnels auf dem Netz der RhB eingesetzt und erprobt, da die FO für eine reine Adhäsionslok sonst keine Verwendung hatte. Foto am 30.8.1981 bei Davos-Dorf
Dampflokomotiven in der Schweiz waren und sind für meine Generation nur im Nostalgieverkehr zu erleben
(abgesehen von der BRB, die immer noch den Großteil ihres Verkehrs mit Dampf bestreitet, aber die ist ja seit jeher als Touristikbahn konzipiert). Dieser Sonderzug am 30.8.1981 war restlos ausverkauft, so daß nur Nebenherfahren übrigblieb: G 4/5 107 über dem Zusammenfluß von Hinter- und Vorderrhein bei Reichenau-Tamins.
Das Bild ist trotz des Sonderfahrt-Motivs historisch, da meines Wissens beide Gitterbrücken (Schiene und Straße) inzwischen durch Beton-Neubauten ersetzt wurden.
Am nächsten Morgen dann ein Kroki! Ge 6/6 I 407 am 31.8.1981 kurz vor Disentis
Die damalige Reiseroute führte dann weiter westwärts.
Doch nun zu meiner ersten großen Velo-Tour nach Graubünden. Ich startete am Fronleichnamstag, dem 2.6.1983 morgens bei Regen in Tübingen. Als Tagesziel hatte ich Lindau oder Bregenz geplant. Doch der Regen ließ erst bei Lindau nach. So war ich ohne größere Pausen viel zu früh in Lindau. Ich überlegte, wo die nächsten Jugendherbergen waren, und fuhr weiter rheinaufwärts, bis ich abends in Chur eintraf, wo endlich die Sonne schien.
Zu meiner besonderen Freude stand bei der Arosa-Bahn, die damals noch mit 2000 V Gleichstrom fuhr, einer jener uralten Bernina-Triebwagen vom Baujahr 1908 (!), nämlich der ABe 4/4 32. Diese Fahrzeuge waren umschaltbar zwischen den Stromsystemen der Arosabahn und der Berninabahn (1000V =)
Am nächsten Morgen gleich zwei Krokodile im Bahnhof Chur: Ge 6/6 I 414 und 408 ...
... und auf dem Bahnhofsvorplatz der ABDe 4/4 482,
... den ich gleich noch einmal als „Straßenbahn“ auf dem Plessurquai ablichtete.
Dann ging es hinaus an die Strecke rheinaufwärts, wo ich die Ae 4/7 10933 der SBB auf dem Dreischienengleis in Domat/Ems erwischte. Die Oldtimer hatten offensichtlich keine Schwierigkeiten mit dem „verdünnten“ Strom (11 kV, 16 2/3 Hz) der RhB
Damals standen die Krokis noch voll im Einsatz: Ge 6/6 I 415, ebenfalls in Domat/Ems
Ge 6/6 I 408 auf der Hinterrheinbrücke bei Reichenau/Tamins. Diese Lok sollte mir an jenem Tag noch öfters begegnen. Vorn rechts mündet der Vorderrhein. Im Vergleich zum 2. Bild ist das der Blick von der Straßenbrücke aus.
Fortsetzung folgt
Gruß Stefan
1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2008:03:29:12:12:30.