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 15 - Museumsbahn 

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Re: Nachwuchs bei Museumsbahnen

geschrieben von: tharsi

Datum: 28.06.12 13:58

Hallo zusammen,

ich bin begeistert, was alles für tolle Beiträge Ihr schon geschrieben habt. Ich habe sie alle mit großer Aufmerksamkeit gelesen.
Den selben Beitrag habe ich auch auf einem großen Sozialen Netzwerk gepostet. Es ist interessant zu lesen, was dort die "Jugendlichen" schreiben. Wer bei dem Netzwerk ist, kann es unter [www.facebook.com] lesen.

Macht weiter so! ;-)

Gruß

Tharsi



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2012:06:28:14:05:58.
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Re: Wirklich?

geschrieben von: nachtbahner

Datum: 28.06.12 14:33

Äh, es ist ja wohl klar, das es so gesehen natürlich an den Eltern liegt. Sie sind erwachsen und für alles verantwortlich. Ich hatte vergessen, zu schreiben, das man letztendlich natürlich nicht wirklich was machen kann gegen den Schrott, der auf uns alle einstürzt. Das ist eben so. Aber leide denken immer weniger über das "Leben" nach, um auch mal zu neuen Sichtweisen zu kommen. Was Du sagst, erlebe ich tagtäglich mit Eltern. Da wird für alles, was unbequem werden kann (also "Erziehung") eine Ausrede gesucht, diesen Weg eben nicht gehen zu müssen. Gerade, was den Konsum angeht. Das fängt vielleicht an der Supermarktkasse an und hört mit einem Handy oder Computerspiel noch lange nicht auf. So grob habe ich 3 Kategorien kennengelernt: Die einen kümmern sich zu wenig ums Kind, die anderen zuviel und die 3. Gruppe sieht in ihren Kindern Lebenspartner. Grauenhaft.
Im Gegensatz zu meinen Eltern vor 30-40 Jahren müssen wir heute viel mehr FÜHREN. Leider wird das eher noch weniger getan, als in den 70 Jahren, die ich eigentlich als das bisherige Optimum an Kindererziehung ansehe. Zumindest habe ich es so erlebt. Es gab kein Autoritär oder antiautorität. Es wurde so gemacht, wie die Eltern das sagten. Und weil unsere Eltern durch die 68er "aufgewacht" sind, haben sie eben nicht die gleiche Spiessigkeit ihrer Eltern weitergegeben. So habe ich das erlebt und versuche, heute auch so zu handeln. Es ist allerdings immer schwerer, nicht gegen den Strom zu schwimmen und zumindest stehenzubleiben.

Nochmal zu den Medien: Es ist ja nicht nur der "eine" Sender oder Sendung, bei der man was nachmacht. Nicht jeder, der Ballerspiele daddelt, läuft danach amok. Aber diese Art der Berieselung erfolgt ja überall und ständig. Ich wohne hier oben im Norden, höre den ganzen Tag Radio. Tu Dir mal bewusst den ganzen Tag die Privatsender, schon lange auch NDR 2 an. Es ist grauenhaft, wie da die ganze Zeit geredet wird. Und das geht nicht nur mir so.
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Re: Wirklich?

geschrieben von: Calli

Datum: 28.06.12 16:19

Vielleicht ist es auch viel einfacher................

Erlebnis Bahn früher: Als Kind/Jugendlicher war es immer etwas besonderes mit dem Zug zu fahren und ein spannendes Erlebnis. Man kam mit der Bahn auch in der Fläche in Berührung und staunte als Kind über die interessanten Ziele auf den Zugschildern. Ein eigens Auto war als Jugendlicher fast nicht erschwinglich und so ging es mit dem Interrailticket auf große Reise.

Heute: Viele Jugendliche haben auch als Schüler bereits mit 18 ein Auto. Bahnfahren wird als unattraktiv empfunden. Die Bahnhöfe sind oft vergammelt, die Züge unpünktlich, langweilig und einfach dreckig. Nachrichten über die Bahn sind fast immer negativ. (z.B. Berliner S-Bahn, ICE-unfälle, usw) Wenn man nicht unbedingt muss vermeidet man Bahnhöfe und Züge. In der Fläche findet Bahnfahren nicht statt. Es gibt Proteste bei geplanten Reaktivierungen von Anwohnern und Parteien. Warum sollte man sich soetwas als Hobby suchen?
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Re:

geschrieben von: Stellwerk

Datum: 28.06.12 16:36

Hallo zusammen,

viele Dinge sind ja schon genannt worden. Kleiner Erfahrungsbericht meinerseits:
Ich bin seit meinem 13. Lebensjahr in einem größeren bayerischen Verein tätig. Angefangen hat es mit der optischen Aufarbeitung von Lokomotiven. Ein Gründungsmitglied des Vereins leistet hier große Dienste und beschäftigt sich mit den Jugendlichen in einer Jugendgruppe.
Aber schon zu Beginn meiner Mitgliedschaft war es mir stets möglich einmal auf der Lokomotive mitzufahren. Das war für mich die Belohnung für die geleistete Arbeit. Ein paar Jahre später wurde ich dann immer mehr in den Betriebsdienst mit eingebunden, so dass ich bereits mit 18 Jahren meine Zugführerprüfung ablegen konnte.
Mit 19 Jahren bin ich Heizer geworden und heute mit 20 Jahren kann ich mit Stolz von mir behaupten schon auf Lokomotiven der Baureihe 01, 41, 52 und sogar auf einer bayerischen Schnellzuglok geheizt zu haben.
Natürlich ist es ein riesen Glück, dass der Verein, im Gegensatz zu manch kleinerem Verein, so viel Betrieb bieten kann, der regelmäßig zur Ausbildung von Mitarbeitern genutzt werden kann.
Nur was ich damit auch sagen will, als Jugendlicher muss man motiviert werden. Man muss eine Perspektive sehen vielleicht auch mal eine Lokomotive fahren zu dürfen. Und genau diese Motivation hindert mich auch jetzt während meines Studiums nicht daran den mittlerweile 300 Km entfernten Verein regelmäßig zu besuchen.
Die historische Eisenbahn wird bei uns nicht aussterben, weil sich die Älteren und Erfahrenen oftmals in den Hintergrund gestellt haben, um es den jungen Leuten zu ermöglichen die alte Technik zu erlernen.
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Re: Wirklich?

geschrieben von: ostberliner

Datum: 28.06.12 16:41

Hallo,

Interessant sind die Antworten hier. Ich sehe die folgenden Muster:
Es gibt hier welche, die bei einem Museumsbahn mal probiert haben und aus irgendeinem Grund frustriert aufgehört haben. Sie verallgemeinern leider, und meinen, alle Museumsbahnen seien so.

Es gibt andere, die gute Beispiele aus fremden Ländern bringen und meinen, alle, die das nicht so machen, machen es falsch. Sie übersehen aber, dass auch in Deutschland, oder auch in Österreich, wo ich herkomme, Vereine und Museumsbahnen gibt, die durchaus brauchbaren Nachwuchs haben. Außerdem übersehen sie, dass die britische Museumsbahnszene, und generell die Traditionspflege der Briten noch nie mit der der Deutschen vergleichbar war.

Und zum Schluss gibt es welche, die die Probleme der heutigen Zeit nicht sehen/hören wollen. Sie meinen wir leben gut, der Medienkonsum ist kein Problem und es ist alles OK. Über diese Gruppe meinte ich, sie rasen dem Abgrund zu und merken es nicht mal. (Was passiert gerade heute in Brüssel?)

Was wäre mit einer Meinung, wonach all diese Faktoren (Kompetenz der Mitarbeiter, Traditionsbewußtsein der Bevölkerung, Sozialer Umfeld, Medienangebot, Verbreitung des Automobils) eine wichtige Rolle spielen, und was genau in einem konkreten Fall das Problem ist, muss man für jeden Einzelfall gesondert beurteilen?

viele Grüße
Peter
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Re: Re:

geschrieben von: nachtbahner

Datum: 28.06.12 17:03

Genau richtig!
Und nach meiner Erfahrung ist das bei mittlerweile alt eingesessenen Vereinen auch so. Immerhin gibt es viele Vereine schon 30, 40, einen sogar bald 50 Jahre. Da fand/findet schon eine Menge Nachwuchsarbeit statt. Sie wurde blos nicht als solche herausgestellt. Bis vor 20 Jahren hat das so ja auch gereicht. Dann kam Privatfernsehen, Internet, Handy, Videospiele, Mora-C.... (ja, letzteres meine ich durchaus. Ich glaube nicht wenige sind als Kinder mit Köfs auf Landbahnhöfen u. ä. rumgeteckelt. Oder die Blockstelle, die es schon lange nicht mehr gibt, wo man Signale stellen und die Schranken kurbeln durfte. Also prinzipiell würde das JEDEM Jungen (vielleicht auch Mädchen aber ich mußte es an meiner Tochter lernen - sie sind einfach anders) auch heute noch gefallen. Das soll auch keine Jammerei sein. Nur eine Feststellung. Eine grundsätzliche Lösung dafür kann es einfach nicht geben. Ich schriebs heute schon: deshalb wird der Interessenkreis zum Thema Eisenbahn von Jahr zu Jahr ein wenig kleiner. Wohl nur ein bischen aber er wird.

Gruß
Thorsten
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Re: Nachwuchs bei Museumsbahnen

geschrieben von: co2430

Datum: 28.06.12 19:44

Gerade die Altersstruktur ist es doch, die junge Leute davon abhält in einem Museumsverein gleich welcher Art, Mitglied zu werden. Außer natürlich in dörflicher Umgebung, wo man schon Kraft Geburt automatisch Mitglied in der Freiwilligen Feuerwehr, Schützenverein, Heimatverein oder ähnlichem wird. Sind wir doch mal ehrlich; wer von uns hat mit 18-20 Jahren Interesse daran gehabt einem Verein beizutreten, wo Leute ab 40 und älter zusammenkommen. Ich jedenfalls nicht, für einen Zwanzigjährigen ist doch ein Mittvierziger schon ein alter Sack.

Es reicht doch, wenn die Leute so ab Mitte Vierzig, wenn Familie und Karriere einen eben nicht mehr total fordern, zum Verein finden. Das sind dann doch auch diejenigen, die auf Dauer bei der Stange bleiben. Und bei der Rüstigkeit der heutigen Generation sind die meisten doch dann mindestens die nächsten 30 Jahre aktiv. Gruß Dieter, auch schon ein alter Sack (60).
Optionen:

Re: Nachwuchs bei Museumsbahnen

geschrieben von: gizmo

Datum: 28.06.12 20:10

tharsi schrieb:
-------------------------------------------------------
> Hallo zusammen,
>
> ich bin begeistert, was alles für tolle Beiträge
> Ihr schon geschrieben habt. Ich habe sie alle mit
> großer Aufmerksamkeit gelesen.
> Den selben Beitrag habe ich auch auf einem großen
> Sozialen Netzwerk gepostet. Es ist interessant zu
> lesen, was dort die "Jugendlichen" schreiben. Wer
> bei dem Netzwerk ist, kann es unter
> [www.facebook.com]
> -Historische-Schienenfahrzeuge-Freiburg-eV lesen.
>

Da sind einige durchaus interessante Beiträge dabei, da hast Du recht.
Allerdings beschäftigen sich nahezu alle mit der Um- und Beschreibung des Problems und eher wenige bringen brauchbare Vorschläge zur Lösung desselben. Aber was noch nicht ist, kann ja noch werden ;-)

Was wird denn im Gesichtsbuch so geschrieben? Als Nicht-Mitglied ist mir der Zugang leider (?) verwehrt. Vielleicht kann und/oder mag aber jemand ein paar Zitate auf einen K-Wagen verfrachten und hierher umrangieren?
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Re: Nachwuchs bei Museumsbahnen

geschrieben von: MS Baden

Datum: 28.06.12 20:33

Auch über 60-Jährige können doch noch in so einem Verein aktiv werden. Der grüne Ministerpräsaident von Baden-Württemberg ist immerhin auch schon 64 und auch noch rüstig. Es ist egal, wer in welchem Alter so einen Eisenbahnverein bereichert, Hauptsache, es gibt Leute, die den Eisenbahnverein am Leben halten.
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Re: Nachwuchs bei Museumsbahnen

geschrieben von: Schweisser

Datum: 28.06.12 20:46

Vielleicht sollte mal jeder in die Satzung auch des eigenen Vereins gucken, Mitgliedschaften sind meist erst ab 16 Jahren möglich. Warum eigentlich ??

Ich bin Mitglied in einem der ältesten Eisenbahnvereine Deutschlands. Dort hat man sich im Laufe der letzten Jahre weg vom reinen Museumszugbetrieb hin zum „lebendigen Museum“ entwickelt. Heute werden Führungen und Veranstaltungen für alle Altersgruppen angeboten, die auch sehr gut besucht sind, egal ob Kindergartengruppen oder Seniorenkreise.

Vorgestern fragte mich bei einer Führung die Mutter eines 10-jährigen, dessen Geburtstagsgeschenk eine Führung über unser Gelände war, ob wir auch Arbeitsgemeinschaften für Jugendliche anbieten. Haben wir zwar noch nicht angedacht, ist aber durchaus ein interessanter Ansatz.

Es liegt immer am Verein selbst was er draus macht.

Es fiel schon das Wort von der sozialen Inkompetenz vieler Vereine, dem kann ich leider nur zustimmen.

Also bewegt euch und laßt euch etwas einfallen. Nur mit Dampflok fahren und mit Brille aus dem Fenster gucken wollen ist in ein paar Jahren sowieso vorbei.
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Re: Nachwuchs bei Museumsbahnen

geschrieben von: Anschlussbahn

Datum: 28.06.12 20:55

Hallo,

> Vielleicht sollte mal jeder in die Satzung auch
> des eigenen Vereins gucken, Mitgliedschaften sind
> meist erst ab 16 Jahren möglich. Warum eigentlich
> ??

weil es teilweise nicht ganz ungefaehrliche Taetigkeiten sind?
Ob man nun bei 12, 14 oder 16 die Grenze zieht, ist Ansichtssache. Einfache Taetigkeiten kann man sicher auch einem 12-jaehrigen anvertrauen. Aber in der Werkstatt mit der Flex arbeiten ist eher etwas fuer aelter als 16 Jahre. Das Thema Arbeitsschutz gilt nunmal auch fuer Vereine.


> Es liegt immer am Verein selbst was er draus
> macht.

Das stimmt. Man muss halt schauen, ob man fuer die Jugendgruppe ein sinnvolles Projekt machen kann. Dazu gehoeren aber auch ausreichend Mitglieder, die sich um die Jugendlichen kuemmern. Die Parkeisenbahnen zeigen, dass so etwas durchaus machbar ist.


> Es fiel schon das Wort von der sozialen
> Inkompetenz vieler Vereine, dem kann ich leider
> nur zustimmen.

Vollste Zustimmung. Kennt man aus eigener Erfahrung. Aber da hilft nur diese Leute ins offene Messer laufen zu lassen.

Armin

[www.muehlenroda.de] (Muehl privat)
[www.museumsstellwerk.de] (Museumsstellwerk Rheine e.V.)
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Re: Wirklich?

geschrieben von: Thomas Mueller

Datum: 28.06.12 22:13

ostberliner schrieb:
-------------------------------------------------------
> Und zum Schluss gibt es welche, die die Probleme
> der heutigen Zeit nicht sehen/hören wollen. Sie
> meinen wir leben gut, der Medienkonsum ist kein
> Problem und es ist alles OK. Über diese Gruppe
> meinte ich, sie rasen dem Abgrund zu und merken es
> nicht mal. (Was passiert gerade heute in
> Brüssel?)

Nur weil einige - mich eingeschlossen - Ihre pauschale Schwarzseherei nicht teilen, müssen Sie nicht denken wir seien blind ;-)

einen schönen Tag wünscht Thomas Mueller

Tradition ist eine Laterne, der Dumme hält sich an ihr fest, dem Klugen leuchtet sie den Weg. (George Bernard Shaw)

Einige auf DSO vermitteln mir die geistige Frische einer Tigerente (abgwandelt urspr. von G.Jauch)
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Re: Vereinsmeierei

geschrieben von: 140 243

Datum: 28.06.12 22:21

Ae4/7 schrieb:
-------------------------------------------------------

> Also diese Art von Grossmäulern 'ich bin da seit
> der Gründung des Vereins, habe Alles miterlebt und
> werde mein Wissen nie teilen' sowie die diversen
> internalen 'Kleinkriege'

Ja, sowas gibt's nicht nur in der Schweiz und es betrifft auch nicht nur Jugendliche.
Dieses Machtgehabe und Abstecken irgendwelcher Rangordnungen hat auch schon manchen Erwachsenen davon abgehalten, sich als aktives Mitglied irgendwo einzubringen. Habe ich selbst schon von einigen Leuten gehört: Eigentlich ist Eisenbahn ein tolles Thema, aber diese "Vereinsmeierei", die zum Teil stattfindet, geht gar nicht. Da meinen dann einige, sie stünden über anderen, weil sie älter sind oder schon länger dabei. Keine Spur davon, dass man Leute auch begeistern muss, wenn man Nachwuchs für seinen Verein aufbauen will.

Das ist sicherlich nicht bei jedem Verein so. Idealerweise sollte ein Verein wie eine große Familie aufgebaut sein, wo jeder dem anderen auf die Schulter klopfen kann, wo sich alle verstehen und auch mal zusammen lachen können. Aber gelegentlich gibt es leider Typen, deren soziale Komponente nicht so wirklich ausgebildet ist.

Wenn man Jugendliche begeistern will, ist sowas natürlich absolutes Gift. Da braucht es Leute mit Einfühlungsvermögen, Kreativität und Menschenkenntnis. Wenn man die Neuankömmlinge begrüßt in der Art: "Der Stift kann mal schön den Fußboden wischen", dann kann der Verein über kurz oder lang dicht machen.

Viele Grüße

140 243



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 2012:06:28:22:28:29.
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Re: Nachwuchs bei Museumsbahnen

geschrieben von: Meterspurgleisbauer

Datum: 28.06.12 23:24

tharsi schrieb:
-------------------------------------------------------
> Hallo zusammen,
>
> ur Zeit ist es in der Museumsbahnszene am
> krieseln. Immer mehr Vereine beklagen, sie haben
> nicht genug Mitglieder, um den Betrieb aufrecht zu
> erhalten.
> Hier nur ein Beispiel von vielen:
> [www.badische-zeitung.de]
> er-dampfzugfahrten--60533116.html
>
> Ist die Museumsbahn in Personalnot? Woran liegt
> es, dass sich weiniger, vorallem Jugendlich bei
> den Museumsbahnen angaschieren wollen? Was kann
> man dagegen machen?
> Eure Meinung ist gefragt!
>
> Gruß
>
> Tharsi

Also wenn ich mir die ganzen Beiträge so ansehe, denke ich, jeder hat einen Teil Recht.

Es gibt sicher Vereine, in denen neue, vor allem Jugendliche, Mitglieder, vergrault werden, ob absichtlich oder wieder besseres Wissen mag dahingestellt bleiben, kann ich nicht beurteilen.

Das gesamte Umfeld, Stellenwert der Bahn, Freizeitverhalten, neue Medien usw. hat sich ebenso verändert wie die sonstigen Lebensumstände (häufiger Arbeitsplatzwechsel, Erziehungsmethoden der Eltern, Ausbildungsplatz weit entfernt, Turbo-Gymnasium). Das macht es Interessierten Jugendlichen bzw. jungen Erwachsenen schwer, sich zu engagieren.

Wenn dann noch finanzielle Probleme dazu kommen, und da dürfte der Mitgliedsbeitrag das kleinste Problem sein, die Anreise, ob PKW oder ÖPNV, dürfte der größere Kostenfaktor sein, dann lässt man es eben.

Meine persönliche Erfahrung ist, daß von 10 interessierten Jugendlichen längerfristig einer dabei bleibt. Die Mehrzahl der neuen Mitglieder rekrutiert sich aus dem Bereich der über 30-jährigen, die Berufsausbildung und Familiengründung hinter sich haben und in sogenannten 'stabilen Verhältnissen' leben.

Unser ältestes, neues Vereinsmitglied ist übrigens im zarten Alter von 75 Lenzen zu uns gestossen und war bis zu seinem Heimgang im Alter von weit über 80 Jahren aktiv.

Vielleicht wäre den Vereinen auch damit geholfen, wenn einiger derer, die Eisenbahninteressiert sind und sich deshalb hier im Forum tummeln, mal die Seite wechseln und mitarbeiten ;-)
Ich kenne ein paar, die glaubten zwei linke Hände zu haben und ganz überrascht waren, was man mit diesen Händen alles tun kann.

Eigentlich kann jeder in einem Verein mitmachen, man muß nur die wichtigste Regel zuerst lernen:

Eine Museumsbahn ist kein Spielzeug.


Gerald
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Re: Nachwuchs bei Museumsbahnen

geschrieben von: nachtbahner

Datum: 28.06.12 23:40

Natürlich ist es "Spielen". Da machen wir uns doch bitte nichts vor. Natürlich im vorgeschriebenen Rahmen aber jeder macht es aus SPAß! Wer den nicht hat, tut sich den (oftmals) Stress doch nicht freiwillig an. Ich weiß aber das dies oft von einigen vergessen wird, die so bittterernst mit ihrer Uniform dastehen.

Gruß
Thorsten
Optionen:

Re: Nachwuchs bei Museumsbahnen

geschrieben von: Meterspurgleisbauer

Datum: 28.06.12 23:52

nachtbahner schrieb:
-------------------------------------------------------
> Natürlich ist es "Spielen". Da machen wir uns doch
> bitte nichts vor. Natürlich im vorgeschriebenen
> Rahmen aber jeder macht es aus SPAß! Wer den nicht
> hat, tut sich den (oftmals) Stress doch nicht
> freiwillig an. Ich weiß aber das dies oft von
> einigen vergessen wird, die so bittterernst mit
> ihrer Uniform dastehen.
>
> Gruß
> Thorsten


Ja, es macht Spass, aber nein, es ist nicht Spielen.

Wenn meine Motivation Spielen wäre, würde das nach kurzer Zeit langweilig werden.

Wenn du mal, von einem schweren Wolkenbruch überrascht, klitschnass von der Gleisbaustelle zurückkommst, ohne einen trockenen Faden am Leib, und trotzdem beim nächsten Mal wieder dabei bist, wenn dir im Winter beim Gehölzschnitt bei -20 Grad der Bart am Schutzgitter des Forsthelms fest friert, dann glaub mir, das ist kein Spiel. Und trotzdem macht es Spass, weil man am Abend zwar müde ist, aber das gute Gefühl hat, etwas sinnvolles getan zu haben.

Gerald
Optionen:

Re: Nachwuchs bei Museumsbahnen

geschrieben von: Thomas Mueller

Datum: 29.06.12 00:14

nachtbahner schrieb:
-------------------------------------------------------
> Natürlich ist es "Spielen". Da machen wir uns doch
> bitte nichts vor. Natürlich im vorgeschriebenen
> Rahmen aber jeder macht es aus SPAß! Wer den nicht
> hat, tut sich den (oftmals) Stress doch nicht
> freiwillig an. Ich weiß aber das dies oft von
> einigen vergessen wird, die so bittterernst mit
> ihrer Uniform dastehen.

Es ist weder "spielen" noch spielen - ehrenamtlich, egal ob in einem Verein, Club, in einer IG oder auf sozialer Ebene, ist Freizeitarbeit ohne direkte Entlohnung zur eigenen Weiterbildung, Belustigung, Erfüllung oder sonst was!
Selbst im Sportverein geht das Vereinsleben weit über das eigentlich Ereignis hinaus, zumindest bei den Vollblutmitgliedern.

>
> Gruß
> Thorsten

einen schönen Tag wünscht Thomas Mueller

Tradition ist eine Laterne, der Dumme hält sich an ihr fest, dem Klugen leuchtet sie den Weg. (George Bernard Shaw)

Einige auf DSO vermitteln mir die geistige Frische einer Tigerente (abgwandelt urspr. von G.Jauch)
Optionen:

Re: Nachwuchs bei Museumsbahnen

geschrieben von: tharsi

Datum: 29.06.12 10:31

Hallo zusammen,

hier einpaar Zitata aus der Diskussion bei facebook:

Es gehört dann eine verdammt große Überwindung dazu, sich im Herb, Frühjahr und Winter wirklich durchzuringen, bei Kälte und Nässe etwas zu tun. Da immer mehr Leute zudem beruflich Probleme bekommen, wenn diese Krank sind - schon man sich in der Freizeit wo es nur geht und dann sind diese Bedingungen natürlich ein abschreckendes Beispiel.
Der nächste Punkt sind die Umgangsformen. Gerade in vielen Museumsbahnen ist der Umgangston meist der typische Werkstättenjargon - schon dies kann viele Leute abschrecken, denn die direkte, oft ruppig raue Art führt nicht gerade zu einer heimeligen Atmosphäre - wenn man dies nicht gewohnt ist. Zudem herrscht meist eine Art Kleiderordnung - und dies allein kann viele schon abhalten. Auch ist es nicht einfach, sich in der Wortwahl, den Gesprächen der "Ex", "Alt" und "Privat" Eisenbahner zurecht zufinden, und damit ist schon eine Verständnisblockade gegeben, die Kommunikation im Keim ersticken kann.


Fassen wir also zusammen:
- miese Arbeitsbedingungen
- raues Umfeld
- wenig Wissenstransfer
- wenig Qualifizierung
- hohe Anforderungen

Alles in allem beißt sich da so dermaßen, daß man eigentlich als Jugendlicher klar davon Abstand nimmt und die Zeit sinnvoller mit Freunden unter der Dorflinde verbringt, als im Eisenbahnverein.
Dies trifft jetzt aber nicht nur Eisenbahnvereine, sondern viele, viele andere Vereine


Ich seh eher das Problem darin, das man Jugendliche generell erstmal wieder für die Eisenbahn begeistern muss. Früher hatte doch jeder eine Modelleisenbahn und hatten der Traum vom Beruf Lokführer. Was ist aber heute??

du hast, der umgang miteinander ist wohl wirklich ein hauptgrund, dass viele irgendwann keine lust mehr haben, deswegen halte ich es für sehr wichtig, auf einen gepflegten Umgang miteinander großen wert zu legen.

ich denke einfach, dass es den jungen gelingen muss, einen festen zusammenhalt, auch über vereinsgrenzen hinaus aufzubauen um sich auch gegenseitig unterstützen zu können, denn nur so, kommen wir alle unserem ziel, eisenbahnbetrieb wie er mal war durchzuführen näher. das ist der einzige weg, auch für jugendliche eine attraktive basis zu schaffen

Sprich: Die Jungen müssen Erfahrung und Wissen der alten aufsaugen und hierauf aufbauend eigene Erfahrungen sammeln, die sie dann selbst wiederum weitergeben und daraus ggf. auch neue Ideen entwickeln können. Das ist eigentlich auch das Prinzip auf dessen Grundlage die moderne Gesellschaft entstanden ist, sonst würden wir heute noch auf Bäumen sitzen. Dieses Prinzip greift überall und ist besonders dann wichtig, wenn es an Leuten mangelt. Nur zusammen kann die Museumsbahn stark bleiben und das sollten wir alle immer im Hinterkopf behalten.

Hier nur wenige Zitate. Es gibt inzwischen 31 Kommentare, die zum Teil sehr lang und sehr ausführlich sind.
Man sollte sie am besten auch im Zusammenhang lesen.

Gruß
Tharsi
Optionen:

Re: Nachwuchs bei Museumsbahnen

geschrieben von: gizmo

Datum: 29.06.12 11:33

tharsi schrieb:
-------------------------------------------------------
> Hallo zusammen,
>
> hier einpaar Zitata aus der Diskussion bei
> facebook:
>
...

Danke für´s zitieren. Ich frage mich allerdings, wieviele der Diskussionsteilnehmer wirklich noch "Jugendliche" sind. Irgendwie hört sich vieles schon sehr gesetzt an.
Optionen:

Volle Zustimmung!

geschrieben von: Peter

Datum: 29.06.12 11:50

Moin!

Gerald schrieb:
Zitat:
Ich kenne ein paar, die glaubten zwei linke Hände zu haben und ganz überrascht waren, was man mit diesen Händen alles tun kann.

Ja, so ging es mir auch: Durch Zufall von einer englischen Bahn "shanghait" worden, meine "Ablehnung" wurde ignoriert ;-)

Und ja, es gibt immer etwas zu tun: Anlernarbeiten, die auch ohne technische Ausbildung klappen, Oeffentlichkeitsarbeit (inkl. Sponsorensuche), Korrespondenz mit Behoerden u. s. w., Verteilung von Werbe-Flyern, Pflege von Blumen-Rabatten, Muell sammeln entlang der Strecke (irgendeiner wirft immer etwas weg...) und vieles mehr.

Wir haben 80-jaehrige, die "ihre" Blumen-Beete pflegen, aeltere Hunde-Besitzer, die beim Gang mit dem Hund "nebenbei" Muell einsammeln (trotz Behinderung) usw. - sogar unsere auslaendischen Mitglieder (wie ich) koennen etwas tun.

Ach ja: Wenn man im Urlaub 3 Wochen von morgens 7:00 bis abends 19:00 non-stop arbeitet, ohne Lohn dafuer zu erhalten (und im Gegenteil Anreise und Unterkunft finanziert), dann steht wohl der Spass an der Sache, das Gefuehl, etwas sinnvolles mitgestaltet zu haben, im Vordergrund.

Aber es ist eben kein "rumspielen", sondern spielerisches Arbeiten ("Arbeiten mit Sinn!").

EDIT:
Jugendliche kommen meist mit Eltern, die im Verein sind oder aus der Nachbarschaft.
Wenn man ihnen ueberschaubare Projekte anvertraut, bei denen schnelle Erfolge (Motivation!) zu erzielen sind, macht das allen Beteiligten Spass.
Aber: Health&Safety-Regulations und die leidige Missbrauchs-Debatte haben auch dort Spuren hinterlassen - man muss immer mehr aufpassen, wer wann mit Kindern arbeiten kann, soll - und ueberhaupt noch will.
Frueher konnte der Streckengeher ein Kind/einen Jugendlichen mitnehmen, heute muss ein Mindestalter vorliegen, eine Erlaubnis, der Mitarbeiter muss geeignet und geprueft sein,...
/EDIT

Gruss von

Peter

Wenn Sie Fehler finden, beachten Sie bitte, dass diese beabsichtigt sind:
Es gibt immer Menschen, die nach Fehlern suchen und ich versuche, allen Lesern etwas zu bieten.

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Wer in einer Demokratie schläft, darf sich nicht wundern, in einer Diktatur aufzuwachen.
Deswegen: Wachsam bleiben!




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2012:06:29:11:55:37.
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