Rheinallee schrieb:
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> "Ihr habt nicht verstanden, dass mir die
> Verhältnismäßigkeit bei dem Modell nicht
> passt,.."
>
> Wie oft habe ich geschrieben, wieviel Cent oder
> Euro es kosten würde, wenn Piko seine
> Expertmodelle soweit aufrüsten würde, dass sie
> auch andere Kundenkreise ansprechen könnte. Ich
> denke, dass dies wenige Euro sind.
> Offenbar will man es nicht oder die Kunden wollen
> es nicht.
Wir haben aber hier schon genügend Umbauten der Hobby-G7.1 gesehen, und wir wissen nicht, wie hoch die Dunkelziffer weitererer Umbauten ist. Schaut man mal, was die einzelnen Leute für die Umbauten ausgegeben haben, und wieviel Zeit investiert wurde, würde es mich nicht wundern, wenn das auch mit der Startpackung-D IV im selber Größenordnung auch passiert.
Ich glaube, die Modellbahnhersteller verrennen sich mit ihrer Preis- und Produktpolitik. Eine zu hohe Marge am einzelnen Modell, der Aufwand eine Lok herzustellen und an den Händler auszuliefern ist annähernd der selbe, wie wenn ich gleich 10 Packungen zum Händler rausschicken kann. Natürlich muss der Händler die auch verkaufen, nur für 200 EUro wird er nur 1 Käufer finden, für 150 Euro vielleicht schon 5 und für 100 Euro sind es dann 100.
35 Euro plus 175 Euro Gesamtmarge sind 175 Euro Marge für Hersteller und Händler zusammen
35 Euro plus 5x 125 Euro Gesaqmtmarge sind 625 Euro Marge für Hersteller und Händler zusammen
35 Euro plus 100x 65 Euro Gesamtmarge sind dann schon 6500 Euro für beide zusammen
100 Kunden für ein 100 Euro Produkt sind einfacher zu finden als einer für das selbe Produkt für 200 Euro. Ok, Steuern und Betriebskosten des Händlers habe ich mir mal ausgeblendet, es geht ja nur ums Prinzip.
Mit anderen Worten, die Branche hat sich in eine Nische rein manövriert und will da garnicht mehr raus. Das weite Feld wird anderen Spielsachen und Hobbyopbjekten überlassen.
> Die Entwicklungskosten sind bekannt, die die von
> Dir geschilderten Vorgänge heute in der Regel
> kosten.
Ja, sie kosten, aber längst nicht mehr so viel wie noch vor 10-20 Jahren, weil die Werkzeuge zum Entwickeln preiswerter und effizienter geworden sind. Der gleiche Entwickler kann bei vergleichbarem Lohn heute wesentlich mehr Modelle entwickeln als früher. Wenn der Markt es hergibt, hat man dann genauso viele Leute und mehr Neuheiten oder weniger Leute und kann dennoch die Neuheitenflut konstant halten. Ob von dem Modell dann 10 oder 1000 verkauft werden, spielt für die reinen Entwicklungskosten keine Rolle.
> Es ist doch kein Geheimnis mehr, was die
> Entwicklung eines detaillierten Wagenmodells
> kostet in China.
> Das trifft auch für Lokmodelle zu.
Ich schätze mal, dass sich der Formenbau für eine Drehgestellock und einen Schnellzugwagen oder Güterwagen mit Drehgestell nur wenig unterscheidet. Auch von den Kosten her.
> Allerdings ist
> die Frage, in welchem Zeitraum der Importeur
> seinen Kapitaleinsatz wieder einfahren will und
> über wieviele verkaufte Stück er das für möglich
> hält.
Hausgemachtes Problm, es gibt sicher viele, die sich dem Hobby Modellbahn (intensiver) zuwenden würden, doch die Modellbahnbranche hat selbst dafür gesorgt, dass es kein richtiges Massenproduk geworden ist. Wenn man jemand erzählt, dass man als Hobby eine Modellbahn baut/hat, kommt oft zurück dass das aber ein sehr teures Hobby ist. Die Leute geben aber für eine Spielekonsole oder das neueste iPhone mehr aus als für eine Lok, das heißt doch, dass der Gegenwert zum Kaufpreis nicht mehr stimmt, wie für mich mit den 200 Euro für die D IV sehr deutlich zeigt.
> Und so kann es dann sein, dass man nach der
> zweiten Charge und nach der 10. Variante (je
> Charge 5 Varianten) bereits sein Investment zurück
> erwartet.
Falsche Erwartung, finde ich. Oder falsche Chargengröße durch zu hoch angesetzten Preis. Und wenn dann die 10 Chargen durch sind und die Entwicklungskosten wieder drin sind, wird der Preis bei der 11. Charge doch nicht gesenkt, das Zeugs blebt auf Halde liegen oder wird heimlich über Börsen und eBay verramscht.
> So ist dann der Preis gestaltet.
> Die Balance zwischen Herstellkosten und
> Verkaufspreis richtet sich wohl in erster Linie
> danach, was man erlösen kann und dann auch will.
Es sollte sich nicht daran orientieren, was man will, sondern was man kann. Wenn ich bei einer neuen Firma wegen einem Job vorspreche, kann ich auch nicht 10.000 Euro Netto verlangen und 3 Monate Urlaub. Hätte ich gerne, doch da bin ich realistisch, und gebe mich mit dem besten Angebot zu frieden was ich bekomme, und wenn es nur die Hälfte (oder weniger) ist, als was ich will. Denn selbst mit der Hälfte käme ich immer noch ganz fett zurecht.
> Bei einer Startpackung ist das weniger als beim
> Einzelmodell. Dass ein Modell, was 25 -50 Euro an
> Herstellkosten verschlingt, hier für um die 200
> Euro verkauft wird, ist bekannt. Bekannt ist der
> Steueranteil, die Handelspanne. Durch Rückrechnung
> läßt sich ermitteln, was der Hersteller in seiner
> Kasse hat.
> Ich sehe, dass der Hersteller sich über den
> Verkaufspreis Gedanken macht.
Dieser Hersteller macht sinch doch nur Gedanken, wie er die verbliebenen Kunden weiter abschröpfen kann, und wie er Neukunden am effizientesten abschreckn kann.
> Ob er dann noch
> detailliert die Höhe einzelner Zuschläge rechnet,
> ist mir unklar, mir ist auch unklar, ob er
> überhaupt Zuschläge einzeln betrachtet. Oder ob er
> halt seine Vertriebskosten, seine Allgemeinkosten
> und seine Gewinnerwartung in einer Summe
> betrachtet. Außerden ist es für mich doch völlig
> egal, ob ich 15% mehr Allgemeinkosten zahlen muß
> oder sonst was, wenn der aus
> Marktgründen bei x Euro liegen muß.
Das ist doch der Punkt, warum muss er so hoch liegen? Wäre es dann nicht sinnvoll, anders oder besser zu kalkulieren, knapper für eine größere Menge? Was du hier schreibst, das hat doch nichts mit BWL und kaufmännischem Können zu tun, das sind doch einfach ausgewürfelte Zufallspreise.
> Sven sagt ja
> auch, dass er den Verkaufspreis lieber anheben
> würde, um finanziell Spielräume zu bekommen.
> Offenbar ist das aber nicht möglich, ohne Kunden
> zu verlieren.
Er würde evtl. sogar noch Kunden dazugewinnen, wenn er die Preise senken könnte. Dann würden sich vielleicht sogar Leute überlegen, sich die Lok zu kaufen, weil sie gefällt, obwohl sie eigentlich die Lok garnicht brauchen. Oder die Leute würden eine Perspektive für eine lange beiseite gelegte Idee sehen, die bisher zu teuer erschien, und doch statt einer Kleinbahn ein modernes Hauptbahnthema zu bauen - sofern allerdings auch der Mitbewerb das begreift und ebenfalls runter geht und auf eine größere Menge baut. Wird aber keiner machen, eher werden die Preise noch weiter steigen und solche Diskussionen wird es immer wieder geben, bis der letzte Hersteller die Pforten schließt.